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Algenkracherl#

Das Start-up Evasis Edibles produziert den weltweit ersten Softdrink aus Algen.#


Von der Wiener Zeitung (Mittwoch, 15. Februar 2017) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Von

Saskia Blatakes


Algenfabrik Ecoduna in Bruck an der Leitha
"Die Algenfabrik Ecoduna in Bruck an der Leitha - von hier könnte schon bald das Algenpulver für die Helga stammen."
© Blatakes

Wien. Es prickelt ein wenig. Erst schmeckt es leicht süß, dann etwas säuerlicher. Nach Wasser, wenn Wasser einen Geschmack hätte. Ein klein wenig wie grüne Gummibärchen. Was da dunkelgrün im Glas schimmert, ist "Helga" - das weltweit erste Algenerfrischungsgetränk. In der grünen Glasflasche mit dem weißen Retro-Label steckt eine Mischung aus Wasser, Zucker, natürlichen Aromen und Produkten der Chlorella-Alge. Chlorella ist wie Spirulina eine Mikroalge und gilt als nährstoffreiches "Superfood", unter anderem hat sie einen hohen Anteil an pflanzlichem Protein, was sie bei Veganern und anderen Ernährungsbewußten beliebt macht. Und die zukunftsweisende, zuckerarme Algenlimonade kommt aus Berndorf, Niederösterreich. Hier ist der Sitz der Firma Evasis Edibles. Das erst 2015 von drei Freundinnen gegründete Unternehmen steckt hinter dem Algenkracherl mit Alleinstellungsmerkmal. Mit ihrer Idee sind die drei schon jetzt Weltmarktführer - gerade lief die 600.000 Flasche vom Band, exportiert wird unter anderem nach Deutschland und Skandinavien - in einem sehr kleinen Segment, das aber schon bald bedeutend wachsen könnte.

Denn Algen gelten als zukunftsweisendes Nahrungsmittel für eine wachsende Weltbevölkerung. Die derzeit vielbeschworenen Vorteile: Verschwindend geringer CO2-Verbrauch bei der Produktion, gepaart mit traumhaften Nährstoffwerten und damit prädestiniert für den wachsenden Markt für Nahrungsergänzungsmittel für VeganerInnen, AllergikerInnen und kulinarisch Abenteuerlustige. Wie kam es eigentlich zu der nicht gerade naheliegenden Idee? Die promovierte Chemikerin Anneliese Niederl-Schmidinger erforschte gerade die Züchtung von Algen für Biodiesel, da kommt ihr gemeinsam mit ihrer Kollegin Renate Steger folgende Idee: Warum die Algen nicht auch als "Treibstoff" für Menschen nutzen? Zusammen mit der Architektin Ute Petritsch, entwickeln sie ihr eigenes Firmenkonzept, alle drei fungieren als Geschäftsführerinnen.

Ihr Ziel: Das kalorienarme Algengetränk soll als "Einstiegsdroge" für all jene fungieren, die Algen noch skeptisch gegenüberstehen. Während Algenpulver bei Smoothie-Aficionados und anderen Gesundheitsbewussten längst beliebt ist, könnten mit der Algenlimo auch Käuferschichten erreicht werden, die sich weniger für den Gesundheitsaspekt interessieren und einfach ein leckeres Getränk schätzen.

Algen aus Bruck an der Leitha#

Das Algenpulver soll bald auch aus Niederösterreich kommen: Bei der Firma Ecoduna in Bruck an der Leitha werden seit 2010 Algen erforscht, vor allem auf dem Markt für Nahrungsergänzungsmittel will sich die Firma als weltweiter Marktführer etablieren.. Noch ist man auf der Suche nach Investoren - von den benötigten 18 Millionen Euro für den Umbau der Forschungsanlage in eine Fabrik fehlen noch 3,5 Millionen Beim Investorentag Mitte Februar sollten zu den bisherigen 330 Aktionären weitere dazukommen - der Endspurt vor dem Beginn der Algenproduktion im großen Stil - Made in Bruck an der Leitha.

Weiterführendes#

Wiener Zeitung, Mittwoch, 15. Februar 2017