Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast

Notiz 057: Ein Zwischenstand im Lockdown#

KIP: Kulturpolitik #5#

von Martin Krusche

Prolog#

Die Kunst ist ein Kind des symbolischen Denkens. Die ältesten künstlerischen Artefakte, von denen wir wissen, Gegenstände, welche nicht einer Alltagsbewältigung gedient haben, sind weit über siebzigtausend Jahre alt. Das ist für unsere Evolution eine Menge Zeit, um zu klären, ob eine Eigenschaft für eine Spezies wichtig ist oder nicht.

Unsere Fähigkeit, Dinge zu denken die es nicht gibt, Phantasie zu entfalten, zu planen, Annahmen über unsere Vergangenheit und Zukunft zu formulieren, all das ist zentraler Bestandteil der Conditio humana.

Meine erste Kulturkonferenz im Zentrum von Gleisdorf: Luft und Distanz. Hier Cartoonistin Kerstin Feirer und Koch Wolf Schloffer. (Foto: Martin Krusche)
Meine erste Kulturkonferenz im Zentrum von Gleisdorf: Luft und Distanz. Hier Cartoonistin Kerstin Feirer und Koch Wolf Schloffer. (Foto: Martin Krusche)

Die Kunst, wie wir sie heute als Gegenwartskunst verstehen, ist diesen Zusammenhängen auf spezielle Art gewidmet. Sie hat keine anderen Zwecke, keine anderen Aufgaben, die außerhalb ihrer Eigenschaften liegen. Kunst hat keinen anderen Zweck als sich zu ereignen.

Wer demnach der Gegenwartskunst zu vorteilhaften Bedingungen verhilft, investiert in die aktuelle Qualität und in die Zukunfstfähigkeit eines Gemeinwesens. Es ist grotesk, die Kunst für andere Zwecke instrumentalisieren zu wollen. Es ist unverblümte Dummheit, sie auf Fragen von Marketing und Tourismus zu reduzieren, während man sie von anderen Bindungen abschneidet, nämlich von jenen der Autonomie. In diesem Sinn ist es völlig hanebüchen, etwa einer an der Pandemie versagenden Kulturpolitik das Verstummen der Kunst anzudrohen.

Fürs Protokoll#

Ich hab ab Samstag, dem 9. Mai 2020, an dieser Notiz geschrieben. Nun, am Dienstag, dem 12. Mai 2020, scheint mir, daß es in den öffentlichen Debatten zur Kulturpolitik einen Qualitätsschub gegeben hat. Deshalb geht dieser Text als Markierung ins Netz.

Ich hab am Freitag, dem 13. März 2020, Meine Trotzdem-Tour in rotzigen Zeiten notiert. Da konnte man in Gleisdorf noch einen Vorwahl-Termin nutzen und seine Stimme zum Gemeinderat abgeben. Wir wußten alle, daß nun ein Lockdown losgeht. Die Wochen danach sehe ich als Phase einer kulturpolitischen Agonie, in der vor allem räsoniert wurde. Das hat sich inzwischen geändert.

Einen Weckruf ignorieren?#

Ich kann mich nun leider überhaupt nicht freuen, daß wenigstens 20 Jahre kulturpolitischer Agonie in der Steiermark durch die Pandemie einen wirksamen Weckruf erhalten haben. Dieser Weckruf zerstört Existenzen, beschädig das Leben vieler Menschen. So eine Situation kann nicht begrüßt werden.

Aber wenigstens wird nun mehr als offensichtlich, wie ratlos und hilflos weite Teile meines Metiers durch diese Situation tasten und taumeln. Vielleicht hilft uns das auf die Sprünge. So können wir zum Beispiel die Option Bedingungsloses GrundEinkommen (BGE) als aktuelle Strategie, unsere Probleme abzufangen, sofort vergessen. Das wird hoffentlich durch meine Notiz Das hochrangige Gestammel deutlich. Aber ich hab Kolleginnen und Kollegen, die appellieren in der Sache immer noch, statt die Arbeit am Thema zu beginnen.

