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Maria Magdalena, hl.#

M_Magdalena

Maria stammte aus Magdala (Migdal, Israel). Als biblische Gestalt wird sie mehrfach im Neuen Testament erwährt: Jesus heilte sie, Markus spricht von der Austreibung von sieben Dämonen. Danach schloss sie sich dem Jüngerkreis an und unterstützte ihn mit ihrem Vermögen. (Lk 8,1-3) Maria Magdalena war beim Tod (Mk 15,40) und Begräbnis Jesu (Mk 15,47) dabei. Sie war der erste Mensch, dem der auferstandene Christus erschien (Mk 16,1-8). Die Tradition der westlichen Kirche brachte sie schon früh mit einer namenlosen Sünderin (Lk 7,36-50) bzw. Maria von Bethanien in Zusammenhang, die beide Jesus die Füße salbten (Jo 12,1-11). Obwohl diese Meinungen schon im 16. Jahrhundert widerlegt wurden und in der Ostkirche nie bestanden, prägte sich das Bild der schönen „Sünderin Maria Magdalena“ ein. 

Nach einer Legende, die sie mit der biblischen Maria von Bethanien gleichsetzt, wurde Maria mit ihren Geschwistern Martha und Lazarus und zwei Männern in einem Schiff auf dem Meer ausgesetzt. Es landete in Marseille. Die Geretteten wirkten in Frankreich als Missionare, Maria lebte dort als Einsiedlerin und starb in Aix-en-Provence. 

Der Kult der hl. Maria Magdalena hat mit ihren angeblichen Reliquien zu tun. Nach griechischer Überlieferung befand sich ihr Grab in Ephesos. Von dort kamen Gebeine 899 nach Konstantinopel. Andere Reliquien machten das Benediktinerkloster Vezeley (Frankreich) - auf der Pilgerroute nach Santiago (Spanien) - zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Das Heiligengedächtnis wird am 22. Juli begangen. „Maria Magdalena“ ist ein gebotener Gedenktag im Generalkalender. 

Darstellungen zeigen Maria Magdalena nur mit ihrem langen Haar bekleidet oder in langem, antikem Gewand bzw. zeitgenössischer reicher Tracht. Ihre Attribute sind meist Salb- oder Weihrauchgefäß, Teufelsköpfe,Palmzweig und Krone. „Sie kam den Künstlern, die das Weltliche in der Kirche sonst vermeiden mussten, mit dem Ausdruck ihrer Weltlust und als schöne Sünderin sehr entgegen und verdankt wohl auch ihnen einen Teil ihrer Volkstümlichkeit.“ (Gustav Gugitz). Die Kunsthistorikerin und Theologin Silke Geppert hat darauf hingewiesen, dass die Maler spätgotischer Flügelaltäre Magdalena - als Inbegriff der "Sünderin" - als einzige Heilige in modischer Kleidung darstellten, die den damaligen Vorschriften widersprach. Dies ermöglicht heute modehistorische Forschungsergebnisse.In Wiener katholischen Kirchen befinden sich Darstellungen im Stephansdom, Kirche Am Hof, Annakirche, Augustinerkirche, Deutschordenskirche, Dominikanerkirche, Franziskanerkirche, Jesuitenkirche, Kapuzinerkirche, Maria am Gestade, Michaelerkirche, Peterskirche, Elisabethinenkloster, Erlöserkirche, Herz-Jesu-Kirche, Rochuskirche, Sacré Coeur, Paulanerkirche, Pfarrkirche Gumpendorf, Piaristenkirche, Canisiuskirhe, Lichtentaler Kirche, Votivkirche, Pfarrkirche Maria Hietzing, Schlosskapelle Schönbrunn, Pfarrkirche Breitensee, Penzing, Mariabrunn, Altottakring, Dornbach, Herz-Jesu-Sühnekirche, Redemptoristenkirche, Johann-Nepomuk-Kapelle, Karmeliterkirche, Stammersdorf.

Maria Magdalena ist die Patronin der Bettel- und Büßerorden, Frauen, Friseure, Gärtner, Kammmacher, Schüler und Studenten, Parfumhersteller, Weingärtner und -händler; gegen die Pest.

Bräuche erinnern an die Vorstellung der Tränen der „Sünderin“, die bei der Salbung auf Jesu Füße fielen. Man hoffte, dass sie schädlichen Regen abhalte und heilsamen erwirke.  


Quellen:
Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis. Atzenbrugg 2010. S. 127 f.
Bautz: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon.Herzberg 1993. Band V (1993) Spalten 815-819 (ISBN-3-88309-043-3)
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 539
Gustav Gugitz: Fest- und Brauchtumskalender. Wien 1955. S. 85
Hiltgart L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Stuttgart 1970. S. 361
Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen (Bearb. Josef Gelmi). Innsbruck 1988. S. 553
Heiligenlexikon: Maria Magdalena
Mode unter dem Kreuz
Ilse Friesen: Die weiblichen Heiligen im Stephansdom

Bild: Maria Magdalena. Kleines Andachtsbild, 19. Jahrhundert. Gemeinfrei