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Joannis Avramidis - Großer Kopf#

Sondermarke#

Briefmarke, Joannis Avramidis - Großer Kopf
© Österreichische Post

Joannis Avramidis wurde 1922 im heutigen Georgien geboren. Über Griechenland kam er 1943 als Zwangsarbeiter nach Wien, wo er nach Kriegsende an der Akademie der bildenden Künste Malerei und später dann Bildhauerei bei Fritz Wotruba studierte. 1962 vertrat er Österreich bei der Biennale in Venedig und nahm 1964 und 1977 an der documenta in Kassel teil. Der herausragende Künstler erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 1985 das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst sowie 2013 das Große Goldene Ehrenzeichen mit Stern für Verdienste um die Republik Österreich. Er lehrte an der Akademie der bildenden Künste in Wien, eine Zeit lang auch in Hamburg. 2016 verstarb er im Alter von 93 Jahren. 2017 veranstaltete das Leopold Museum in Wien eine umfangreiche Retrospektive zum Werk des Bildhauers.

Die „absolute Figur“ suchend#

Joannis Avramidis stellte in seinen Werken immer den Menschen in den Mittelpunkt. Er strebte nach der „absoluten Figur“. Organische Formen wie den menschlichen Körper oder den Kopf abstrahierte er basierend auf seinem persönlichen Prinzip der Konstruktion und schuf damit in einer universalen, zeitlosen Formsprache seine strengen, kompromisslosen Skulpturen – meist säulenartige, aufrecht stehende Figuren, die von einer Mittelachse aus durch variable Kreissegmentformen zu einem „Skelett“ gestaltet und anschließend in Rundplastiken transformiert wurden.

Die griechische Antike sowie die Proportionslehre der Renaissance hatten große Bedeutung für den Künstler. Seine Figurengruppe „Polis“ aus 1965/68 nimmt etwa Bezug auf Platons Utopie einer idealen demokratischen Welt: Die gleich großen Figuren sind in dieser Skulptur zu einer Einheit verschmolzen. Charakteristisch für Avramidis sind auch seine Kopfplastiken in vielfältigen Variationen: von reduzierten Rundkörpern bis hin zu abstrakten kubischen Blöcken mit großen Flächen.