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"Sam-Truchn" und "Tragschafel"#

Bild 'kaese_form'

Bild 'butter_drehen'

Liebevoll wird die Butter in Modeln geformt und mit dem Butterradl verziert.

Früher einmal wurden bestimmte Regeln für das zwischenzeitliche Heimbringen der Almerzeugnisse auf den Bauernhof eingehalten. Eine eigene „Sam-Truchn" faßte in einem Fach Schotten, im anderen Butter; der leicht zerbrechende Käse wurde aber in einem Sack vorsichtig auf Heu gelagert. Oft wurde dieses Heimbringen der Almerzeugnisse an überlieferten Bauernfeiertagen, etwa am Joggastag (Jakobstag) oder am Baschtlmätag (Bartholomäus), vorgenommen. Im Ausseerland und im Ennstal brachte noch vor wenigen Jahren die Sennerin selber zwischendurch die Erzeugnisse ihres Fleißes ins Tal hinunter, wobei ein mit Kreuzstichmustern hübsch verziertes Tuch das „Tragschaffl" bedeckte, obenauf lag meist ein Almbuschen aus Almrausch, Kohlröserln und verschiedenen anderen Almpflanzen.

Das beste Fett in den Alpenländern ist zweifellos die aus Alpenmilch erzeugte Butter. Um größere Mengen haltbar zu machen, wird daraus Butterschmalz gewonnen. Es wird nicht auf dem Feuer, sondern im 60 gradigen Wasserbad langsam geschmolzen, so daß alle leicht flüchtigen Fettsäuren erhalten bleiben; dann ist das Butterschmalz wohl das zuträglichste Fett der Bauernküche.




Bilder und Text stammen aus dem Buch: "Die schönsten Almen Österreichs: Brauchtum & Natur - Erwandert und erlebt", H. und W. Senft, Leopold Stocker Verlag, 2009.