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Notiz 026: Neue Medien#

von Martin Krusche

Manche werden sich erinnern, daß seinerzeit von Neuen Medien gesprochen wurde. Das ging spätestens Mitte der 1980er Jahre los. Die Medienzugänge veränderten sich durch Technologiesprünge völlig. Es war von Medienkonvergenz die Rede. Dieses Konvergieren, ein sich Annähern und ineinander Aufgehen verschiedener Medienarten, die plötzlich in den neuen Computersystemen gemeinsame Maschinen und gemeinsame Codes hatten.

Eva und Helmut Haberl vom „machquadrat.“ (Foto: Martin Krusche)
Eva und Helmut Haberl vom „machquadrat.“ (Foto: Martin Krusche)

Das sind Effekte der Dritten Industriellen Revolution, der Digitalen Revolution. Es hat inzwischen zu weiteren Veränderungsschüben geführt und unser aller Alltag wurde davon durchdrungen. Seit wann gibt es Smartphones? Solche Technik war ab Mitte der 1990er Jahre da. Der Nokia Communicator verbreitete sich ab 1996 zügig. Das erste iPhone war ab 2007 erhältlich.

In so kurzer Zeit etablierte sich diese Technik weltweit und veränderte in vielen Lebensbereichen das Kommunikationsverhalten von Menschen, schob außerdem einer globalisierten Wirtschaft eine globale Info-Sphäre hinterher.

Ich erwähne diese Details, weil wir bei der 2019er Herbst-Session in Schloß Freiberg Eva und Helmut Haberl mit im Boot haben. Sie vertreten das machquadrat, einen Hackerspace in Gleisdorf, wo auf der Höhe der Zeit geschraubt und gelötet wird; auch gedruckt. Die 3 D-Drucker waren eben noch ein Kuriosum, soweit man sie außerhalb von Entwicklungsabteilungen mancher Betriebe vorfand.

Inzwischen sind Apparate, die Dinge ausdrucken, banaler Standard und im Profi-Bereich ohne enge Grenzen, was die Dimension von Werkstücken angeht. Sie wollen ein Haus ausdrucken? Ist machbar. Sie möchten einen Balkon ausdrucken, ein Motorrad, einen beliebigen Gebrauchsgegenstand? Es geht weit mehr, als Menschen für möglich halten.

Dazu kommt ein wachsendes Internet der Dinge, in dem Artefakte eigenständig miteinander kommunizieren, ohne daß sie eine Energiequelle verpaßt bekommen. Man muß an den Kugelschreiber, die Teekanne oder sein Feuerzeug keine Batterie klemmen, damit diese Dinge in EDV-gestützte Systeme eingebunden werden können. Das läßt sich mit Radiowellen managen, mit der RFID-Technik.

Nun sind Haberl und Haberl nicht bloß mit dem Herstellen von Dingen befaßt, sondern auch auf grundlegendere Art mit Kommunikationssituationen, ferner mit aktuelle Fragen der Koexistenz von Menschen und diesen Maschinen. In diesem Zusammenhang wird ihr Beitrag für die drei Tage in Schloß Freiberg entworfen. Aber dazu später.

Hermann Maurer (links) und Künstler Martin Krusche. (Foto: Ursula Glaeser)
Hermann Maurer (links) und Künstler Martin Krusche. (Foto: Ursula Glaeser)
Unternehmer Ewald Ulrich (links) und Wissenschafter Hermann Maurer. (Foto: Martin Krusche)
Unternehmer Ewald Ulrich (links) und Wissenschafter Hermann Maurer. (Foto: Martin Krusche)

Somit bekommen die kulturellen Akzente dieser Veranstaltung eine fein verwobene Ebene technischer Kompetenzen. Das überspannt inzwischen mehrere Generationen einer Praxis auf diesem Feld.

Wissenschafter Hermann Maurer, der am Montag den Hauptvortrag halten wird, gehörte als junger Informatiker zum Team von Heinz Zemanek, dem Entwickler des „Mailüfterl“, Europas erstem Computer ohne Röhren.

Das sind historische Zusammenhänge. In den Jahrzehnten danach war er international tätig, entwickelte Grundlagen des Genres.

Gastgeber Ewald Ulrich und ich gehören der nächsten Generation an. Er wurde Unternehmer mit staunenswerten Kompetenzen im IT-Bereich, ich wurde ein früher Akteur der österreichischen Netzkultur-Szene. Wir haben allesamt Schnittpunkte in unseren Interessen für Kunst und Kultur, repräsentieren unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit solchen neuen Technologien. Das fließt in diese drei Tage ein.


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