Himberg

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Himberg bei Wien in Niederösterreich. Andere Orte dieses Namens siehe Himberg (Begriffsklärung)
Himberg
Wappen von Himberg
Himberg (Österreich)
Himberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wien-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: WU
Fläche: 47,61 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 16° 26′ O48.08138888888916.437777777778172Koordinaten: 48° 4′ 53″ N, 16° 26′ 16″ O
Höhe: 172 m ü. A.
Einwohner: 6.770 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 142,2 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2325
Vorwahl: 02235, 02234 (Velm)
Gemeindekennziffer: 3 24 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 38
2325 Himberg
Website: www.gemeinde-himberg.at
Politik
Bürgermeister: Erich Klein (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(29 Mitglieder)
18
8
2
1
18 
Von 29 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Himberg im Bezirk Wien-Umgebung
Ebergassing Fischamend Gablitz Gerasdorf Gramatneusiedl Himberg Klein-Neusiedl Klosterneuburg Lanzendorf Leopoldsdorf (Bezirk Wien-Umgebung) Maria-Lanzendorf Mauerbach Moosbrunn Pressbaum Purkersdorf Rauchenwarth Schwadorf Schwechat Tullnerbach Wolfsgraben Zwölfaxing Wien NiederösterreichLage der Gemeinde Himberg im Bezirk Wien-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Himberg ist eine Marktgemeinde mit 6770 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Wien-Umgebung in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Himberg liegt wenige Kilometer südlich von Wien im Industrieviertel in Niederösterreich. Die Gemeinde wird vom Kalten Gang durchflossen.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 47,63 Quadratkilometer. 5,82 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Katastralgemeinden sind

Nachbargemeinden

Achau
(Bezirk Mödling)
Maria-Lanzendorf, Lanzendorf, Zwölfaxing
Münchendorf
(Bezirk Mödling)
Nachbargemeinden Rauchenwarth, Ebergassing
Trumau (Bezirk Baden), Moosbrunn Gramatneusiedl

Geschichte

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia. Die ersten Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Himbergs stammten von den Germanen und Römern. Die Region erlangte durch die römischen Legionslager Vindobona, Alanova und Carnuntum an Bedeutung. Der Name Himberg taucht erstmals um 1100 n. Chr. im Zusammenhang mit der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 gegen die Ungarn auf, als die Region an die Babenberger Markgrafen ging.

Einem Babenberger, nämlich Marquardus de Hintperg, verdankt die Gemeinde ihren Namen. Später wandelte sich die Schreibweise von „Hintberg“ über „Himperch“ in „Himberg“. Der Babenberger Herzog Friedrich II. der Streitbare erwarb 1243 Himberg samt Burg und allen dazugehörigen Besitztümern.

1312–15 war Himberg Schauplatz der Inquisition. Im Auftrag des Passauer Bischofs Bernhard von Prambach wurden hier im Rahmen einer überregionalen Ketzerverfolgung zwei Waldenser auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Gegen 1320 wurde Himberg zur eigenständigen Pfarre erhoben und 1365 erhielt Himberg das Marktrecht, was seine große Bedeutung im Mittelalter unterstreicht.

Der Einfall der Türken im Zuge der Belagerung Wiens 1529 und 1683 zerstörte nicht nur die Burg sondern führte auch zu schweren Schäden am Ort. Als Entschädigung für die in den Türkenkriegen erlittenen Schäden bestätigt König Ferdinand, der spätere Kaiser Ferdinand I., seinen Untertanen zu Himberg mit Dekret vom 10. August 1533 die Marktfreiheit und gewährt zusätzlich diesem Ort das Mautprivilegium. Danach konnte jeden Freitag ein Wochenmarkt und zu St. Laurenz ein Ochsenmarkt abgehalten sowie während des ganzen Jahres ungarischer (heute burgenländischer) Wein ausgeschenkt und Mautgebühren eingehoben werden.

1749 erkaufte sich die wohlhabende Bürgerschicht Himberg aus dem landesfürstlichen Besitz um den Betrag von 40.100 Gulden frei. Himberg wurde damit freier Markt.

Himberg um das Jahr 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Luftaufnahme Himbergs.

Im 19. Jahrhundert begann die Ansiedlung von unterschiedlichen Betrieben in Himberg. Auch die Eröffnung der Ostbahnlinie Wien-Bruck unterstützte die wirtschaftliche Entwicklung des Raumes um Himberg.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft erfolgte mit 15. Oktober 1938 die Eingemeindung nach Groß-Wien, worin Himberg bis 31. August 1954 als Teil des 23. Gemeindebezirkes von Wien verblieb. Am 1. September 1954 erlangte Himberg, wie die meisten sogenannten ehemaligen Randgemeinden, wieder die volle Selbständigkeit und wurde gleichzeitig um das Gebiet der Katastralgemeinde Gutenhof erweitert.

Mit 1. Jänner 1971 erfolgte die freiwillige Zusammenlegung der Gemeinde Himberg und Velm und mit 1. Jänner 1972 die von der Niederösterreichischen Landesregierung angeordnete zwangsweise Vereinigung mit der Gemeinde Pellendorf.

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 5423 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 5173 Einwohner, 1981 4981 und im Jahr 1971 4614 Einwohner.

Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Erich Klein, Amtsleiter Ing. Wolfgang Pohsl.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 bei insgesamt 29 Sitzen folgende Mandatsverteilung: SPÖ 18, Liste ÖVP 8, FPÖ 2, Liste GRÜNE 1, andere Parteien haben keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die römisch-katholische Pfarrkirche von Himberg ist eine um das Jahr 1130 erbaute Wehrkirche. Sie war ursprünglich Teil einer im 16. Jahrhundert zerstörten Burganlage. Die evangelisch-lutherische Kirche wurde 1961 nach Plänen von Rudolf Angelides erbaut. 2011 wurde in Himberg das neue Depot des Kunsthistorischen Museums fertiggestellt.


Wirtschaft und Infrastruktur

Bahnhof Himberg

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 260, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 65. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2486. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,04 Prozent.

Der Bahnhof Himberg liegt an der Ostbahn.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Marktgemeinde

Literatur

  • Josef Past: Chronik der Marktgemeinde Himberg - Ein historisches Lesebuch 1120 bis 1994. Wiener Verlag, 1994.
  • Martin Windischhofer: Die Waldenser in Österreich. Aufbruch, Verfolgung und Wandel der frühen Bewegung bis 1315. Universitätsschrift. Wien 2006, S. 111.
  • Johann Bernsteiner; Peter Schuh: Damals war’s in Himberg ISBN 978-3-200-02324-6 Ein Buch über die Jahre 1960 -2010 in Himberg

Weblinks

 Commons: Himberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien