Steinbach an der Steyr

Steinbach an der Steyr
Wappen von Steinbach an der Steyr
Steinbach an der Steyr (Österreich)
Steinbach an der Steyr
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Kirchdorf an der Krems
Kfz-Kennzeichen: KI
Fläche: 28,08 km²
Koordinaten: 47° 58′ N, 14° 16′ O47.97111111111114.266944444444381Koordinaten: 47° 58′ 16″ N, 14° 16′ 1″ O
Höhe: 381 m ü. A.
Einwohner: 1.971 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 70,19 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4596
Vorwahl: 07257
Gemeindekennziffer: 4 09 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ortsplatz 4[1]
4596 Steinbach an der Steyr
Website: www.steinbachsteyr.at
Politik
Bürgermeister: Dr. Christian Dörfel (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
5
18
2
18 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Steinbach an der Steyr im Bezirk Kirchdorf an der Krems
Edlbach Grünburg Hinterstoder Inzersdorf im Kremstal Kirchdorf an der Krems Klaus an der Pyhrnbahn Kremsmünster Micheldorf in Oberösterreich Molln Nußbach Oberschlierbach Pettenbach Ried im Traunkreis Rosenau am Hengstpaß Roßleithen St. Pankraz Schlierbach Spital am Pyhrn Steinbach am Ziehberg Steinbach an der Steyr Vorderstoder Wartberg an der Krems Windischgarsten OberösterreichLage der Gemeinde Steinbach an der Steyr im Bezirk Kirchdorf an der Krems (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortszentrum von Untergrünburg aus gesehen.
Ortszentrum von Untergrünburg aus gesehen.
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Steinbach an der Steyr ist eine Gemeinde im Traunviertel im Bezirk Kirchdorf an der Krems in Oberösterreich mit 1971 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Kirchdorf an der Krems.

Im Jahr 1994 wurde die Gemeinde mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis für ihre Bemühungen um die Erhaltung der teilweise wertvollen Bausubstanz und der Natur, sowie der Schaffung von Musterbauernhöfen ausgezeichnet.

Steinbach an der Steyr ist per Rahmenvereinbarung eine sogenannte „Regionsgemeinde“ des Nationalparks Kalkalpen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Steinbach an der Steyr liegt auf 381 m Höhe im Traunviertel im Steyrtal etwa 20 km von der Stadt Steyr entfernt. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,2 km und von West nach Ost 10,2 km. Die Gesamtfläche beträgt 28,3 km². 36,0 % der Fläche sind bewaldet und 53,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. In der Nähe der höchsten Erhebung der Gemeinde, dem Hochbuchberg (1273 m), befindet sich die Grünburger Hütte (1080 m).

Katastralgemeinden

Forstau, Pieslwang, Steinbach an der Steyr und Zehetner

Nachbargemeinden

Aschach an der Steyr, Molln, Ternberg im Ennstal sowie Grünburg und Waldneukirchen auf der anderen Seite der Steyr.

Waldneukirchen Aschach
Grünburg Nachbargemeinden Ternberg
Molln

Geologie

Aus geologischer Sicht befindet sich Steinbach im Grenzbereich zwischen Flyschzone und beginnenden Kalkalpen. Der die Gemeinde nach Westen begrenzende Fluss Steyr liegt tief eingeschnitten zwischen Schotterterrassen, welche aus dem Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten herrühren. Bemerkenswert sind die steilen, teils überhängenden Konglomeratfelswände, die der Steyrschlucht den Charakter eines Canyons verleihen. Die Steyr hat eine Sommertemperatur von maximal 16° C und auf weiten Strecken noch Wassergüteklasse 1. Starke Strömung macht den teils seichten Fluss an einigen Stellen gefährlich.

