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3. Novisad - Belgrad =Novisad #

Peterwardein Petrovaradin
Peterwardein Petrovaradin
Uhrturm Peterwardein
Uhrturm Peterwardein
Peterwardein (Petrovaradin), Zentrum der Wojwodina, erscheint auf der rechten Seite der Donau. Nach Eroberung durch Prinz Eugen wurde sie zur größten Festung Europas im 17. Jahrhundert, nach dem Muster des französischen Festungsbaumeisters Vauban, ausgebaut. Die auch als Gibraltar an der Donau bezeichnete Festung gehört heute zu der auf der anderen Flussseite liegenden Stadt Novisad (Neusatz) und ist mit ihr seit 1945 durch die Varadin Brücke verbunden. Die Festung besitzt einen Uhrturm auf der Aussichtsterrasse bei dem die Stunden- und Minutenzeiger in ihrer Größe vertauscht sind, ähnlich wie beim Uhrturm in Graz. Der Grund ist die bessere Erkennbarkeit der aktuellen Stunde von weiter Entfernung, die wichtiger war als die Minutenangabe.
Varadin Brücke Novisad
Varadin Brücke Novisad
Belgrad österreichische Botschaft
Belgrad österreichische Botschaft
Kathedrale des Erzengels Michael
Kathedrale Hl. Michael
Die Varadin Brücke wurde 1999 von der Nato im Verlauf des jugoslawisch/serbisch-albanischen Krieges zerstört und legte den Schiffsverkehr auf der Donau lahm. 2000 war ein Provisorium zwar an derselben Stelle wiedererrichtet worden und der Schiffsverkehr wurde danach wieder aufgenommen, das Transportvolumen konnte bislang jedoch nicht mehr den Vorkriegsstand erreichen. Erst 2018 wurde diese neue Brücke in Betrieb genommen, ein wichtiger Abschnitt auf der Autobahn Novisad-Belgrad. Das Gebäude der österreichischen Botschaft wurde 1898/99 von Architekt Milorad Ruvidić (1863-1914) für Dimitrije Krsmanovic als Wohnsitz der angesehenen Kaufmannsfamilie Krsmanovic errichtet. 1957 wurde dieses Haus von der Republik Österreich als Sitz der Botschaft erworben.
Palais der Fürstin Ljubica
Palais der Fürstin Ljubica
Café Fragezeichen
Café Fragezeichen
Kathedrale des Erzengels Michael: Die 1837 auf dem Grund eines Vorgängerbaus neuerrichtete wurde, ist der Sitz des Serbisch-orthodoxen Patriarchen und gilt als Sitz des kirchlich, administrativen und kulturellen Zentrums. In der Kirche befinden sich unter anderen die Gräber der serbischen Fürsten Miloš (1780–1860) und Mihailo Obrenović (1823–1868). Palais der Fürstin Ljubica. Palais Ljubica: Das in einem kleinen Park gelegene Gebäude wurde von Fürst Milos Obrenović für seine Gattin Ljubica als Residenz 1829/30 erbaut. Das im serbisch-balkanischen Stil errichtete Haus sollte Wohnraum und zugleich auch Residenz sein. Fürst Miloš Obrenović ließ nach diesem Palais das außerhalb der Stadt liegende Schloss im Park Topčider 1831-1834 als Residenz erbauen. Café Fragezeichen: Das Gebäude stammt aus 1823 und gehört zu den ältesten Belgrader Fachwerkgebäuden, die erhalten sind. Schon 1826 war dort ein Kaffeehaus betrieben worden. 1879 wollte ein neuer Besitzer seinem Kaffeehaus den Namen „Zur Kathedrale“ geben. Als die Kirche davon erfuhr, protestierte sie heftig gegen diese Respektlosigkeit. Der Wirt löste die Problematik mit der Anbringung eines Schildes mit einem Fragezeichen – so ist es bis heute.
Festung Belgrad Stambultor
Festung Belgrad Stambultor
Königstor mit Siegesdenkmal
Königstor mit Siegesdenkmal
