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Notiz 038: Das Haflinger-Poster 2019#

von Martin Krusche

Das war kürzlich eine fröhlich Zusammenkunft, als sich Graphic Novelist Chris Scheuer bei Altmeister Fredi Thaler nicht nur Archivmaterial ansah, sondern auch das Originalfahrzeug und die Werkstatt, wo solche Fahrzeuge in Gang gehalten werden.

Das Jubiläums-Poster. (Grafik: Chris Scheuer)
Das Jubiläums-Poster. (Grafik: Chris Scheuer)

Es spielt ja vieles zusammen, um dann zu einer angemessenen Arbeit zu führen, wie etwa das gewünschte Jubiläums-Poster für den Sechziger des Haflingers. Dazu hatte Thaler ein paar Förderer ins Boot geholt, denn die Arbeit ist ja nicht im Vorbeigehen zu erledigen.

Baumeister Wilhelm Moser ist ein Puchianer mit großen Emotionen und hat daher namens DPB, einem Komplettanbieter für den Infrastrukturnetzausbau, das Projekt unterstützt. Puch-Spezialist Prokschi muß man hier nicht extra vorstellen. Michael Peroutka mit Strada ist der Puch-Community auch gut vertraut. (Bei Prokschi und Strada wird man das Poster übrigens beziehen können. Außerdem im Johann Puch Musuem Graz.)

Aber zurück zum Kernthema. Scheuer zählt zu den profiliertesten Comic-Zeichnern Österreichs. Er ist selbst kein Autofahrer. Damit hat er seinen eigentümlichen Blick auf diese Themen, ist dabei gleichermaßen von Popkultur und historischen Kunstwerken geprägt. (Scheuer hat schon als Kind mit großer Präzision Werke von Albrecht Dürer nachgezeichnet, um etwas über ihre Machart herauszufinden.)

Altmeister Fredi Thaler (links) und Graphic Novelist Chris Scheuer. (Foto: Martin Krusche)
Altmeister Fredi Thaler (links) und Graphic Novelist Chris Scheuer. (Foto: Martin Krusche)

Das Haflinger-Poster zeigt daher verschiedene Aspekte des Erzählens auf bildlicher Ebene. Es hat einen Hauch österreichischer Fremdenverkehrswerbung aus jenen alten Tagen, könnte aber auch als Filmplakat funktionieren, ist überdies farblich ein sanftes Echo etlicher Werbemittel, die von der Steyr-Daimler-Puch AG damals eingesetzt wurden.

Das berührt die Haflinger-Geschichte sehr zentral. Ein militärisches Nutzfahrzeug, das sich privat in kommunalen Diensten und in der Forstwirtschaft bewährt hat, errang schließlich als herausragende Konstruktion eine nächste Karriere im Bereich von Kultobjekten.

Da ist die Zuschreibung „Kult“ auch durch diese 60 Jahre gut hinterlegt; im Gegensatz zu allerhand schlampigen Maßnahmen, mit denen manch anderes Produkt als „kultig“ gelten möchte. Dieses Fahrzeug drückt nicht bloß Regionalgeschichte aus. Es hat einen unangefochtenen Einzelplatz in der Automobilgschichte.