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Altesse Zigarettenhüllenerzeugung und Papierverarbeitung GmbH

Bezeichnung der Firma
Altesse Zigarettenhüllenerzeugung und Papierverarbeitung GmbH
Organisationsform
GmbH
Gründungsjahr
1918
Auszeichnungen
Best of Production
Geschäftsbereich
Erzeugung von Zigarettenhülsen und Filtertips
Adresse
Altessestraße 28280 Fürstenfeld
Kontakt
http://www.altesse.at
Basierend auf Daten der Plattform technologie.at, mit Unterstützung der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG. Es werden Unternehmen mit Sitz in der Steiermark vorgestellt, unabhängig von einem etwaigen Mutterkonzern oder anderer Filialen.


Aus der Tiefe der Historie#

Eigentlich ist das der Name einer alten Weißweinsorte: Altesse. Im Französischen steht das Wort für „Durchlaucht“, also für die einstige Oberliga der Aristokratie. Aber beim Wein kann man passend abbiegen. Wußten Sie, daß man das Rauchen einst auch „Tabaktrinken“ nannte?

Im Lauf des 16. Jahrhunderts kam die Pflanze nach Europa. Logisch, daß dieses Tabaktrinken über England und Holland in ganz Europa Karriere machte. Solche Seefahrer- und Handelsnationen sorgten dafür, daß die Pfeifchen rauchten.

Zigaretten gab es freilich erst im 19. Jahrhundert. Sie gelten als „Zigarrchen“, wurden also von den Zigarren hergeleitet. Was den Spitzenkonsum an Zigaretten betrifft, führt Weißrußland, dahinter Nordmazedonien, Albanien und Belgien.

Das sei erwähnt, weil es eine so kuriose geographische Streuung ist. Auch interessant: Österreich liegt in diesem Ranking hinter Zypern, vor Georgien, Serbien und der Ukraine. In der Steiermark ist vielen Menschen noch bekannt, daß es im Raum um Fürstenfeld eine erhebliche Tabakproduktion gab.

Dieser Anbau begann Ende des 17. Jahrhunderts. In der Fürstenfelder Pfeilburg mit ihrem sehenswerten Museum entstand 1693 die erste österreichische Tabakfabrik, da gab es weltweit noch kaum welche. Auf dem Weg in die Bezirkshauptstadt kann man übrigens in Ilz einen imposanten Tabakstadel sehen. Das ist ein auffallend großer Holzbau mit raffiniertem Belüftungssystem, der zum Trocknen der Tabakpflanzen genutzt wurde.

Dieser Teil des Geschehens ist Geschichte, endete 2004. Doch die Herstellung von Zigarettenhülsen und Filterspitzen gibt es nach wie vor. Die Firma Altesse entstand 1918 durch die Fusionierung der „Altesse Zigarettenhülsen- und Papierfabrik AG“ und der „Ghaza Zigarettenhülsen- und Papierfabrik AG“.

Das Wort Ghaza erinnert an einen Trend der Vergangenheit, der in ein paar Details bis in die Gegenwart reicht. Es ist der Verweis auf den Orient per Markennamen. So beispielsweise geradezu überschwenglich in „Egyptische 1. Sorte. Rein Orient.“ Noch in den 1960er Jahren gab es bei uns heimische Rauchwaren mit Namen wie „Nil“, „Khedive“, später „Memphis“ oder „Casablanca“. Die importierte „Camel“ mit Dromedar und Pyramide ist immer noch sehr populär.

Aber das Rauchen wurde längst recht teuer. Da setzt Altesse an, hat alte Verfahrensweisen verfeinert. Wer das Wuzeln von Zigaretten, also das Selbstdrehen, beherrscht, wird eventuell die angebotenen Filter schätzen. („Die Azetat-Filter werden in zwei verschiedene Längen geschnitten, 15mm für den vollen Geschmack und 21mm für die etwas mildere Zigarette.“)

Wer das zu knifflig findet, kann im Stopfen von Papierhülsen einen preiswerten Ausweg finden, da fertige Zigaretten heute ein Hauhaltsbudget sehr belasten können. Der Tabak in Beuteln kommt günstiger als fertige Zigaretten. Das nötige Zubehör kommt nach wie vor aus Fürstenfeld: „Unsere Hülsen und Drehfilter werden in über 25 Länder verkauft.“

Das bedeutet derzeit: „2009 wurde die Fabrik um eine zweite Produktionshalle erweitert und ermöglichte Altesse damit eine eigenständige Filter-Produktion sowohl für die eigene Hülsen-Produktion als auch für Drehfilter in losen Boxen oder vorgeschnittenen Stäben.“