Umhausen

Umhausen
Wappen von Umhausen
Umhausen (Österreich)
Umhausen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Imst
Kfz-Kennzeichen: IM
Fläche: 137,42 km²
Koordinaten: 47° 8′ N, 10° 56′ O47.13972222222210.92751031Koordinaten: 47° 8′ 23″ N, 10° 55′ 39″ O
Höhe: 1031 m ü. A.
Einwohner: 3.100 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 22,56 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6441
Vorwahl: 05255
Gemeindekennziffer: 7 02 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 30
6441 Umhausen
Website: http://www.umhausen.com
Politik
Bürgermeister: Mag. Jakob Wolf (Liste Jakob Wolf - Zukunftsliste Umhausen)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
7 Liste Jakob Wolf - Zukunftsliste Umhausen
2 Wählergemeinschaft für Umhausen
2 Aktive Bauern - Arbeitnehmer - und Tourismusliste
2 Fraktionsliste Tumpen - Mair Anton
1 Gemeinschaftsliste Tumpen/Umhausen - Team Roman Roscic
1 Die Niederthaier Liste
Lage der Gemeinde Umhausen im Bezirk Imst
Arzl im Pitztal Haiming Imst Imsterberg Jerzens Karres Karrösten Längenfeld Mieming Mils bei Imst Mötz Nassereith Obsteig Oetz Rietz Roppen St. Leonhard im Pitztal Sautens Silz Sölden Stams Tarrenz Umhausen Wenns Tirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Umhausen im Bezirk Imst (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Gemeindeamt Umhausen
Gemeindeamt Umhausen
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Umhausen ist eine Gemeinde mit 3100 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Imst (Gerichtsbezirk Silz) , Tirol, Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde Umhausen liegt im Ötztal in einer Talweitung auf dem Murkegel des Horlachbachs, verstreut auf verschiedene Weiler und Dörfer.

Die Ortsteile sind Umhausen, Tumpen, Köfels, Farst, Niederthai und Östen.

Die Nachbargemeinden sind Arzl im Pitztal, Jerzens, Längenfeld, Oetz, Roppen, Sankt Leonhard im Pitztal, Sankt Sigmund im Sellrain, Sautens und Silz.

Köfels-Bergsturz

Eine geologische Besonderheit bietet Köfels: Bei einem drei Milliarden Kubikmeter umfassenden Bergsturz vor etwa 8000 Jahren erfolgte durch Druck und Reibungshitze eine Umwandlung von Gneis zu einem glasigen Gestein, das als Köfelsit bezeichnet wird. Deutlich erkennt man die Bruchflächen am Berg und die Abraumhalde.

Durch den Bergsturz staute sich auch der Horlachbach und es bildete sich später der Stuibenfall im Weiler Niederthai.

Engelswand

Außerhalb des Ortsteils Tumpen, unterhalb von Farst, befindet sich die Engelswand, um die sich mehrere Sagen ranken.[1][2] Ein Teil der Wand dient als touristischer Klettergarten mit über 70 Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden.[3]

Der größte Teil des Felsgürtels oberhalb der beiden Weiler Platzl und Lehn mit der Silikatfelswand und den vorgelagerten Schuttfluren am Fuße der Engelswand ist seit 2008 ein Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 39,8 Hektar.[4] Die kieselhaltigen Schutthalden weisen aufgrund ihrer Exposition viele thermophile Standorte auf. In den Fugen wachsen Strauchgehölze wie die Echte Mehlbeere (Sorbus aria) oder die Gemeine Hasel (Corylus avellana). Aufgrund der vielen Abbruchkanten und Stufen bildet die Wand einen reich gegliederten Lebensraum für Felsenpflanzen. Hier findet man eine Pioniervegetation mit Fetthennen- und Hauswurz-Arten. Auf den Plateaustufen sind Rasenbänder ausgebildet, die vorwiegend aus Blaugräsern (Gattung Sesleria) bestehen. Auch der giftige Sadebaum (Juniperus sabina) kommt hier häufig vor. Die Engelswand zählt zu den Natura-2000-Schutzgebieten.

Geschichte

Umhausen war ein Zentrum des Flachsanbaus, die blaue Flachsblüte im Wappen weist noch darauf hin. Die blaue Woge im Wappen stellt den Stuibenfall dar.

