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John F. Kennedy (1917-1963) - Charismatischer Politiker und Mythos#

Von Ernst Zentner

Präsident John F. Kennedy, Oval Office, 11. Juli 1963
US-Präsident John F. Kennedy, Oval Office, 11. Juli 1963 - Foto: Cecil W. Stoughton, White House - Wikimedia Commons - Gemeinfrei

US-Amerikas interessantester Präsident, John F. Kennedy wurde in Brookline, Massachusetts, am 29. Mai 1917 geboren.
Sein Vater war der Politiker Joseph Patrick Kennedy, ein Bankier, Reeder und Spekulant, Mitglied der Demokraten. Seine Mutter hieß Rose Fitzgerald. Die Familie Kennedy besaß irische Wurzeln und war streng römisch-katholisch ausgerichtet.
JFK war hineingeboren in eine kinderreiche Familie. Die Erziehung war von der Prämisse geprägt, das Beste zu erreichen. Er unternahm einen Europaaufenthalt und lernte Geschichte vor Ort. 1940 absolvierte er die Harvard-Universität, ein Jahr darauf ging er zur US-Marine und kommandierte während des Zweiten Weltkrieges ein Torpedoschnellboot im Pazifik.
Nach 1945 achtete er auf seine Karriere als aufstrebender Politiker bei den Demokraten. Er amtierte von 1947 an als Abgeordneter im Repräsentantenhaus und dann seit 1953 als Senator für Massachusetts.
1953 heiratete er die um zwölf Jahre jüngere Jacqueline Lee Bouvier (1929-1994), Journalistin - sie wird später den griechischen Reeder Aristoteles Onassis heiraten.
Kennedy nutzte als einer der ersten Politiker das TV als Wahlkampfarena, was ihm Vorteile brachte.
Im November 1960 gewann er mit knapper Mehrheit gegen Richard Nixon (Republikaner) die Präsidentenwahl. Er wurde der erste katholische Präsident der USA. Als solcher entwickelte er mit wissenschaftlichen Beratern ein Konzept für die USA. Er verkörperte die junge Generation. Sein Programm umfasste eine verbesserte Sozialversicherung, die Versorgung der Kranken und das Bildungswesen, die Abschaffung der Rassenschranken, Senkung der Steuer, Städtesanierung und Verkehrswesen. Doch er konnte davon nichts umsetzen, dank des von Konservativen dominierten Kongresses. Kennedy bekämpfte erfolgreich die Inflation, bemühte sich die Wirtschaft anzutreiben und Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Die Frage der Rassen mündeten in Forderungen der Bürgerrechtsbewegung und Widerstand weißer Bevölkerungsteile gegenüber farbigen Bürgern.
Mit JFK wurde Optimismus und Hoffnung verbunden. Eine Aufbruchsstimmung brachte der junge Präsident ins Land hinein. Er beharrte auf Demokratie und Weltfrieden.

In der Mitte US-Präsident Kennedy, seitlich seine Ehefrau Jacqueline und links Vizepräsident Lyndon B. Johnson sowie Mitarbeiter. Sie beobachten mittels TV den Flug von Astronaut Alan Shepard, 5. Mai 1961
In der Mitte US-Präsident Kennedy, seitlich seine Ehefrau Jacqueline und links Vizepräsident Lyndon B. Johnson sowie Mitarbeiter. Sie beobachten mittels TV den Flug von Astronaut Alan Shepard, 5. Mai 1961 - Ausschnitt eines Foto von Cecil W. Stoughton, White House - Wikimedia Commons - Gemeinfrei

Seine Ehefrau Jackie - Mutter von zwei überlebenden Kindern - First Lady - richtete die Innenräume des Weißen Hauses geschichtsbewusst ein und öffnete es für Besucher. Ferner engagierte sie sich niveauvolle kulturelle Aktivitäten. Sie und ihr Ehemann galten als das amerikanische Traumpaar. Allerdings hatte sie sich im Kennedy-Clan nie wohl gefühlt.
„Jack“ hatte auch seine Schattenseiten: Er betrog seine Jackie mit anderen Partnerinnen. Gesundheitlich war er seit Jugendtagen angeschlagen, dazu kam noch eine Kriegsverletzung. Nach außen hin bot er den aktiven Strahlemann.
Er galt als vorzüglicher mitreißender Wortführer mit Überredungskraft. Unvergessen seine Ansicht: "Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, fragt, was ihr für euer Land tun könnt" (Inaugurationsrede, 20.1.1961). Einer von vielen Sätzen, der bis heute Gültigkeit besitzt.
Er regierte am Höhepunkt des Kalten Krieges. Der Bau der Berliner Mauer reflektierte das ("Ich bin ein Berliner"). Eine harte Bewährungsprobe für JFK wurde die Kubakrise 1962. Er erreichte den Abschluss eines Vertrages zur teilweisen Einstellung von Kernwaffenversuchen. Versuchte die Entwicklungshilfe für die dritte Welt auf eine vernünftige Basis zu stellen. In Südostasien arbeitete Kennedy auf eine Befriedung Laos hin. Seit 1961 leistete er Vorarbeiten mit amerikanischen Militär zum Vietnamkrieg. Jedoch eine Übereinkunft mit China scheiterte.

Wernher von Braun und US-Präsident John F. Kennedy, 19. Mai 1963
Wernher von Braun und US-Präsident John F. Kennedy, 19. Mai 1963 - Foto: NASA - Wikimedia Commons - Gemeinfrei

Eines der ambitionierten Projekte unter Kennedy war die beginnende bemannte Weltraumfahrt – sie stand in Konkurrenz der sowjetischen Raumfahrt. Am 25. Mai 1961 hielt er seine berühmte Rede, in der er versprach: „noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond zu landen und sicher zur Erde zurückzubringen“. Er versprach die Mondlandung, die auch am 20. Juli 1969 stattgefunden hatte.
Seine Präsidentschaft dauerte nicht ganz drei Jahre. Während eines Besuches in Dallas, Texas am 22. November 1963 wurde er erschossen. Er stand im 46. Lebensjahr. Ein großes Staatsbegräbnis unterstützte die Überhöhung des Menschen John F. Kennedys. Ihm folgte der kleinbürgerliche Vizepräsident Lyndon B. Johnson (aus Texas). Die Hintergründe des Attentats wurden bis heute nicht restlos geklärt.

Copyright Ernst Zentner 2017-2019 (Zitate ausgenommen)

Benützte Literatur

  • Alan Posener, John F. Kennedy. Rowohlt Verlag, Hamburg 2013
  • John F. Kennedy. Andreas Etges (Hrsg.) - Katalog des Deutschen Historischen Museums. Berlin 2003 - Ausstellung im Wien Museum (Historischen Museum Wien) - 27. Jänner 2005 bis 24. April 2005
  • Die Augen der Welt auf Wien gerichtet: Gipfel 1961 - Chruschtschow - Kennedy. Monika Sommer, Michaela Lindinger (Hrsg.) Innsbruck 2005 - Ausstellung im Wien Museum (Historischen Museum Wien) - 27. Jänner 2005 bis 24. April 2005

Am 3. und 4. Juni 1961 traf Kennedy in Wien - Hauptstadt der neutralen Republik Österreich - den sowjetischen Staats- und Parteichef Nikita Sergejewitsch Chruschtschow (1894-1971). Ergebnislose Gespräche über Abrüstung. Im Schluss schlug Chruschtschow einen Neutralitätsstatus für das (entmilitarisierte) West-Berlin vor.