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Tourismus #

Bild 'Tourismus'

Der Tourismus ist in Österreich ein bedeutender Wirtschaftszweig. Voraussetzungen bilden naturnahe Seen- und Gebirgslandschaften (Alpen, Granit- und Gneishochland), Kulturdenkmale, attraktive Städte und ausgebaute Infrastruktur. Dazu kommen die zentrale Lage in Europa und die gute Erreichbarkeit. Positive Aspekte sind nicht nur wirtschaftlicher Art. Oft belebt der Tourismus wenig erschlossene Gebiete - besonders bei Landesausstellungen - und die Einnahmen ermöglichen großzügige Revitalisierungen, wie in Schlosshof (NÖ), das als Festschloss zum Vorzeigeobjekt geworden ist. Die Kehrseite, die Auswirkungen auf die "Bereisten" darf nicht übersehen werden. Schon den ersten "Sommerfrischlern" zuliebe räumten Bauern ihre Schlafzimmer und nächtigten selbst in unbequemen Räumen. Das Familienleben musste sich umstellen, wenn Zimmer vermietet wurden, Kinder hatten schon früh mitzuhelfen. Volkskundler beklagten die Veränderung von Bräuchen und folkloristische Darbietungen, wie etwa Tiroler Heimatabende.

2025 erreichte der Tourismus in Österreich mit 157,27 Mio. Nächtigungen einen neuen Rekordwert (+ 1,9 %). Die Ankünfte stiegen um 3,1 %. 40,46 Mio. ÖsterreicherInnen machten Urlaub im eigenen Land (+0,5%)- Internationale Gäste wurden 2,4 % mehr gezählt. Von diesen, 116,81 Mio. Personen kamen 58,55 Mio. aus Deutschland, 11,16 Mio. aus den Niederlangen, 4,34 Mio. aus der Schweiz und Liechtenstein. Der Anteil der ausländischen Gäaste lag bei rund drei Viertel.

Die Geschichte des organisierten Tourismus in Österreich begann im 19. Jahrhundert. Erste Angebote fanden sich in Kur- bzw. Badeorten an den ab den 1840er Jahren entstandenen Eisenbahnlinien. Bad Ischl wurde als Kurort und Sommerresidenz von Kaiser Franz Joseph I. und Bad Gastein als Kurort, den vor allem das Großbürgertum besuchte, bekannt. Wohlhabende Städter begaben sich mit ihrem gesamten Haushalt inklusive Dienstboten auf Sommerfrische in vorerst in stadtnahe Gegenden, nach dem Ausbau des Eisenbahnnetzes auch in entferntere ländliche Ziele.

Zu den Aufgaben des 1896 eingerichteten k.k. Eisenbahnministeriums zählten "grundsätzliche Maßnahmen zur Hebung des Fremdenverkehrs". Die Erschließung der österreichischen Alpen begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Dabei spielte der 1862 in Wien gegründete Österreichische Alpenverein durch die Anlage von Wanderwegen und Schutzhütten eine Rolle, ebenso der 1895 entstandene Touristenverein "Die Naturfreunde". 1907 richtete die Post, zuerst in Südtirol, Autobusverbindungen ein. An den Ufern der Alpenseen und in hochgelegenen Talschlüssen entstanden große Hotels. 1909 konnten die alpinen Regionen Altösterreichs 2,5 Millionen Gäste verbuchen, davon mehr als 880.000 in Nord- und Südtirol. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg setzte der mit Skisport verbundene Tourismus ein. Die ersten Skikurse wurden 1905 in Stuben am Arlberg abgehalten. 1908 nahm der erste Skilift Österreichs am Bödele ob Dornbirn (Vbg.) den Betrieb auf.

1917 wurde in Wien das staatliche Österreichische Verkehrsbüro als Auskunftsstelle für Reiseinformationen und zum Vertrieb von Eisenbahnfahrkarten gegründet. Seit 2024 bilden Birgit Wallner und Martin Winkler das Vorstandsduo des Verkehrsbüros. Nach dem Zweiten Weltkrieg förderte das Wirtschaftsministerium die Tourismuswerbung durch die "Stelle für den Wiederaufbau der Österreichischen Fremdenverkehrswirtschaft". Daraus entstand 1955 der Verein Österreichische Fremdenverkehrswerbung (ÖFVW) als nationale Tourismusorganisation mit MitarbeiterInnen im In- und Ausland. Seit damals lautet die unveränderte Vereinsaufgabe, das Urlaubsland Österreich zu bewerben. Zentrales Anliegen der Österreich Werbung ist es, gemeinsam mit allen österreichischen Tourismuspartnern für den Erhalt bzw. Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismuslandes Österreich zu sorgen.

Museen sind ein wichtiger Tourismusfaktor. Die Besucherstatistik ergab für 2025: Nationalbibliothek (Lesesaal und hdgö) 1,305.867 Besuche (+ 22 %), Österreichische Galerie Belvedere 2,030.522 (+ 8,7 %), KHM-Museumsverband 2,129.677 (+ 9 %), Technisches Museum mit Mediathek 497.675 (+6,37), MAK 201.169 (+ 15,3%) Insgesamt verzeichneten die Bundesmuseen mit 8,441.175 Besuchen (+ 8,62 %) einen Rekordwert. Es kamen 3,417.370 Mio. Vollzahler und 1,518.525 Kinder unter Jugendliche mit Gratiseintritt. 2,337.000 waren ÖsterreicherInnen, 2,917.986 Gäste aus EU-Ländern.


Quellen:

Museen 2025, publiziert 2.2.2026
2025, publiziert 30.1.2026

Bild:
Führung im Barockschloss Hof, NÖ. Foto: Doris Wolf


Siehe auch:
--> Sommerfrische