Da wir längst mitten in der Vierten Industriellen Revolution angelangt sind, kommt die BGE-Debatte sowieso zwingend auf den Tisch, denn die derzeit noch dominanten Konzepte von Broterwerb und Arbeitsmoral stammen aus der Renaissance und aus der frühen Dampfmaschinen-Moderne. Die werden uns in einer Welt, welche wir Menschen uns mit neuen Maschinen-Typen und selbstlernenden Systemen teilen müssen, so nicht mehr lange voranbringen. Im Moment lassen sich nicht einmal die Grünen auf eine BGE-Debatte ein. Was kann nun meine Branche in der Sache?

Ein paar leere Gesten#

Da gibt es eine Interessensvertretung. Die IG Kultur Steiermark erhob jüngst den Status quo: „Ausgefüllte Fragebögen: 41, Grundmenge: 136, Rücklaufquote: 30,15%“. Da hat also kaum ein Drittel der Mitglieder reagiert. Wir erfahren: „Ausgehend von diesen Ergebnissen sowie den zahlreichen Beratungsgesprächen, die die IG Kultur Steiermark zur Zeit durchführt, ist der Bedarf an raschen Hilfszahlungen für die betroffenen Kulturvereine offenkundig.“ Das entspricht etwa Aussagen wie: Das Wasser ist naß. Der Papst ist katholisch. (Die Erhebung)
Kulturkonferenz in Telepräsenz. (Foto: Martin Krusche)
Kulturkonferenz in Telepräsenz. (Foto: Martin Krusche)

Unter „2. Kulturhärtefonds Steiermark und Graz“ finde ich: „Um auch die Kulturbetriebe gut durch die Krise zu bringen fordern wir ein Sicherheitsnetz durch ein ‚Steirisches Soforthilfepaket'. Der steirische Kulturhärtefonds – nach dem Vorbild Oberösterreichs, wo er bereits in Planung ist – soll die Kulturvereine dort, wo andere Maßnahmen wie Kurzarbeit und der Bundeshilfsfonds nicht greifen, unterstutzen und die Einnahmenentgänge abfedern.“ Fordern, fordern, fordern, soll, soll, soll, Söllchen! Gerede! Damit komm ich nicht weiter. Gibt’s Vorschläge, woher die Gelder für dieses Soforthilfepaket kommen sollen? Gibt’s eine Proklamation, die das frisch und solide begründet?

Alte Slogans recyceln, statt neue Klarheiten erarbeiten?#

Denn das wäre nach meiner Meinung überhaupt Grundbedingung, um in der Politik Gehör zu finden: gute Gründe nennen und Budgetfragen darlegen. Alles andere wird nirgends ankommen, taugt bloß zum Karaoke. Durch Franzobel wissen wir, daß der Verweis auf das „Vorbild Oberösterreich“ für die Fisch ist. Ich zitiere:

„Das Land Oberösterreich hat großspurig erklärt, Künstlern mit Corona bedingtem Verdienstentgang kleine Stipendien (höchstens drei Monate lang 914,-) zukommen zu lassen. Unten aufgelistet die Bewerbungsvoraussetzungen! Ein Wunder, dass sie nicht noch einen Darmspiegelungsbefund und einen Ariernachweis wollen. So sieht also schnelle und unbürokratische Hilfe aus? Dann sollen sie gleich sagen, dass einem nur geholfen wird, wenn man sich nackt auszieht und KTM am Schamhügel tätowiert hat. (KünstlerTrottelMist)“ (Quelle)

Das war Anfang Mai auf Facebook zu finden. Was den steirischen IG-Leuten offenbar nicht klar ist, hab ich in der Provinz schon vor Jahren klären können. Da gab es ein regionalpolitisches Arbeitsgespräch, in dem ich auf eine Passage im Landeskulturförderungsgesetz verwies. Die Antwort eines amtierenden Bürgermeisters: „Die können sich in Graz viel wünschen.“ (Übersetzung: „Mit dem Landeskulturförderungsgesetz kannst du hier brausen gehen.“)

