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‎Von links: Wolfgang und Melitta Winkler, Richard Mayr.
‎Von links: Wolfgang und Melitta Winkler, Richard Mayr.

Jahrhundertspuren#

(Konferenz in Permanenz)#

von Martin Krusche

Wir haben im Gleidorfer „Archipel“ eben zwei Themenkomplexe miteinander verknüpft und über die Startlinie hinausgebracht. Das meint erstens: „Wie kam die Fotografie in die Oststeiermark?“ und zweitens: „Weltgeschichte berührt Regionalgeschichte“.

Diese Themenkombination führte jüngst zur ersten Ausstellung in unserem neuen „Kulturraum“: „Licht 2.0“. Wir haben damit begonnen, die einstige Konfrontation von Malerei und Fotografie aufzugreifen, das Thema in die Gegenwart heraufzuführen, wobei sich auch Beispiele zeigen lassen, wie Fotografie wieder in die Malerei zurückgeführt wird.

Damit korrespondieren historische Ereignislinien, entlang derer die einstige Kargheit der Oststeiermark, auch deren Armut, über stellenweise wirtschaftliche Erfolge aufgebrochen werden konnte. So entstanden Lebensbedingungen, in der dann begabte Menschen vielfältige Talente praktisch umsetzen konnten.

Das läßt sich in einem überschaubaren Zeitfenster sehr gut greifbar machen: 1820-1920-2020. Das Interesse an diesen Kräftespielen hat uns nun in das Haus des Ehepaares Melitta und Wolfgang Winkler gebracht. Beide besaßen früher ein Taxiunternehmen, blicken also auf unternehmerische Erfahrungen zurück. Melitta ist heute als Malerin präsent.

‎Flugboot Dornier Do X.
‎Flugboot Dornier Do X.

Das wurde nun eine solide Konferenz, in der Fotograf Richard Mayr und ich unter anderem einen Stapel historischer Fotografien durchsehen konnten, die Teile von Melittas Familiengeschichte illustrieren. Dabei hatte ich unter anderem ein faszinierende Motiv in Händen.

Kleiner Exkurs#

Ein Flugboot für den Linienverkehr. Ich kannte die Dornier Do X schon als Volksschulkind, weil ich eine Weile davon geträumt hatte, ein Pilot zu werden. Dank meines Taufpaten, eines Piloten, hatte ich als Kind eine „Connie“ sehen können, eine Lockheed Constellation. Ich wußte, was eine „Tante Ju“ ist, die Junkers Ju 52. Ich kannte ihr ebenfalls dreimotoriges US-Gegenstück, die „Tin Goose"(Ford Trimotor), und natürlich die „Spruce Goose“ von Howard Hughes.

Mit diesem kleinen Exkurs in die Flugzeug-Historie möchte ich vor allem unterstreichen, wie überrascht ich war, in Winklers Paket das Foto mit der Do X zu sehen. Das unterstreicht die Stichhaltigkeit der Idee, sich dem Aspekt „Weltgeschichte berührt Regionalgeschichte“ zu widmen. Es sind solche Zusammenhänge, die veranschaulichen, daß die Provinz heute nicht provinziell sein muß.

Außerdem steht die Winkler’sche Geschichte mit dem Taxiunternehmen für zweierlei interessante Aspekte. Mobilitäts- und Technologiegeschichte einerseits, die Veränderungen individueller Mobilität andrerseits. Das alles werden wir uns noch genauer anschauen.



Weiterführende Lins#



‎Die Dornier Do X 1931 über New York. (Foto: Public Domain).
‎Die Dornier Do X 1931 über New York. (Foto: Public Domain).