Heute ist die Gemeinde ein zweisaisonaler Fremdenverkehrsort mit einigen Gewerbebetrieben.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Politik

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Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche hl. Vitus in Umhausen Dorf mit Nepomukkapelle und Totenkapelle
  • Pfarrkirche hl. Martin in Tumpen etwas erhöht über dem Talboden mit Friedhofskapelle
  • Kaplaneikirche hl. Antonius von Padua in Niederthei
  • Johann-Nepomuk-Brunnen
  • Expositurkirche Mariä Sieben Schmerzen in Köfels
  • Wallfahrtskirche Maria Schnee in Östen [5]
  • Naturdenkmal Stuibenfall
  • Ötzi-Dorf, am Weg zum Stuibenfall, ein archäologischer Freilichtpark, der die Lebensbedingungen und Lebensweise der damaligen Bewohner im Neolithikum darstellt, 2001 errichtet.
  • Das Larchzieh'n, bei dem ein rund 35 Meter langer Lärchenstamm durch den Ort gezogen wird, ist ein jahrhundertealter Fasnachtsbrauch, der mit mehrjährigem Abstand durchgeführt wird. Das Larchzieh'n fand bis in die 1960er Jahre nur dann statt, wenn kein Junggeselle im Ort geheiratet hatte. Seit 1996 findet das Larchziehen im vier- bis fünfjährigen Abstand (1996, 2000, 2005, 2010) statt.

Radonvorkommen - Kurzentrum Umhausen

In den 1990er-Jahren entdeckte man in Umhausen Vorkommen des radioaktiven Edelgases Radon, die insbesondere durch die Universität Innsbruck wissenschaftlich untersucht wurden. Die Entdeckung erfolgte nach statistischen Untersuchungen, bei denen eine signifikante Häufung von Lungenkrebs in Umhausen festgestellt wurde: Die Zahl der Todesfälle war in den Jahren 1970–1991 etwa viermal so hoch wie im Durchschnitt der Tiroler Bevölkerung. In geschlossenen Räumen wurden extrem hohe Radonkonzentrationen gemessen, der höchste Wert lag im Juli 1992 bei 274.000 Bq/m³, das ist mehr als das Tausendfache des empfohlenen Richtwerts von 200 Bq/m³.[6] Ursache dieser extremen Radonwerte sind geologische Besonderheiten im Schuttkegel des Bergsturzes von Köfels.[7]

Quellen mit radonhaltigem Wasser im Ortsgebiet erfüllen alle Ansprüche an eine Heilquelle für chronisch rheumatische Erkrankungen und schmerzstillende Behandlungen. Ab 2010 entsteht daher in Greit, am südlichen Ortsende, ein Kurzentrum.[8] Die Fertigstellung ist im September 2011 geplant. Das Heilwasservorkommen umfasst ca. 200 Millionen m³ und wird mittels zweier Tiefbrunnen im Ortsteil Neudorf gefördert. Umhausen darf sich in weiterer Folge Bad Umhausen nennen.

Rodelzentrum Grantau, WM 2011

In der Grantau befindet sich seit 1999 das „Bundesleistungszentrum West für das Rodeln auf Naturbahnen“. Jährlich werden auf der 955m langen Strecke Weltcuprennen gefahren. 2011 fand die Naturbahnrodel-Weltmeisterschaft auf der Naturrodelbahn Grantau statt.

Persönlichkeiten

  • Karl Marberger (1910–1995), Kronewirt und Nationalrat
  • Hans Marberger (1917–2002), Urologe und Universitätsprofessor
  • Franz Pizzinini (1910–1974), Maler und Restaurator
  • Adolf Trientl (1817–1897), Priester und Landwirtschaftsberater

Bilder

Weblinks

 Commons: Umhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wie die Engelswand zu ihrem Namen kam: Sage auf Naturpark-Oetztal (PDF)
  2. „Von der Engelswand“ auf Sagen.at
  3. Beschreibung des Klettergartens auf Oetztal.com
  4. Natura 2000-Schutzgebiet: Datenblatt für die Engelswand (PDF)
  5. Dehio Tirol 1980
  6. Radon in Österreich. Lebensministerium (3. August 2012). Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  7. Christian Knapp (1999): Radonproblematik in Umhausen. BRG Imst. Abgerufen am 9. April 2011.
  8. http://archiv.print-gruppe.com/data/3/2009/40/tmp/25_3_2009_40.pdf