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Dieses Dach steht unter Strom #

Was Tesla-Gründer Elon Musk als Innovation feiert, gibt es seit über 20 Jahren: Solardachziegel. Im Schulungszentrum Fohnsdorf liefern sie bereits Strom. #


Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Kleinen Zeitung (Dienstag, 11. Juli 2017)

Von

Roman Vilgut


Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk (KK)

In unterschiedlichen Farben leuchten Solaranlagen am Dach des Schulungszentrums Fohnsdorf. Eine sticht heraus: Ziegelrot, in der Mitte blaue Fotovoltaik-Zellen: „Das hier sind Solarsachziegel, die wir vor vier Jahren aufgestellt haben“, erklärt Rainer Veit, Ausbilder im Bereich Elektrotechnik. Dabei hat jüngst der US-Autobauer Tesla ein vergleichbares System als Innovation vorgestellt und damit für Aufsehen gesorgt. Tesla-Gründer Elon Musk sieht in seinen Dachziegeln die Zukunft der Energieversorgung in den USA. Durch eine Folie soll Teslas Produkt von unten aussehen wie ein normaler Dachziegel.

Die Idee dafür ist nicht neu. Denn die ersten Solardachziegel wurden bereits in den 1990ern von dem Wiener Unternehmen SED entwickelt. Eben jene, die in Fohnsdorf montiert sind. „Das System war patentiert. Nach 20 Jahren ist der Schutz ausgelaufen“, sagt SED Geschäftsführer Rainer Sedelmayer. Die Solardachziegel bestehen aus recyceltem Kunststoff und werden in Ungarn hergestellt.

Solardachziegel
Seit Jahren liefern Solardachziegel in Fohnsdorf Strom
Foto: SZF

Rund 100 Kilowatt an Leistung sind in Österreich mit Solardachziegeln installiert. Sedelmayer: „Der Solardachstein ist ein Nischenprodukt. Er kann nur bei schrägen, hinterlüfteten Kaltdächern installiert werden. Diese sollten nach Süden ausgerichtet sein.“ Die Dachziegel sind absolut wetterfest. Es gibt sie in gängigen Dachziegelformaten wie „Wiener Tasche“ oder „Doppel-S-Pfanne“. Natürlich könnte man auch die Solarmodule von SED mit Folien farblich anpassen. Allerdings warnt Sedelmayer: Dann würde aber die Effizienz leiden. Angesichts der dünnen Datenlage will Sedelmayer wenig zu dem Tesla- Produkt sagen. Nur so viel: „Wir sind bei der Entwicklung von Solarsystemen in Europa fortgeschrittener.“

Auch für Flachdächer gäbe es optisch ansprechende Lösungen, sagt der Elektrotechniker Veit. So hat Prefa eine Solarmatte für Blechdächer entwickelt. „Das Produkt passt genau zwischen die Falzung.“ Wer es bunt mag oder ein Firmenlogo auf seiner Anlage präsentieren will, kann die Module des steirischen Herstellers PVP verwenden. Mittels Folien können die Module individuell gestaltet werden.

13 Solaranlagen sind derzeit in Fohnsdorf im Dauertest. Doch das Schulungszentrum Fohnsdorf hat die unterschiedlichen Anlagen nicht nur zu Ausbildungszwecken installiert. Die Module sind alle exakt gleich ausgerichtet. So lässt sich die Effizienz vergleichen. Interessierte können sich die Echtzeitwerte der Produkte auf szf.solarlog-web.at ansehen.

Kleine Zeitung, Dienstag, 11. Juli 2017

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