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Elfie Semotan - Serie Fotokunst in Österreich#

Sondermarke#

Briefmarke, Elfie Semotan
© Österreichische Post

Ihre Fotoinszenierungen sind Alltagskultur, ihre Werbeplakate Kunst im öffentlichen Raum – kaum eine andere österreichische Fotografin kann zurzeit auf internationaler Ebene in derart hohem Maße reüssieren wie Elfie Semotan. Ihr Foto mit dem schlichten Titel „Stöckl“, ein Porträt der bekannten ORF-Moderatorin Claudia Stöckl, ziert die vorliegende Sondermarke, welche den zweiten Wert der im Vorjahr begonnenen Serie „Fotokunst Österreich“ darstellt.

Zur Person von Elfie Semotan: 1941 in Wels geboren und seit Jahren eine der herausragenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Fotografie, arbeitete zunächst als Model in Paris, ehe sie Ende der Sechzigerjahre hinter die Kamera wechselte und ihre erfolgreiche Karriere als Fotografin startete. In den vergangenen Jahrzehnten wurden ihre Arbeiten in international renommierten Zeitschriften mit so klingenden Namen wie Vogue, Elle, Esquire, Marie Claire, Harpers Bazaar, New Yorker usw. veröffentlicht. In Österreich kennt man Semotan vor allem durch ihre langjährige Zusammenarbeit mit Helmut Lang sowie durch ihre Kampagnen für Palmers und Römerquelle, welche jeweils für großes Aufsehen sorgten. Das eindrucksvolle Schaffen der in New York, in Wien und im südlichen Burgenland lebenden Fotokünstlerin zeichnet sich in erster Linie durch ein Verfließen der Grenzen zwischen Modefotografie und künstlerischer Fotografie aus. Im Zentrum steht die intensive und persönliche Auseinandersetzung mit den dargestellten Personen, ohne Unterscheidung, ob es sich dabei um Menschen von der Straße, Models oder berühmte Persönlichkeiten handelt.

Ihre Modefotografie verschreibt sich freilich nie komplett dem Genre, fehlt doch stets die übliche Verherrlichung eines Schönheitsideals. Stereotype Posen werden vermieden, die Akteure sind der Kamera ausgeliefert und werden als das gezeichnet, was sie primär sind: menschliche Wesen mit individuellen Qualitäten, Charakterzügen und Ausstrahlungen. Die Haltung der Akteure und die dadurch entstehende Spannung lässt die Kleidung, das Setting und sonstige Ausstattungen in den Hintergrund treten. Immer wiederkehrend ist die Idee des Models als Puppe, als Sinnbild eines fremdgesteuerten Wesens, das in seiner Unbeholfenheit und seinen persönlichen Ängsten in scheinbar eingefrorenen Posen festgehalten wird. In Porträts und freien Arbeiten bedient sich Elfie Semotan kühl und berechnend der Mittel der Modefotografie, um das Wesentliche unmittelbar zu enthüllen und ohne Umwege auf den Kern der Aussage zu stoßen. Sie entfesselt eine Kraft, die man der perfekt inszenierten Künstlichkeit der Modefotografie gemeinhin gar nicht zutrauen würde. Psychologische und soziologische Feinheiten werden punktgenau getroffen – überzeugender als es so manchem Fotografen aus dem Bereich der herkömmlichen Sozialreportage gelingt.