Wilfried (Sänger)

Wilfried (2008)

Wilfried (* 24. Juni 1950 in Bad Goisern, Oberösterreich, eigentlich Wilfried Scheutz) ist ein österreichischer Sänger. Sein Markenzeichen ist seine markante Rockstimme.

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Karriere

Seine Schulzeit verbrachte er in Bad Goisern und Gmunden. Mit 19 Jahren ging er nach Graz, um zu studieren. Wenig später begann seine musikalische Karriere. 1972 wurde Ziwui Ziwui, eine rockige Neuinterpretation eines Innsbrucker Vogelfängerliedes,[1] Wilfrieds erster österreichweiter Hit. Durch diesen Titel, wie auch unter anderem seine Hardrock-Version des Kufsteinliedes, gilt er als früher Wegbereiter der Neuen Volksmusik. Sein musikalisches Schaffen umfasst allerdings auch zahlreiche andere Genres, von Blues über Rock bis zu eigenwilligen Pop-Songs wie Orange und Highdelbeeren. Seine größten Erfolge, zu denen auch Lauf Hase, lauf zählt, feierte er in den 1970er- und 1980er-Jahren, was ihn zu einem der bekanntesten Vertreter des Austropops macht, von dem er sagte:

Dieser Begriff ist in Wahrheit nur irgendeine Schublade. Der Unterschied zwischen mir und Ambros, zwischen Hubert und Danzer ist doch so groß wie zwischen Lauffen und Kentucky. [2]

Von 1978 bis Mitte 1979 war Wilfried Sänger der Ersten Allgemeine Verunsicherung (EAV). Er ist nicht nur auf dem Debütalbum 1. Allgemeine Verunsicherung zu hören, er war mit der Band auch auf Tour. Da die EAV keinen eigenen Plattenvertrag hatte, wurde das Album über seinen Plattenvertrag bei EMI veröffentlicht. Umgekehrt wurden einige seiner Lieder von Thomas Spitzer von der EAV getextet. Eine Top-Platzierung in den Hitparaden erreichte er Mitte der 1980er mit seinem Lied Südwind.

1988 vertrat er Österreich mit Lisa Mona Lisa beim Grand Prix d’Eurovision de la Chanson. Er erreichte mit 0 Punkten den 21. Platz. Nebenbei betätigte er sich immer wieder als Schauspieler in Theater und Film. So spielte er Anfang der 1990er in der Fernsehserie Die Leute von St. Benedikt die Rolle des Walter Lehner und war Sprecher in Werbespots (z.B. 1987 „Der Unterschied ist Köck“). Viele Auftritte als Schauspieler unter der Regie von Elfriede Ott bei den Maria Enzersdorfer Festspielen folgten.

1996 gründete er die A-cappella-Gruppe 4Xang. Im Frühsommer 2000 startete er gemeinsam mit 4Xang die Jubel, Trubel, Heiserkeit-Tour anlässlich seines 50. Geburtstages. Premiere war traditionellerweise im K.u.K. Hofbeisl in Bad Ischl, da er dort seine ersten musikalischen Gehversuche als Künstler absolviert hatte. 2010, nach 14 Jahren und hunderten Auftritten im gesamten deutschsprachigen Raum, löste sich die Gruppe 4Xang auf. Das letzte Konzert der Jubel, Trubel, Heiserkeit-Tour wurde an seinem 60. Geburtstag 2010 im Pressbaumer Center gegeben.[3]

Wilfried nennt sich nun Wilfried Scheutz[4] und tritt im Duo wahlweise mit Orges Toçe (Gitarre) oder Heinz Jiras (Keyboard) mit den Programmen WillBlues bzw. BuchstabenBlues auf.

2008 erschien sein erstes Buch BuchstabenBlues, in dem er Kurzgeschichten, Gedichte und Lebensweisheiten zusammenfasst, die von einer Foto-Lebensgeschichte begleitet werden.[5]

2009 gründete er die Jazz-Formation „Fathers'n'Sons“, mit Wilfried Scheutz & Hanibal Scheutz (Double Bass) und Gerd Schuller (Keyboard & Schlagzeug).

Anfang 2011 stellte er mit seinem Sohn Hanibal Scheutz eine neue Rock-Band zusammen, die Neue Band, in der auch Orges Toçe (Gitarre), Heinz Jiras (Keyboard), Carlos Barreto-Nespoli (Bass) und Christian Eberle (Schlagzeug) mitwirken. Die Band spielt Hits von Wilfried Scheutz, die von Hanibal Scheutz neu arrangiert und der Neuen Band interpretiert werden. Der erste Auftritt fand beim Grazer Stadtfest im Juni 2011 statt.

2011 setzte er seine Schauspielkarriere fort, in Der Watzmann ruft! übernahm er die Ambros-Rolle des Erzählers.[6]

2009 eröffnete er mit seiner Frau die Gaststätte „Vereinsmeierei“.

Privates

Wilfried ist seit 1982 verheiratet, der gemeinsame Sohn Jovan Hanibal kam 1981 zur Welt. Er spielt den Kontrabass bei 5/8erl in Ehr’n. Die Familie lebt in Pressbaum (Niederösterreich).

Seine Frau wurde 1977 bei der Ersten Allgemeinen Verunsicherung als Sängerin und Kostümschneiderin engagiert. Sie wirkte unter anderem bei der Show Uschi im Glück oder beim Album 1. Allgemeine Verunsicherung mit. 1979 stiegen beide bei der Band aus.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vogelfängerlied aus Innsbruck
  2. 1000 Landsleute: Wilfried Scheutz, Oberösterreichische Nachrichten, 4. Juni 2004
  3. [1]
  4. [2]
  5. Verlag Bibliothek der Provinz, ISBN 978-385252-950-9
  6. Der Watzmann ruft!