Geschichte

Älteste Funde menschlicher Besiedelung stammen aus der Jungsteinzeit. Aus römischer Zeit finden sich in umliegenden Gemeinden Spuren; ansässig waren damals Kelten des Königreiches Noricum. Aus dem Namensgut (Gehöfte und landschaftliche Elemente) lässt sich für das frühe Mittelalter in erster Linie slawische Besiedelung erschließen. Ab der Kolonisation durch den Baiernherzog Tassilo III. fanden in der Gegend in mehreren Wellen groß angelegte Rodungen statt. Ortsnamenkundlich gibt zumindest der Name der Katastralgemeinde Pieslwang einen Hinweis auf eine bairische Besiedelung vor dem Jahr 1000 n. Chr. Um 1130 wird Steinbach im ältesten Traditionskodex des Klosters Garsten zuerst genannt.

Das Gebiet des heutigen Steinbach wurde im 11. Jahrhundert Teil der Steiermark unter Ottokar von Steyr. Ende des 12. Jahrhundert wurde dann die Steiermark Teil des Herzogtums Österreich unter den Babenbergern. Bis zum 12. Jahrhundert befand sich als sogenannte Hangspornanlage auf oder hinter dem Platz der heutigen Steinbacher Kirche wohl eine Feste in Form eines Turmes oder kleinen Burg. Davon zeugen heute noch Bezeichnungen wie Burgstall und (auf dem darüberliegenden Hügel) Burghub. Ob es sich aber um einen einfachen steirischen Ministerialiensitz gehandelt hat oder ob die Burg eine Grenzbefestigung zum gegenüberliegenden bayerisch/österreichischen Einflussbereich gewesen sein könnte, ist mangels Aufzeichnungen nicht geklärt. Jedenfalls waren die alten Herren von Grünburg („Popponen“) als bayerische Ministeriale seit 1212 auch österreichische Ministeriale, die Herren von Rohr als Besitzer der Burgen von Leonstein, Obergrünburg und wahrscheinlich auch des „Teufelsturms“ bei Waldneukirchen bayerische Ministeriale und seit 1190 schienen auch sie als Gefolge des Herzogs von Österreich auf. Somit muss zumindest eine temporäre Grenzsituation an der Steyr angenommen werden. Mit dem Wirksamwerden der Georgenberger Handfeste und der Vereinigung Österreichs und der Steiermark ist davon auszugehen, dass die Feste Steinbach ihre strategische Bedeutung verloren hat und abgekommen ist. Die Steine der Burg wurden nach der gängigen Überlieferung zum Bau der Kirche des entstehenden Ortes wiederverwendet. Alte Erzählungen der Bevölkerung um und über die Burg von Steinbach haben speziell unterirdische Gänge zum Thema.

Neben metallverarbeitenden Handwerksbetrieben gab es in Steinbach seit jeher viele Bauernhöfe. Vor ihrer Befreiung aus der Leibeigenschaft mussten die Bauern Abgaben (den zehnten Teil) an die Herrschaft abliefern. Davon zeugt heute noch der Hofname Zehethof und der Ortsteilname Zehetner. Grundherrschaften gab es jedoch viele, beispielsweise Steyr, Garsten, Losenstein, Pernstein und Feyregg.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs, wobei Steinbach zur amerikanischen Besatzungszone gehörte. Die russische Besatzungszone war nicht weit davon - östlich der Enns.

Bis in die 1960er Jahre wurde in Steinbach Eisen verarbeitet. In den Messererwerken, die sich die Kraft des Steyrflusses zunutze machten, fand sich einst der Mittelpunkte der Messer-Erzeugung. Aus wirtschaftlichen, aber auch religiösen Gründen wanderten viele Meister und Gesellen vor allem im 17. Jahrhundert in die Gegend von Solingen (Deutschland) aus. An die einst so stolzen Hammerherren, wie die Messerer auch genannt wurden, erinnern Abbildungen ihres Wappens an einigen alten Gebäuden am Ufer der Steyr und entlang der steilen Hochgasse, die das Ufer mit dem Hauptplatz verbindet. Das Wappen der Messerer wurde als Gemeindewappen übernommen.[2] An der Stelle, an der das Wasser für Schmiedehämmer genutzt wurde, befindet sich heute ein modernisiertes Kraftwerk der Oberösterreichischen Energie AG zur Elektrizitätsgewinnung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Steyrtalbahn: Historische Bahn, die heute nur noch 'Museumsbahn' nach Steyr (Fahrradmitnahme möglich)
  • Messerermuseum
  • Krippensammlung: 230 Krippen aus 70 Ländern
  • Pfarrkirche: spätgotische Kirche mit spätgotischen Glasgemälden von 1460, 1692 barockisiert
  • Alter Pfarrhof [3]

