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Aschermittwoch #

Aschermittwoch

Mit dem Mittwoch vor dem 1. Fastensonntag beginnt (nach katholischer und evangelischer Zählung) die 40-tägige vorösterliche Bußzeit. Katholische Christen nennen sie Fastenzeit, evangelische Passionszeit. Der Termin des Aschermittwochs fällt, je nach dem Osterdatum, zwischen 4. Februar und 10. März.

Im katholischen Gottesdienst erteilt der Priester nach der Predigt das Aschenkreuz. Dazu spricht er: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst." Seit dem 12. Jahrhundert verwendet man dafür die Verbrennungsrückstände der vorjährigen Palmzweige. Die Segnung erfolgt vor der Austeilung der Asche. In mehreren deutschen und österreichischen Städten wird seit einigen Jahren auch ein „Aschenkreuz to go“ erteilt. 2021 bieten es der „Raum der Stille“ in Wien am Hauptbahnhof und das Begegnungszentrum der Orden „Quo vadis?“ an. In Innsbruck kann man sich auf dem Bahnhofsvorplatz, in Klagenfurt am Neuen Platz Asche auf das Haupt streuen lassen. Zusätzlich bietet die Diözese Gurk-Klagenfurt ein „Aschenkreuz für zu Hause“ – wer sich in der Dompfarre anmeldet, erhält „eine persönliche Aschenpost nach Hause mit Impuls und gesegneter Asche.

In vielen Religionen und auch in der Bibel (Gen.18,27) ist Asche ein Symbol der Vergänglichkeit. Dazu kommt die Vorstellung, dass im Verbrennungsprodukt die läuternde und reinigende Kraft des Feuers steckt. (Hebr. 9,13) Im frühen Mittelalter legten Herrscher wie Kirche auf die rituelle Inszenierung der Unterwerfung großen Wert. Schuld gebot Buße. Das karolingische Reformkonzil von 813 dekretierte: "Wer öffentlich sündigt, soll öffentlich büßen". Die Betroffenen mussten sich am Aschermittwoch barfuß und mit einem rauen Bußgewand beim Bischof einfinden. Zum Exkommunikationsritus gehörte das Beten der Bußpsalmen, Handauflegung, Besprengen mit Weihwasser und das Bestreuen mit Asche. Die Büßer mussten 40 Tage lang fasten und die Bußkleider tragen. Erst nach einem Jahr oder nach sieben Jahren durften sie wieder die Kommunion empfangen.

Als Schwelle zwischen Fasching und Fastenzeit hat der Aschermittwoch noch einige gesellige Bräuche wie Faschingverbrennen, Geldbeutelwaschen oder Heringsschmaus. Dieser entstand in den Hochburgen der Fastnachtsfeiern. Die öffentliche Fischmahlzeit sollte die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der (nun büßenden) Christen bekunden.

Die Idee der Gestaltung eines Gottesdienstes als Aschermittwoch der Künstler stammt aus Frankreich. 1914 versammelte der Maler Adolphe Vilette (1857-1926) erstmals Kollegen zu einer solchen Feier, nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der französische Schriftsteller Paul Claudel (1868-1955) dafür ein. Wie in mehr als 100 Städten findet sie auch in Wien statt, Schauplatz war die Künstlerpfarre St. Michael, später die Hofburgkapelle. Der dortige "Aschemittwoch der Künstler und Künstlerinnen" mit den Wiener Sängerknaben. 2021 wurde sie wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Hingegen fand in der Pfarrkiche St. Andrä in Graz ein „Kunst-Aschermittwoch“ mit ökumenischer Andacht und Kunst-Performance statt.

2021 wird das Aschenkreuz in den Kirchen den Gläubigen nicht wie üblich auf die Stirn gezeichnet, sondern kontaktlos Asche auf das Haupt gestreut. Viele Feiern werden live im Internet übertragen.


Quellen:
Karl-Heinrich Bieritz: Das Kirchenjahr. München 1994. S. 107 f.
Schott-Messbuch für die Sonn- und Festtage. Freiburg/Br. 1983
Helga Maria Wolf: Das neue BrauchBuch. Wien 2000. S. 111
Helga Maria Wolf: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreskreis. St. Pölten 2003. S. 61 f.
Klaus Schreiner: Rituale, Zeichen, Bilder. Köln 2011. S. 140 f.
2019, publiziert 6.3.2019
2021 Absage
2021 Sonderform, publiziert 8.2.2021
2021 Gurk, publiziert 12.2.2021
2021 To go, publiziert 16.2.2021

Bild: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist …" Am Aschermittwoch werden Palmzweige verbrannt. Friedhof in Hallstatt (Oberösterreich). Foto: Alfred Wolf, 2002