Karrösten

Karrösten
Wappen von Karrösten
Karrösten (Österreich)
Karrösten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Imst
Kfz-Kennzeichen: IM
Fläche: 7,91 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 10° 46′ O47.22527777777810.767777777778918Koordinaten: 47° 13′ 31″ N, 10° 46′ 4″ O
Höhe: 918 m ü. A.
Einwohner: 684 (1. Jän. 2012)
Postleitzahl: 6463
Vorwahl: 05412
Gemeindekennziffer: 7 02 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 2
6463 Karrösten
Website: www.karroesten.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Oswald Krabacher (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(11 Mitglieder)
8 ÖVP, 3 SPÖ
Lage der Gemeinde Karrösten im Bezirk Imst
Arzl im Pitztal Haiming Imst Imsterberg Jerzens Karres Karrösten Längenfeld Mieming Mils bei Imst Mötz Nassereith Obsteig Oetz Rietz Roppen St. Leonhard im Pitztal Sautens Silz Sölden Stams Tarrenz Umhausen Wenns Tirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Karrösten im Bezirk Imst (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Karrösten ist eine Gemeinde mit 684 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Imst (Gerichtsbezirk Imst) des Bundeslandes Tirol (Österreich).

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Karrösten liegt im Oberinntal am Südwesthang des Tschirgant, bei der Mündung des Gurgltals in das Inntal. Bereits in der Bronzezeit wurde hier Bergbau betrieben, der im 16. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte. Die Gemeinde bedrohten zahlreiche Naturkatastrophen. Ein Geolehrpfad gibt Auskunft über die Gesteinszusammensetzungen in diesem Gebiet.

An den Hängen gedeiht Obst und Mais sowie auf annähernd 1000 m Seehöhe die höchstgelegene Edelkastanie Nordtirols, welche in den 1960er Jahren zum Naturdenkmal erklärt wurde.

Ortsteile

Nachbargemeinden

Tarrenz
Imst Nachbargemeinden Haiming, Roppen
Arzl im Pitztal Karres

Geschichte

Das Gebiet rund um und in Karrösten war schon in der Bronzezeit (2000 – 800 v. Chr.) besiedelt, da der Ort zwischen dem Fern- und dem Reschenpass liegt und dieser damals oft durchwandert wurde. Bei archäologischen Grabungen, die im Jahre 1972 stattfanden, fand man etliche Urnengräber mit einigen Beigaben. So legte man damals einen Bronzestab, ein Griffzungenmesser und auch ein Griffdornmesser mit in das Grab. Diese Gegenstände sind schätzungsweise mehr als 3000 Jahre alt. Somit wurde belegt, dass zu dieser Zeit hier Menschen lebten.

16 v. Chr. kamen die Römer in das Gebiet, das von den Brenonen (illyrisches Urvolk) bewohnt wurde. Jedoch zogen die Römer weiter und errichteten in Karrösten keine Siedlung. Es wird vermutet, dass durch den heutigen Ort die „Via Claudia“ führte. Durch den Fund eines Ziegelgrabes im Jahre 1872, in dem ein Römer begraben wurde, wird die Annahme ziemlich verstärkt, dass die Römer einmal hier waren. Durch weitere Analysen und Untersuchungen am Grab konnte man auch die Datierung ungefähr feststellen. Es konnte eine römische Münze gefunden werden, die das Bild des römischen Kaisers Augustus zeigt, der im Jahre 14. n. Chr. verstarb. Der illyrische Stamm wurde bis in das 6. Jahrhundert romanisiert. Dann kamen die Baiern in das Oberinntal und zwangen die Römer zu einer Abwanderung.

Die erste urkundliche Erwähnung Karröstens erfolgte im Jahre 1300. In der Ersturkunde ist von einem „Waibel de Aeusten“ die Rede. In den Jahren danach wurde der Ort immer wieder in verschiedenen Aufzeichnungen erwähnt. 1336 schien der Namen „Kerrosten“ in einem Urbar des Stift Stams auf.

Da Karrösten östlich von Imst liegt, hatte man schon sehr früh gute Beziehungen mit der heutigen Bezirksstadt aufgebaut, denn wie andere Gemeinden rund um Imst unterlagen sie dessen Gerichts und deren Pfarre. Anno 1427 hatte der Ort etwa 40 Einwohner.

1582 erwähnte man den Namen Karrösten erstmals im Zusammenhang mit dem Begriff „Gmaind und Nachperschaft“.

Wie auch in fast jeder anderen Gemeinde Tirols spielte der Bergbau in Karrösten eine wichtige Rolle. Am Tschirgant befanden sich zahlreiche Gruben, wo Erz abgebaut wurde. Damals waren ca. 1000 Arbeiter beschäftigt. Als es im Jahre 1532 einen religiösen Knappenaufstand gab, zogen immer mehr Bergleute weg und so musste man gegen Ende des 17. Jahrhunderts den Bergbau einstellen. Die Einnahmen der Gemeinde gingen somit drastisch zurück.

Bis heute hat sich Karrösten zu einem kleinen Ort entwickelt und profitiert hauptsächlich vom Tourismus.

Kirchengeschichte

Einst war die Mutterpfarre Imst für die Pfarre Karrösten zuständig. Etwa im Jahre 1100 stand bereits im heutigen Ort eine Holzkapelle. Wenig später wurde in Karrösten eine größere Filialkirche errichtet, die er Pfarre Karres unterlag.

Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die heutige Nikolauskirche von Bischof Johannes von Brixen eingeweiht. Im Jahre 1741 erhielt die Kirche einen Kreuzweg. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts baute man die Kirche im Rokoko-Stil um.

Viele Jahre später erst erhielt die Pfarre Karrösten einen eigenen Friedhof. Vorher wurden alle Verstorbenen am Friedhof in Karres beerdigt.

Im Jahre 1950 erhob man die Pfarre Karrösten endgültig zur Eigenpfarrei.[1]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sonstiges

Die Gemeinde ist seit 2004 Mitglied im Klimabündnis Tirol.

Weblinks

 Commons: Karrösten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Geschichte Karröstens. In: Chronik von Karrösten, Ortschroniken Bd. 12. Hölzl Sebastian, 1975, abgerufen am 20. Juni 2012.