Natur:

  • Aussichtspunkt: Blick über die Steyr von der Kirche aus
  • Aussichtspunkt: Kraberg: Blick bis nach Linz vom Kraberg aus
  • Panoramablick am Rundwanderweg "Kaiblinger Kogel"
  • Info: Tourismusinformation auf dem Ortsplatz

Regelmäßige Veranstaltungen

  • 1. Mai-Kirtag
  • Perchtenlauf: abendländisches Brauchtum jährlich im Winter zur Zeit des Faschings
  • Steinbacher Adventmarkt und Adventkalender
  • Steinbacher Adventsingen
  • Steinbacher "Schmankerlroas"
  • Steinbacher Ortslauf

Freizeit und Sport

Die Grünburger Hütte liegt im Gemeindegebiet von Steinbach an der Steyr. Links hinten im Bild der Traunstein
  • Beachvolleyball
  • Faustball
  • Union Grünburg Steinbach: Fußball
  • Motocross
  • Radweg: Steyrtalradweg Richtung Steyr und Molln
  • Reiten
  • Freibad
  • Tennis
  • Tischtennis
  • Wandern: Grünburger Hütte, Kruckenbrettl

Bildung

  • Kindergarten
  • Volksschule
  • Musikschule
  • Gemeindebibliothek: auf dem Ortsplatz

Verkehr

  • Straßenverkehr: Steinbach an der Steyr liegt fast unmittelbar an der Steyrtal Straße B 140, die durch den auf der anderen Flussseite gelegenen Ort Grünburg führt und über eine Brücke über die Steyr erreicht werden kann. Eine Bezirksstraße führt nach Ternberg. Die nächsten Autobahnanschlüsse befinden sich in Sattledt (Anschluss an die West Autobahn A 1, zirka 27 km von Steinbach) und in Klaus (Pyhrn Autobahn A 9, zirka 20 km von Steinbach).
  • Radwege: Ein gut ausgebauter, sehr familienfreundlicher Teil des Steyrtalradwegs führt ab Grünburg auf der ehemaligen Bahntrasse in Richtung Klaus. Eine Alternativroute auf Steinbacher Seite führt auf Nebenstraßen durch die Schulsiedlung und die Forstau nach Molln. In Richtung Steyr führt der Radweg über wenig befahrene Nebenstraßen und Schotterwege durch Pieslwang und Aschach. Den Ennstalradweg kann man mit einiger Anstrengung über die stärker befahrene Ternberger Bezirksstraße erreichen.

Ansässige Unternehmen

  • Transportunternehmen Steiner
  • Rosensteiner GmbH
  • Landmaschinentechnik FRAKAM
  • Gradauer GmbH
  • Steinbacher Tischlerei
  • Steinbacher Versicherung

Vereine

  • Steyrtaler Perchten
  • Musikverein Steinbach-Grünburg
  • Landjugend Grünburg-Steinbach
  • Männergesangsverein Grünburg-Steinbach
  • Reitverein
  • JVP

Wappen

Blasonierung: In Blau eine goldene Krone mit bunten Steinen, durchsteckt von einem silbernen, gestürzten Schwert und dahinter zwei silbernen, gestürzten, schräggekreuzten Degen.[2] Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.996 Einwohner. 2001 dann 2.029 Einwohner.

