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Stahl#

Stahl entsteht aus Eisen durch Reduktion des Kohlenstoffanteils auf unter 1,6 %.

Vorkommen an manganreichem Spateisenstein, Holzkohle und Wasserkraft waren die natürlichen Voraussetzungen für die traditionell gute Qualität des österreichischen Stahls. Mit der Einführung der Floßöfen seit dem 16. Jahrhundert waren eigene Reduktionsverfahren notwendig geworden. Die Stahlsorten aus steirischen und kärntnerischen Frischherden für Werkzeuge, Sensen, Messer, Federn, Draht usw. waren in ganz Europa, in der Levante und in Indien geschätzt. Ein Verfahren zur Veredelung des Frischherdstahls war das Gärben: Mehrere Stäbe werden paketiert und zur Erreichung eines gleichmäßigen Gefüges ausgeschmiedet. Aus England übernommen wurde in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Tiegelgussstahlerzeugung. Zu den besten Kennern der europäischen Stahlmetallurgie im 19. Jahrhundert zählte Peter von Tunner.

Am Beginn der Industrialisierung stand das seit 1830/40 eingeführte Puddelverfahren, das auch die Verwendung der österreichischen Braunkohle ermöglichte.

Voraussetzung für den Übergang von der Schweißstahl- zur Flussstahl- und damit zur Massenstahlerzeugung war das Bessemer-Verfahren. Das erste Bessemer-Stahlwerk ging 1863 in Turrach (Steiermark) in Betrieb. Ab 1870 stand mit dem Siemens-Martin-Ofen ein weiteres Stahlerzeugungsverfahren zur Verfügung. Die industrielle Herstellung von Edelstahl ist untrennbar mit der Innovation des Elektrostahlofens verbunden (erstmals in Österreich 1907 in Judenburg). Spezialstahl erhält durch verschiedene Legierungen besondere Eigenschaften. Zu den wichtigsten Entwicklungen zählen der rostfreie Stahl von Max Mauermann (1913) und der Schnelldrehstahl von Fridolin Reiser (1900).

Die bedeutendste Entwicklung der Massenstahlerzeugung im 20. Jahrhundert nahm ihren Ausgang von Österreich. Nach einigen Versuchsserien gingen 1952 in Linz (VOEST) und 1953 in Donawitz (Oesterreichisch-Alpine Montangesellschaft) die ersten Werke nach dem LD-Verfahren in Betrieb. Im Bereich der Sekundärmetallurgie zur Qualitätsverbesserung von Spezial- und Edelstahl gelangen den Böhler-Werken in Kapfenberg mit der großtechnischen Umsetzung der Pfannenmetallurgie, dem Elektroschlacke-Umschmelz-Verfahren und dem B.E.S.T.-Verfahren zur Behandlung des gegossenen Blocks seit den 60er Jahren beachtliche Erfolge. Ende der 80er Jahre wurde das Corex-Verfahren entwickelt. Aufgrund des Verstaatlichungsgesetzes vom 26. 7. 1946 gehörten jahrzehntelang die großen Stahlunternehmen zur verstaatlichten Industrie.

Erst durch die Privatisierungsmaßnahmen der 90er Jahre erfuhr die österreichische Stahlindustrie eine völlige Neustrukturierung. VOEST-ALPINE STAHL AG, VA Technologie AG.


Rohstahlproduktion in Österreich (in 1000 t)#

  • 1937: 649
  • 1956: 2088
  • 1965: 3221
  • 1970: 4079
  • 1982: 4258
  • 1992: 3953
  • 1997: 5180
  • 2002: 6204
  • 2007: 5758
  • 2013: 7953
  • 2014: 7882
  • 2015: 7693
  • 2016: 7444

Weiterführendes#

Literatur#

  • L. von Bogdandy und W. Krieger, Strukturwandel in der österreichischen Stahlindustrie 1974-1986, in: Berg- und hüttenmännische Monatshefte, 1987
  • Stahlproduktion in Österreich nach Statista (Achtung: Abruf nur über Abonnements bei Statista.)