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Karl Bauer
Karl Bauer

Flocke: Der Kulturreferent#

(Konferenz in Permanenz: Wo liegt die nächste Ebene?)#

von Martin Krusche

Gleisdorfs Kulturpolitik hat einen sehr krisenhaften Punkt erreicht, den ich äußerst anregend finde. Aus zwei Gründen. Erstens scheint mir geklärt, daß wir hinter diesen Punkt nicht zurückgehen können, daß Restauration keinen Sinn ergäbe.

Zweitens zwingt uns der Status quo dazu, unsere Ansichten zu überprüfen, weil uns ganz offenkundig Denken und Handlungspläne aus dem vorigen Jahrhundert in der Sache nicht weiterbringen. Das ergab unter anderem einen Moment, in dem Karl Bauer und ich einander ausgerichtet habe. „Wir müssen reden!“

Veterinär Bauer ist privat ein erfahrener Kulturschaffeder, als Lokalpolitiker Gleisdorfs Kulturreferent. Damit ist er Vorsitzender des „Ausschuss für Kultur, Marketing, Tourismus und Internationales“.

Wir kamen überein, nun erst einmal zu zweit ein informelles Gespräch zu führen, dem ein formelles Gespräch in größerem Kreis folgen werde. Weshalb dieser Modus? Ich saß mit Bauer nun in meiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der autonomen Kulturformation „Archipel“ am Tisch. Nicht um Lobbyarbeit für den Verein zu machen, sondern um einen für beide Seiten interessanten Ansatz zu kulturpolitischer Basisarbeit zu finden.

Der Grund#

Bei einem Meeting des „Kulturpakt Gleisdorf“ am 9. Februar 2026 hatte ich erlebt, daß ein Gros der Anwesenden es vorzog, im Jammertal zu campieren. Soweit sich überhaupt jemand von der Basis zu Wort meldete, wurden hauptsächlich Klagen und Ansprüche vorgetragen. Diesen Modus finde ich völlig uninteressant.

Wir befinden uns mitten in einer umfassenden Zeitenwende, die sich eingestellt hat, als wir alle noch mit den strukturellen Konsequenzen von Corona beschäftigt waren. Ich hatte diesem Gespräch ein Arbeitspapier vorausgeschickt, in dem ich einen Ausgangspunkt skizziert habe, wie ich ihn für relevant halte: „Das schwebende Museum: Ein Denkraum (Link am Seitenende).

Das sollte unter anderem deutlich machen: Ich befasse mich nicht mit einigen Aufgaben und Pflichten, die Karl Bauer als Lokalpolitiker übernommen hat, denn das ist seine Sache. Ich vertrete innerhalb der drei Sektoren Staat, Markt und Zivilgesellschaft den Sektor 3.

Ich habe ferner in „Die Vernetzerei-Posen“ beschrieben, daß „Die Szene“ sich seit Jahrzehnten (!) real nicht vernetzen möchte, während aus diesen Reihen Dienstleistungen gefordert werden. Dem gegenüber steht Bauers Idee, auf kommunaler Ebene eine Vernetzung zu erreichen. Das wäre neu.

Der Modus#

Ich halte es mit Autor Michael Crighton, der jemanden in einem seiner Kriminalroman sagen ließ: „Lösen Sie das Problem, nicht die Schuldfrage!“ Möge in anderen Kreisen räsoniert werden, ich gebe nichts auf den Versuch, die aktuelle Problemlage mit alten Denkmustern zu bearbeiten.

Ich hab Bauer eindringlich dargelegt, daß sich von Aktionismus und schnellen Wow-Effekten nichts erwarten läßt. Wir brauchen Zeit für den Arbeitsprozeß, der uns zu nächsten Problemlösugsstrategie führen kann. Das verlangt auch, erst einmal einen genaueren Befund der Problemlage zu formulieren.

Im Zuge dessen sind Rollen und Intentionen zu klären, damit sich feststellen läßt, welche Arten der Kooperation einem vielversprechend erscheinen. Dazu gehört die Anforderung an jede beteiligte Person, sich Klarheit zu verschaffen: Wofür will und kann ich Verantwortung übernehmen? (Das meint alle Beteiligten.)

Wir haben derlei Themen diskutiert und ich habe Karl Bauer gebeten, das für seinen Part aktuell zu klären. Dem wird eine formelle Einladung seitens der Kulturformation „Archipel“ folgen, um in größerer Runde zu erfahren, zu welchen Ergebnissen Bauer dabei gekommen ist. (Und zwar nicht als Stadtpolitiker, sondern als Kulturschaffender.)

Dazu mein Vorschlag: Und dann möge die Kommune einen Folgeschritt setzen und eine öffentlich zugängliche Konferenz anbieten, die von einem konkreten Themenpapier ausgeht. Dabei spielt der „Archipel“ keine Rolle. Da geht es darum, eine nächste Position des Gleisdorfer Kulturreferates zu präsentieren und zu debattieren. Kein allgemeines Wehklagen, sondern konkrete Arbeit am Thema.



Ergänzend#