unbekannter Gast

Mariä Empfängnis#

Bild 'Maria_Empf'

Das Hochfest der Unbefleckt Empfangenen Gottesmutter Maria (Mariae Erwählung) am 8. Dezember ist das am meisten missverstandene Fest. Der Feiertag hat nichts mit der immerwährenden Jungfräulichkeit der Muttergottes zu tun, die seit dem 4. Jahrhundert lehramtlich festgelegt ist, sondern mit ihrer Erbsünde-Freiheit. Gegenstand des Festes ist der Glaube, dass Maria "durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jedem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt worden ist", wie Pius IX.(1792-1878) 1854 definierte. Sein Dogma untermauerte den Feiertag. Die Begriffe „Erbsünde“ oder „Erbschuld“ weisen auf eine schicksalhafte Verstrickung in das Böse hin, in die jeder Mensch - im Gegensatz zur persönlichen Schuld einer absichtlichen Ablehnung Gottes - hineingeboren wird, ohne persönlich daran schuld zu sein. Darstellungen zeigen die Immaculata als junge Frau ohne Kind, die auf der Mondsichel oder Weltkugel steht.

In Österreich wurde der Feiertag nach dem 2. Weltkrieg aufgrund einer Unterschriftenaktion von 1,5 Millionen Unterzeichnern wieder eingeführt. 30 Jahre später begannen die Diskussionen um den 8. Dezember als Einkaufstag. Seit 1995 dürfen Geschäfte am 8. Dezember - sofern dieser auf einen Wochentag fällt - aufsperren.


Quellen:
Adolf Adam: Das Kirchenjahr mitfeiern. Freiburg/Br. 1979. S. 172 f.
Helga Maria Wolf: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreskreis. St. Pölten 2003. S.194 f.
Ladenöffnungszeiten

Bild: "Ein schönes Gebet…", das auch als Amulett und gegen das "Verschreien" von Kindern Verwendung fand. 18. Jahrhundert. Gemeinfrei