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Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 - Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
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Page - 369 - in Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 - Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit

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23.11.1989: Bericht Botschafter Bauer und Gesandter Loibl Dok. 76 369 Dok. 76: Bericht. Kohls Polen-Besuch aus Bonner Sicht, 23.11.1989 Botschafter Friedrich Bauer und Gesandter Wolfgang Loibl an BMAA, Bonn, 23. November 1989, ÖStA, AdR, BMAA, II-Pol 1989 , GZ. 22.18.20/3-II.3/891 BRD; offizieller Besuch von BK Kohl in der VR Polen  – politische BRD-Bewertung (Info) Nach „neuem Kapitel“ gegenüber SU hatte BK Versöhnung mit Warschau zu Hauptthema außenpolitischer Bemühungen gemacht. Während er (und polnische Politiker) vor Besuch von angestrebtem Durchbruch sprachen, ist Regierungs- erklärung nach Besuch2 etwas zurückhaltender. Zuständiger BKA-Vertreter spricht dennoch aus folgenden Gründen von „neuer Situation“, „Überwindung der Hemmschwelle und Beseitigung von Verklemmungen in bilateralen Bezie- hungen“ und „Knoten in den gegenseitigen Beziehungen ist gerissen“: 1. Warschau war in zweiter Entspannungsphase ab 1986 mit Vertragsbezie- hungen zur BRD gegenüber SU und osteuropäischen Staaten in Rückstand ge- raten. Seit Mitte der 70er Jahre waren keine nennenswerten Verträge geschlos- sen und bestehende wegen Ortsbezeichnungs-Problematik notleidend geworden. Besuch erbrachte nun 11 Abkommen und Abmachungen: Akzeptierung von „Deutsch“ als Staatsangehörigkeits-Bezeichnung ermöglichte u. a. Investitions- vertrag (Warschau unterschied früher zwischen Staatsangehörigkeiten der DDR, West-Berlins und der BRD!); Verklemmung bezüglich Berlin-Klausel, wo Polen stets WP-Schlusslicht war, wurde behoben.3 Vertragspaket eröffne viele neue Zusammenarbeitschancen. 2. Deutliche Verbesserung für bisher massiv diskriminierte Problemgruppe der in Polen lebenden Deutschen (auch Litauer, Weißrussen, Zigeuner usw. wur- den bisher zugunsten unitarischen polnischen Staates diskriminiert). BKA be- zeichnete Aussagen Mazowieckis4 in Regierungserklärung vom 12.9.1989 als sensationell („Polen ist ein Vaterland nicht nur für die Polen…“).5 Diese Wende 1 Der Bericht erging als Fernschreiben Nr. 25217 an das BMAA und war an die Sektion II, das Generalsekretariat und das Kabinett des Bundesministers gerichtet. Im BMAA wurde er von der Abteilung II.3 durch Legationsrat Josef Litschauer in Bearbeitung genommen und den österreichischen Botschaften in Berlin und Warschau sowie der österreichischen Delegation Berlin zur Kenntnisnahme übermittelt. Im BMAA wurde er vor Hinterlegung der Abtei- lung II.1 und der Abteilung I.A zur Kenntnis gebracht. 2 Die gemeinsame Erklärung wurde zum Abschluss des Besuches am 14. November von Kohl und Mazowiecki (siehe Anm. 4) unterzeichnet. Siehe Europa-Archiv 1989, D 679–D 686. 3 Zum Stand der deutsch-polnischen Beziehungen Ende der 1980er-Jahre siehe Dok. 33. 4 Tadeusz Mazowiecki, Ministerpräsident Polens (1989/90), siehe Personenregister mit Funk- tionsangaben. 5 Das Zitat wurde in voneinander abweichenden Übersetzungen immer wieder auch auf Deutsch veröffentlicht. Sinngemäß im vollen Wortlaut: „Polen ist ein Vaterland nicht nur für die Polen. Auf diesem Boden leben wir zusammen mit den Angehörigen anderer Nationen.“ Polen bekannte sich in weiterer Folge zu den im Abschlussdokument des 2. Treffens der Kon-
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Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
Title
Österreich und die deutsche Frage 1987–1990
Subtitle
Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
Editor
Michael Gehler
Maximilian Graf
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY-ND 4.0
ISBN
978-3-666-35587-5
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
792
Categories
Geschichte Nach 1918

Table of contents

  1. Einleitung: Österreich und die deutsche Frage 1945–1990 7
  2. I. Vorbemerkungen 7
  3. II. Ausgangsbedingungen und Vorgeschichte: Von der „doppelten Staatsgründung“ zur Perpetuierung deutscher Zweistaatlichkeit (1949–1987) 11
    1. 1. Die Entwicklung bis zum Entscheidungs- und Zäsurjahr 1955 11
    2. 2. Gescheiterte Vermittlungsversuche (1958–1963) 19
    3. 3. Die Entwicklung bis zum Grundlagenvertrag 1972 23
    4. 4. Österreich, die europäische Integration und die Anerkennung der DDR im Zeichen der Entspannung (1961–1972) 28
    5. 5. Das Verhältnis Österreichs zu den beiden deutschen Staaten bis zum Bonn-Besuch Honeckers (1972–1987) 32
  4. III. Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 38
    1. 1. Österreich und die scheinbare Stabilität des SED-Regimes 38
    2. 2. Die Grenzöffnung im Kontext der Langzeitentwicklungen und ihre direkten Folgen 43
    3. 3. Österreichs Annäherungen an das gemeinschaftliche Europa, die Bundesrepublik und die deutsche Frage 50
    4. 4. „Mauerfall“ und „Wiedervereinigung“: Die Haltung Österreichs bis Ende 1989 63
    5. 5. Österreich und die deutsche Frage Anfang 1990 75
    6. 6. Der Einigungsprozess und seine internationale Durchsetzung aus österreichischer Sicht 86
    7. 7. Österreichs Abschied von der DDR 92
    8. 8. Österreich, die deutsche Einheit und der Weg nach Europa – Bilanz und Ausblick 95
  5. IV. Editorische Vorbemerkungen 99
    1. Verzeichnis der Dokumente 103
    2. Dokumente 111
    3. Abkürzungsverzeichnis 723
    4. Literaturverzeichnis 731
    5. Personenregister 735
    6. Sachregister 773
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