In dieser politischen Realität auf Usancen in einem anderen Bundesland zu verweisen, das ist leeres Gerede. Unser politische Personal läßt sich keine auswärtigen Referenzpunkte als Handlungsgrundlage empfehlen. Die Funktionstragenden der Politik brauchen daher Argumente, denen sie sich a) inhaltlich anschließen können und die sie b) real für vertretbar halten. Alles andere werden sie sehr wahrscheinlich nicht anfassen. Eine IG, die damit nicht umgehen kann, bleibt eine Jausenpartie.

Auch der Stadtrat kann bisher brausen gehen#

Die steirische IG verlautbarte am 24 April 2020: „Auf Grund dieser Verlängerung fordert die IG Kultur Steiermark vom Land Steiermark und von der Stadt Graz ein Konjunkturpaket für Kunst und Kultur zu entwickeln.“ (Quelle)
Kulturstadtrat bitte warten, bitte warten, bitte warten… (Quelle: Facebook)
Kulturstadtrat bitte warten, bitte warten, bitte warten… (Quelle: Facebook)

Fordern ist fein, noch feiner wäre es eventuell gewesen, wenn eine Interessensgemeinschaft zugleich einen konkreten Entwurf für so ein Konjunkturpaket auf den Tisch gelegt hätte. Vom Grazer Kulturstadtrat Günter Riegler war übrigens zu erfahren: „Am 24. April 2020 habe ich mich brieflich an Frau Staatssekretärin Lunacek gewendet, um auf die problematische Situation der Kunst- und Kulturszene in Graz hinzuweisen. Bis heute keinerlei Reaktion. Wollen wir hoffen, dass Kollegin Veronika Kaup-Hasler mehr Erfolg beschieden ist. Siehe hier: …“

Das bezieht sich auf folgendes Interview: „Kaup-Hasler: ‚Die Regierung hat völlig falsch reagiert‘. Die Aufregung in der Kulturszene ist weiterhin groß: Man fühlt sich von der Politik im Stich gelassen.“ (Link) An jenem 8. Mai sagte Veronica Kaup-Hasler: „Trotz einiger Maßnahmen muss man das in Summe leider feststellen. Die Regierung hat es bis dato verabsäumt, wesentliche gesellschaftliche Bereiche zu berücksichtigen. Das schmerzt sehr. Es müsste sofort ein Rettungsschirm für die gesamte Kunst- und Kulturlandschaft aufgespannt werden.“

Staatssekretärin wer?#

Ich halte seither für geklärt, daß Frau Staatssekretärin Lunacek der Situation und dem Thema nicht gewachsen ist. 24. April bis 12 Mai, das ging auf Regierungsebene flott den Bach hinunter. Ich kenne derzeit keinen Hinweis darauf, daß irgendjemand irgendwo an einem realistischen Konzept für so einen Rettungsschirm arbeiten würde. Alles andere hätte mich freilich enorm überrascht. Ich kenne aus den letzten 20 Jahren keine österreichische Debatte kulturpolitischer Grundlagen, die so ein Szenario einschließen oder auch nur für möglich erscheinen lassen.
Mit Musiker Sir Oliver Mally bespreche ich kontinuierlich kulturpolitische Fragen und jeden Samstag pflegen wir eine Tele-Drink-Session, um eine Lockdown-Woche zu verabschieden. Dazu finden sich unerschiedliche Kreise liebenswürdiger Menschen ein, denn jede Krise muß auch Momente eines Festes erhalten. (Quelle: Facebook)
Mit Musiker Sir Oliver Mally bespreche ich kontinuierlich kulturpolitische Fragen und jeden Samstag pflegen wir eine Tele-Drink-Session, um eine Lockdown-Woche zu verabschieden. Dazu finden sich unerschiedliche Kreise liebenswürdiger Menschen ein, denn jede Krise muß auch Momente eines Festes erhalten. (Quelle: Facebook)