Literatur

  • Heinrich Kieweg (Senior): Materialsammlung zur Heimatkunde Steinbach, Steyr. (Drei Bände erschienen). Gemeindeamt, Steinbach an der Steyr 1987–89. [4]
  • Heinrich Kieweg: Hubjäger und Landhuber der Herrschaft Steyr im Amt Molln. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Band 42.1988. Land Oberösterreich, Linz 1988, ISSN 0029-7550, S. 60–63. [5]
  • Heinrich Kieweg: Die Forsthub zu Au in der Steinbacher Pfarre. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Band 43.1989. Land Oberösterreich, Linz 1989, ISSN 0029-7550, S. 122–138. [6]
  • Heinrich Kieweg: Drei alte Sagen über den Ursprung des Messererwappens. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Band 44.1990. Land Oberösterreich, Linz 1990, ISSN 0029-7550, S. 51–57. [7]
  • Heinrich Kieweg: Das ehrsame Handwerk der Zimmerleute in Steinbach an der Steyr. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Band 45.1991. Land Oberösterreich, Linz 1991, ISSN 0029-7550, S. 30–69. [8]
  • Marion Planck: „Alter Pfarrhof“ Steinbach an der Steyr. Gedanken zur architektonischen Umgestaltung und Wiederbelebung In: Oberösterreichische Heimatblätter. Band 46.1992. Land Oberösterreich, Linz 1992, ISSN 0029-7550, S. 360–364. [9]
  • Margit Prömer: Arbeits- und Lebenswelt Steinbach an der Steyr im 20. Jahrhundert. Die Bedeutung der Messerfabrik Pils für die Arbeiter/innen in Steinbach an der Steyr. Diplomarbeit. Universität Graz, Graz 1993. [10]
  • Heinrich Kieweg: Taubenschläge. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Band 50.1996. Land Oberösterreich, Linz 1996, ISSN 0029-7550, S. 320 f. [11]
  • Heinrich Kieweg: Kleindenkmale von Messerern und Steinmetzen in Steinbach an der Steyr. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Band 51.1997. Land Oberösterreich, Linz 1997, ISSN 0029-7550, S. 280 ff. [12]
  • Heinrich Kieweg (Junior), Heinrich Kieweg (Senior): Das ehrsame Handwerk der Messerer, Scharsacher, Klingenschmiede und Schleifer in Steinbach an der Steyr. Von den Anfängen bis um 1800. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Band 52.1998. Land Oberösterreich, Linz 1998, ISSN 0029-7550, S. 77–105.[13]
  • Margit Prömer: Messererzeugung in Steinbach an der Steyr. Eine Wirtschafts- und Sozialgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dissertation. Universität Graz, Graz 1999. [14]
  • Heinrich Kieweg: Rittersitz von Pieslwang. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Band 54.2000. Land Oberösterreich, Linz 2000, ISSN 0029-7550, S. 228 f.[15]
  • Heinrich Kieweg (Junior), Heinrich Kieweg (Senior): Steinbach an der Steyr. 1. Auflage, limitierte Auflage. Gemeinde Steinbach an der Steyr, Steinbach an der Steyr 2005. [16]

Einzelnachweise

  1. Änderung der Postleitzahl am 1. Jänner 2012 auf 4596
  2. a b Kieweg: Drei alte Sagen, S. 52.
  3. Planck: „Alter Pfarrhof“ Steinbach an der Steyr, passim.
  4. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  5. Volltext online (PDF).
  6. Volltext online (PDF).
  7. Volltext online (PDF).
  8. Volltext online (PDF).
  9. Volltext online (PDF).
  10. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  11. Volltext online (PDF).
  12. Volltext online (PDF).
  13. Volltext online (PDF).
  14. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  15. Volltext online (PDF).
  16. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund, Inhaltsverzeichnis online.

Weblinks

 Commons: Steinbach an der Steyr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien