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Notiz058: Erste Reaktionen#

von Martin Krusche

Was liegt, das pickt. So heißt es beim Kartenspiel. Was ausgespielt wurde, darf nicht mehr zurückgenommen werden. Das macht auch so einen energischen Unterschied zwischen Publikationen im Web und Büchern. Das Buch ist draußen, die Rückmeldungen laufen an.

Offroad-Experte Lorenz Rohde hat seiner Post dieses ansehnliche Motiv beigelegt.
Offroad-Experte Lorenz Rohde hat seiner Post dieses ansehnliche Motiv beigelegt.

Ich sollte mich über positiven Feedback freuen, doch es regiert noch der Unmut über die Schnitzer. Es gibt merkwürdige Fehlschaltungen. So hatte sich in meinem Kopf Bianchi festgesetzt, wo sich doch gar nicht übersehen läßt, daß die Steyr-Daimler-Puch AG in den 1980ern ihren Zweiradsektor an Piaggo verkauft hat, wozu Bianchi als Marke gehört. (Micha Lanner hat das noch abgefangen, weil der Fehler in der Leseprobe auftauchte.)

Lorenz Rohde sah im Buch sofort, was dann auch Felix Wegleitner feststellte, daß er im Buch zum Max Wegleitner geworden war. Dabei gibt es zwei Felixe, Vater und Sohn: „Du hast mich von Felix auf Max umgetauft, das macht aber nicht das geringste, haben die ‚Hafisti‘ halt was zum Nachdenken…“ (Da war ich mutmaßlich grade zu sehr mit Max Reisch befaßt.)

Post vom Sauerländer Martin Vormann.
Post vom Sauerländer Martin Vormann.

Oder solche Schnitzer, wie mir Fachmann Paul Kretz einen auswies: „Ein Typen-Fehler ist dir unterlaufen. Dieser Pinzgauer ist ein 718 T. Für Sanitätsaufbau wurden Trägerfahrzeuge gefertigt deshalb T. M war der Planenaufbau. K war der mit Festaufbau.“

Was ich damit eigentlich sagen will: in all dem liegt ein weiteres Beispiel, wie wichtig das Netzwerk sachkundiger Leute ist. Erstens ist viel Wissen verstreut und teilweise nicht dokumentiert. Zweitens hat man selbst in Fragen, die sich gar nicht stellen sollen, manchmal unerklärliche Aussetzer; siehe Bianchi/Piaggo.

Sammler Gottfried Lagler ist Steiermark-Repräsentant der ÖGHK.
Sammler Gottfried Lagler ist Steiermark-Repräsentant der ÖGHK.

Was einem den Unmut über solche Momente dann natürlich mildert oder sogar wegwischt, sind die erfreulichen Feedbacks. Industriedesigner Alfred Urleb notierte: „Wie viel Arbeit so ein umfangreiches Buch wirklich ist, kann man nur nachvollziehen, wenn man selbst eines schreibt. Oder zumindest den Versuch macht etwas zu schreiben.“ Zutreffend, obwohl sich die Leserschaft zu Recht meist nicht damit befaßt, wie es zu einem Buch gekommen ist. Das sind eben Interna des Metiers.

Lorenz Rohde zeigte sich skeptisch, ob die Hafisti der Themenfülle folgen möchten, die über das Kernthema hinausführt. Aber er stimmte mir zu, hätte es ein reines Haflinger-Buch werden sollen, würde das des Schweizers Hansruedi Brawand völlig genügen. Der hat sehr penibel gearbeitet.

Aus dem Vollen schöpfen als Annehmlichkeit...
Aus dem Vollen schöpfen als Annehmlichkeit...

Was jenseits davon an technischen Haflinger-Details in ihrer großen Fülle festzuhalten wäre, eignet sich für das Internet, da ist man bei Constanin Kiesling an der richtigen Adresse. Ich hab dagegen den Gesamtzusammenhang angegangen, der die Hintergrundfolie für den Haflinger ergibt, das 20. Jahrhundert, der Kalte Krieg, die Technologiegschichte…

Interessant fand ich die Anmerkung von Lancia Delta integrale-Pilot Georg Kurtz. Er sei vom Wechsel der Erzählebenen überrascht worden, einmal Sachbuch und pure Faktenlagen, dann wieder persönliche Schilderung, wobei der Autor als Erzähler auftritt. Zuzüglich Leute aus der Praxis, die zu Wort kommen.

Ich denke, das kann alles für eine lebhafte Debatte sorgen, bei der ich nun mit einigen sachkundigen Leuten auch schon über das Thema Pinzgauer gesprochen hab. Da ist ja noich allerhand nicht erzählt worden...