Zur Illustration dessen O-Ton von Musiker Chris Watzik auf Facebook: „Jetzt wissen wir es. Laut Kogler (Hohes Haus) wird es für Kunst und Kultur ein Paket über ca. € 700 Mill. geben. Ca. 300.000 Beschäftigte in Kunst und Kultur sind also ca. gleich viel wert wie 7.000 Mitarbeiter der AUA. Bravo“ Dazu die Salzburger Nachrichten: „Er habe viel Verständnis für die Sorgen und Anliegen der Kulturschaffenden und habe auch deren Kritik angenommen. Für größere Kulturinstitutionen werde man eigene Lösungen finden.“ (Quelle)

Wir sind vorerst ganz auf uns gestellt#

Was schließe ich aus all dem? Staatliche Hilfe ist für unser Metier sehr knapp bemessen und von hohen Zugangsschwellen umgeben. Schon in der Wirtschaft, die weit mächtigere Lobbies hat, wird seitens der Politik mehr geredet als geliefert. Es gibt inzwischen genug Hinweise, daß auch allerhand Hilfskonzepte für Wirtschaftstreibende in der Bürokratie verreiben.

Damit meine ich KMU, also Klein- und Mittelbetriebe. Wie viel prophetische Gabe braucht es, um anzunehmen, daß auch im Kulturbereich die Größe zählt, um Zugriff auf staatliche Hilfsmittel zu bekommen, bevor man pleite gegangen ist?

Wir werden zu all dem in der aufsteigenden Kurve von Instanzen noch genauer sehen können: aus regionalen Kulturreferaten erfahren wir überhaupt nichts zum Status quo. Das offenbart: die sind meist Organe des Kulturmanagements, aber in Wahrheit keine politischen Instanzen. Anders ausgedrückt; Kulturpolitiker der Provinz haben uns Kulturschaffenden der Provinz leider nichts zu sagen. (Zumindest bei mir in der Oststeiermark.)

Günter Riegler, der Kulturstadtrat von Graz, hängt beim Ministerium seit April in der Warteschleife. Der Landeskulturreferent hat derzeit vor allem mit dem nutzlosen Dahoamsteiern von sich reden gemacht. Auf Bundesebene wird fulminant gestümpert. Also zum Mitschreiben: wir sind gerade uns selbst überlassen.

Das Setting#

Ich darf daran erinnern: über 60 von 100 Prozent der Betriebe Österreichs sind EPU = Einpersonen-Unternehmen (ein bis zwei Leute). Die sind Teil der über 90 von 100 Prozent heimischer Betriebe, welche unter KMU fallen. Bloß der kleine Rest, keine zehn Prozent, sind große Players. Unter den EPU, zu denen die meisten von uns Kunstschaffenden im Freelancer-Status zählen, wird es nun einen brutalen Kahlschlag geben.
Relevant und stichhaltig: Kulturarbeit braucht Unterstützung. (Slogan: Anonymus 'sawgreece')
Relevant und stichhaltig: Kulturarbeit braucht Unterstützung. (Slogan: Anonymus "sawgreece")

Das halte ich für unausweichlich, denn ich sehe keine relevanten Konzepte und Argumente, die uns momentan voranbrächten. Ich hab in der Notiz Die Kunst ist systemrelevant? erläutert, warum ich das Slogan-Paket „Ohne Kunst wird’s still! kunstistauchsystemrelevant“ für Mumpitz halte.

Wo derart schlampig gedacht und argumentiert wird, kann ich keinen Punkt sehen, an dem etwa ein Landespolitiker freiwillig ansetzen würde. Derweil werden in der Steiermark so unsägliche Ideen wie ein „Pandemiedenkmal“ (KIÖR) oder ein „Dahoamsteiern“ (Kulturlandesrat) promotet. Da muß ich den politischen Kräften deutlich zurufen: „Lassen Sie das bitte! Derart unausgegorenen Ideen beschädigen die fruchtbare Arbeit an der kulturellen Notsituation.“

Die „Gestaltung eines Denkmals in Reflexion auf die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen in der Steiermark“ (Quelle) halte ich für eine konzeptuelle Bankrotterklärung vor dem 21. Jahrhundert. Das ist so brillant wie ein Politik-Coup vor einigen Jahren, als Waltraud Klasnic einlud, der steirischen Landeshymne einen neuen Text zu schreiben. (Man glaubt gar nicht, wer sich alles für solchen Mumpitz hergegeben hat.)