Festung Belgrad: Stambultor und Königstor mit Siegesdenkmal. Nach der Eroberung Belgrads 1717 unter Prinz Eugen wurde die Festung neu gebaut. Das Plateau über der Mündung der Save in die Donau war eine strategische Lage auf dem seit Jahrhunderten immer wieder Burgen errichtet worden waren. Die besondere Grenzlage von der Habsburgermonarchie zum Osmanischen Reich und später von Österreich-Ungarn zu Serbien, von Mitteleuropa zum Balkan und überdies vom Christentum zum Islam, machte die Stadt ständig zum ständigen Brennpunkt der Politik. Das führte dazu, dass die Stadt in ihrer Geschichte über vierzig Mal erobert wurde. Auf einer Terrasse der Festung befindet sich eine Siegessäule mit einem nackten Krieger an der Spitze. Er soll an den Sieg gegen die Türken in den Balkankriegen 1912/13 erinnern.
Haus der Nationalversammlung der Republik Serbien
Haus der Nationalversammlung der Republik Serbien
Altes Palais
Altes Palais
Parlament der Republik Serbien wurde 1907 bis 1936 erbaut. Die ungewöhnlich lange Bauzeit war dem Ersten Weltkrieg und verschiedenen Umplanungen geschuldet. 1939 wurde die Skulpturengruppe: „Tanz der schwarzen Pferde“ beiderseits vor dem Haupteingang aufgestellt. Die Vorbilder dieser Rossebändiger findet man schon seit der Antike in ganz Europa. Sie werden als Symbol für die Bezähmung oder Zügelung der Emotionen und Leidenschaften gedeutet. Die unterschiedlichen politischen Positionen der Abgeordneten sollen mit Argumenten und nicht durch Hass und Mitteln der Gewalt ausgetragen werden. Derartige Figurengruppen findet sich auch vor und auf dem Parlament an der Ringstraße in Wien. Altes und neues Palais bilden zusammen ein nicht ganz ausgeführtes Palastensemble unter der Herrschaft der beiden serbischen Dynastien Obrenovic und Karadordevic. Altes und Neues Palais: Nach Ausrufung Serbiens zum Königreich 1882 sollte auch eine repräsentative Residenz errichtet werden. Ursprünglich als dreiseitiger Gebäudekomplex gedacht mit einem Zentralbau für den König, einen rechten Flügel für den Thronfolger und einen linken für Festlichkeiten. Von diesem Konzept wurde nur der der linke Flügel verwirklicht, das Alte Palais. Erst dreißig Jahre später folgte der rechte Flügel, aber nach einem neuen Konzept, das Neue Palais. Alter Königspalast (1882-1884), Residenz der Obrenovic-Dynastie von Aleksandar Bugarski erbaut. Hier ist heute die Versammlung der Stadt Belgrad untergebracht. Neuer Königspalast (1911-1922) von König Peter I. aus der Karadordevic Dynastie erbaut, hier residiert seit den 1990er Jahren der Präsident von Serbien.
Neues Palais
Neues Palais
Haus im serbisch-byzantinischen Stil
Haus im serbisch-byzantinischen Stil
Hotel Moskva
Hotel Moskva
Haus im serbisch-byzantinischen Stil: Das Gebäude wurde von 1870 bis 1871 vom Architekten Aleksandar Bugarski erbaut und Sitz des kaiserlich-russischen Konsulats in Belgrad. 1877 wurde es für das Institut der serbischen Waisenkinder adaptiert. 1879-1952 war darin das Bildungsministerium untergebracht. Das Gebäude wurde dem Verwendungszweck entsprechend mehrmals umgebaut, die Fassade behielt jedoch ihren serbisch-byzantinischen Stil, kombiniert mit Elementen des Jugendstils und wurde so zu einem wichtigen Beispiel für die Belgrader Architektur.Das Hotel Moskva, auch Palais Rosija genannt, wurde 1908 von russischen Architekten für die Versicherungsgesellschaft Rossija errichtetmit einer gemischten Nutzung. In dem Gebäude befanden sich ein Restaurant mit Namen Moskva, Mietwohnungen und auch die Büros der Belgrader Filiale der Versicherungsgesellschaft Rosija. Das im sezessionistischen Stil errichtete Gebäude trägt glasierte Keramikfliesen aus der Fabrik Zsolnay aus Pécs.

-->Text und Fotos: Michael Göbl

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