Flocke: Adäquate Reaktionen#
(Man sollte keine prächtige Krise vergeuden)#
von Martin KruscheDas von Luis Siegl initiierte Projekt „Mini Fabula“ entwickelt sich auf verschiedenen Ebenen vorzüglich. Der Status quo weist längt über das Kernereiereignis, die kommende Publikation als gedrucktes Booklet, hinaus. Wir sammeln dabei unterwegs Erfahrungen, die uns nützen, kulturpolitische Schräglagen auszugleichen.
Ich bin nicht bereit, mich von schlechten Nachrichten aus der Spur werfen zu lassen. Die Wissens- und Kulturarbeit bietet eine Menge an Möglichkeiten zu adäquaten Reaktionen auf hochgehende Problemlagen.
Die ganze Welt ist in Unruhe. Das reicht rundum auch in die Städte und Dörfer herein. Was die Wirtschaft erschüttert, rüttelt umgehend an der Politik. Daraus ergeben sich ganz flott Einbrüche von Budgets und Strukturen. Unsere Erfahrung zeigt, daß Kürzungen zuerst den Sozialbereich treffen, dann die Kultur.
Es hat schon zwischen 2010 und 2014 nichts gefruchtet, sowas den Kräften von Politik und Verwaltung vorzuhalten. Sie haben nach Corona keine neuen Verfahrensweisen gezeigt. Aber uns, den primären Kräften des Kunstgeschehens, steht es frei, aus solchen Verläufen zu lernen.
Was wir wissen, betrifft vor allem zwei Bereiche. Die Kofinanzierung von Vorhaben durch den Staat und die Herstellung von Sichtbarkeit durch regionale wie überregionale Medien. Ergo sind wir genau da zu smarten Lösungen gedrängt. Spätestens im zweiten Corona-Lockdown (17. November bis 6. Dezember 2020) mußte jedem erfahrenen Kulturmenschen klar sein, daß es vor allem in diesen beiden Sektoren – Soziales und Kultur - zu erheblichen Einbrüchen kommen werde, wenn sich größere Krisen entfalten.
Wer 2010 das erste steirische Doppelbudget, darauf folgende Gemeindezusammenlegungen etc. nicht verschnarcht hat, konnte wissen, daß solche Verschlechterungen der Lage zu allerhand Verdrängungswettrennen in unserem Milieu führen. (Das handelt auch von einem Festival der Heuchelei.)
Auf solche Problemlagen können wir inhaltlich, konzeptionell und strategisch sehr wirksam reagieren. Vorzugseise in einem dezentralen Modus, welcher Hierarchien vermeiden hilft. Genau darum geht es uns im „Archipel: Forum für Kunst, Kultur und Bildung“. Da greifen erfahrene Leute zusammen, wissend: Was einer Person gelingt, stärkt den Boden, auf dem auch die anderen vorankommen.
- Mini Fabula (Das Projekt)
- Übersicht: Flocke (Eine Kolumne)
Weiterführend#
- Der Gleisdorfer Archipel
- Netzkompetenz im Archipel (Praxis und Austausch)
- Kunst, Kultur und Politik (Absage an Simulanten)!
- Gleisdorf: Kulturpolitik (Eine Dokumentation)
- Kulturpolitik (Eine Debatte)