Mumpitz: Zu keiner Zeit schweigt die Kunst, nicht einmal unrter Waffenandrohung. (Slogan: Danny Wohlrab)
Mumpitz: Zu keiner Zeit schweigt die Kunst, nicht einmal unrter Waffenandrohung. (Slogan: Danny Wohlrab)

Das Dahoamsteirern, wie es konzipiert wurde und sich bisher inhaltlich zeigt, müßte der Tourismusabteilung überlassen sein, besser noch: einem Büro für Klischee-Recycling. Was ich da zu sehen bekomme, ist eines Kulturlandesrates unwürdig und wäre jedem Touristiker als schwache Meldung anzukreiden.

Wenn das als genuiner Ausdruck von Volkskultur durchgehen sollte, wäre ich zu jedem neuen Streitgespräch bereit. Ich kann nicht verstehen, wie das inhaltlich dem Bereich Volkskultur unterstellt werden konnte, statt ganz klar der Unterhaltungsindustrie angerechnet zu werden. Entsprechend seicht bis irrelevant sind auch die meisten Ergebnisse, die ich bisher zu sehen bekam. (Genau das, seicht und irrelevant, sind nämlich erhaltene Werke subalterner Schichten der Vergangenheit nicht!)

Die Frage der Definitionshoheit#

Ich hab über Jahre immer wieder behauptet: Wenn wir primären Kräfte nicht klären was Kunst sei und welche Bedingungen sie brauche, dann werden es Wirtschaft und Politik für uns tun, aber nicht mit uns tun. Was nun bewiesen wäre!

Fazit: Mindestens wir Freelancers sind – wie oben erwähnt - derzeit völlig auf uns gestellt. Inhaltlich und wirtschaftlich. Viele werden das geschäftlich nicht überstehen. Wenn wir nun nicht für Grundlagen einer nächsten Kulturpolitik zu sorgen beginnen, wird es niemand sonst tun. Wenn dieser Lockdown uns nicht aus der kulturpolitischen Agonie der letzten zwei Jahrzehnte reißt, dann weiß ich auch nicht, was helfen soll.

Eine Beispiel für Präzisierung: Geht doch!
Eine Beispiel für Präzisierung: Geht doch!

Wer momentan nur auf Trittbrettern mitfährt oder hinterm Ofen hockt, wird vermutlich untergehen. Aber was nun? Für mich weiß ich es. Kooperation geht vor Konkurrenz. Dazu brauche ich in der Zusammenarbeit Leute, die inhaltliche Kompetenz einbringen, professionell arbeiten und sich als paktfähig erweisen.

Alles andere halte ich für Chimäre oder Old School. Das Recycling von alten Slogans und Modi interessiert mich nicht. Ich werde mich keinem soziokulturellen Kameradschaftsbund anschließen.

In der Praxis#

Manche werden sich nicht mehr erinnern. Im Kielwasser der Lehman Brothers-Krise hat es für unser Metier schon spätestens 2010 einen harten Warnschuß und unerfreuliche Konsequenzen gegeben. Budget- und Struktureinbrüche, Verwaltungsreform und steirisches Doppelbudget, zwischendurch auch die Anhebung der Umsatzsteuer für künstlerische Arbeit von 10 auf 13 Prozent. Alles nicht zum Vorteil von uns Freelancers. Wir hätten also schon vor rund zehn Jahren loslegen können, an den Inhalten einer nächsten Kulturpolitik zu arbeiten. Haben wir nicht. Nun also ein neuer Anlaß…