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Tabakanbau#

Ab zirka 1570 wurde in Österreich Tabakanbau für Heilzwecke betrieben, im Feldbau wurde Tabak in Oberösterreich (Enns) und Niederösterreich (Neumarkt an der Ybbs) anfänglich mit guten Gewinnen (1652-1716) gepflanzt.

Die Monopolisierung des Verkaufs, steuerliche Belastung und Importe ließen den Tabakanbau uninteressant werden. In der Steiermark begann man 1670 mit kleineren Anbauversuchen (Wildon und Mureck), ein intensiverer Tabakanbau entwickelte sich ab 1694 (Fürstenfeld, Feldbach, Fehring).

Die Landstände, die eine Bodenverschlechterung befürchteten, die Konkurrenz des besseren ungarischen Tabaks und staatliche Eingriffe (1680 1. Verbot des Tabakanbaus) verhinderten einen Aufschwung, der Tabakanbau ging ständig zurück und hörte 1825 im Osten Österreichs völlig auf.

Eine Verbesserung brachte kurzfristig die Gründung der 1. Tabakfabrik 1722 in Hainburg. In Vorarlberg wurde von der Mitte des 18. Jahrhunderts an bis etwa 1835 Tabak angebaut (Frastanz). Ende des 19. Jahrhunderts und 1918-39 versuchte man vergeblich, den Tabakanbau wieder zu beleben, Erfolge stellten sich erst nach 1945 ein.

1994 wurden 190,12 ha von 184 Anbauern bestellt, davon entfielen auf die Steiermark 122,05 ha (Bezirk Südoststeiermark), Niederösterreich 35,6 ha (Bezirk Hollabrunn), Burgenland 25,17 ha (Bezirk Oberpullendorf) und Oberösterreich 7,30 ha. 1993 betrug die Erntemenge 393 t, das sind 3 % der Verarbeitungsmenge.

2001 wurden im Rahmen der Erzeugungsgemeinschaft Rohtabak Gen.m.b.H. 115 ha von 78 Anbauern bestellt, der Schwerpunkt des Tabakanbaus in Österreich lag in der Steiermark. Die Austria Tabak war kein Erstverarbeiter mehr und bezog fermentierte Ware.

Bis vor wenigen Jahren förderte die EU den Tabakanbau mit einer Milliarde Euro. 2005-2010 werden 20% der Subventionen dafür verwendet, die Tabakbauern zum Umsteigen auf andere Erzeugnisse zu motivieren. In der Folge gaben 2006 die restlichen 70 Tabakbauern in Österreich ihren Betrieb auf.