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vom 18.04.2018, aktuelle Version,

Allhartsberg

Allhartsberg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Allhartsberg
Allhartsberg (Österreich)
Allhartsberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Amstetten
Kfz-Kennzeichen: AM
Fläche: 21,26 km²
Koordinaten: 48° 2′ N, 14° 47′ O
Höhe: 394 m ü. A.
Einwohner: 2.112 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 99 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3365
Vorwahl: 07448
Gemeindekennziffer: 3 05 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 47
3365 Allhartsberg
Website: www.allhartsberg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Anton Kasser (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
17
4
17  4 
Insgesamt 21 Sitze

Lage der Marktgemeinde Allhartsberg im Bezirk Amstetten
AmstettenArdaggerAschbach-MarktBehambergBiberbachEnnsdorfErnsthofenErtlEuratsfeldFerschnitzHaagHaidershofenHollenstein an der YbbsKematen an der YbbsNeuhofen an der YbbsNeustadtl an der DonauOed-OehlingOpponitzSeitenstettenSonntagbergSt. Georgen am ReithSt. Georgen am YbbsfeldeSt. Pantaleon-ErlaSt. Peter in der AuSt. ValentinStrengbergViehdorfWallsee-SindelburgWeistrachWinklarnWolfsbachYbbsitzZeillernAllhartsbergNiederösterreich Lage der Gemeinde Allhartsberg im Bezirk Amstetten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Allhartsberg ist eine Marktgemeinde mit 2.097 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Amstetten im österreichischen Bundesland Niederösterreich.

Geografie

Allhartsberg liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Marktgemeinde liegt am rechten Ufer der Ybbs und erstreckt sich auf 21,4 km² am Fuße des Sonntagbergs. Der Hauptort mit der Pfarrkirche, dem Gemeindeamt und den Schulen liegt auf einer Seehöhe von 394 m.

Gemeindegliederung

Katastralgemeinden sind: Allhartsberg (17,06 km², 1452 Ew.) und Kröllendorf (4,29 km², 306 Ew.).

Folgende Ortschaften zählen zur Gemeinde (Einwohnerzahlen Stand 1. Jänner 2015[1]):

Katastralgemeinde Allhartsberg:

  • Allhartsberg (inkl. Doppelgraben, Dorf, Ödel, Burgstall) 946 Ew.
  • Angerholz (inkl. Brandstetten, Haag, Hofstetten) 417 Ew.
  • Kühberg (inkl. Hiesbach, Zauch) 281 Ew.
  • Maierhofen (inkl. Aiden, Bichl) 184 Ew.

Katastralgemeinde Kröllendorf:

  • Kröllendorf (inkl. Fohra) 154 Ew.
  • Wallmersdorf 115 Ew.

Geschichte

Das älteste Zeugnis der Geschichte stellt der im Volksmund unter „Türkenhügel“ bekannte, in der Flur Purgstall gelegene Erdwall dar, bei dem es sich um eine bronzezeitliche Abschnittsbefestigung handelt. Die Anlage befindet sich auf einem Plateau zwischen den steilen Abfällen zum Kalkofengraben und zur Ybbs. Grabungen im Jahr 1954 erbrachten Keramik- und Knochenfunde, die dem Ende der Frühbronzezeit sowie der Urnenfelderkultur zugeschrieben wurden.

Der Ort reicht in das 10. Jahrhundert zurück. Der Name scheint erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1116 als Adelhartesperge auf. In diesem Jahr übergibt Bischof Ulrich I. von Passau dem Kloster Seitenstetten die Pfarre Aschbach mit ihren Tochterkirchen, darunter auch Allhartsberg. Graf Gero von Seeburg und Gleiß stattet die Kirche mit Gütern aus. Größere Bedeutung dürfte Marquard von Alhartsperge aus dem Geschlecht der Preuhaven von Steyr gehabt haben. Im 14. Jahrhundert erwarb das Geschlecht derer von Alhartesperch im Tauschweg vom damaligen Herrscher Herzog Leopold die Herrschaft Klingenberg im heutigen Oberösterreich. Allhartsberg wurde nun landesfürstlich und blieb es bis ins 17. Jahrhundert. 1666 kam das Gebiet der heutigen Rotten Allhartsberg und Maierhofen in den Besitz der Grafen Lamberg aus Steyr. 1529 steckten durchziehende Türkenhorden die Kirche und einen Teil des Ortes in Brand. Die protestantische Religion konnte in Allhartsberg Fuß fassen, und eine Zeitlang waren hier evangelische Pfarrer tätig. Am Beginn des 19. Jahrhunderts zogen die Kriegsscharen Napoleons plündernd durch Allhartsberg. Nach 1848 wurde die Ortsgemeinde Allhartsberg errichtet. 1972 wurde im Zuge der Gemeindezusammenlegung die Gemeinde Kröllendorf mit dem Ort Wallmersdorf der Gemeinde Allhartsberg angeschlossen.

Die ehemals größtenteils auf agrarischer Grundlage beruhende Erwerbstätigkeit der Gemeindebevölkerung beruht auch heute noch auf 149 landwirtschaftlichen Betrieben. Zu großer wirtschaftlicher Bedeutung gelangte die Ybbstaler Obstverwertung, die nicht nur im Inland, sondern auch in Europa und Übersee mit ihren Produkten vertreten ist. Die der hl. Katharina geweihte Pfarrkirche in Allhartsberg ist wohl im 11. Jahrhundert gegründet worden und kam 1116 an das Stift Seitenstetten. 1310 wird Alhartsperch erstmals urkundlich als Pfarre genannt, und 1312 wird ein Pfarrer Alexander erwähnt. Bis 1783 gehörten die Wallfahrtskirche auf dem Sonntagberg und die Pfarre Windhag zum Pfarrsprengel. 1932 ist Kematen-Gleiß als eigene Pfarre ausgeschieden. Der spätgotische Kirchenbau zeigt sich in dominierender Hochlage. Die Außenpartie ist durch Strebepfeiler und zweiteilige Spitzbogenfenster gegliedert und wird von einem Nordturm mit steilem Walmdach überragt. Die dreischiffige spätgotische Halle stammt aus dem Jahr 1503, der einjochige netzrippengewölbte Chor hingegen wurde schon um 1420 errichtet. Der wertvolle Hochaltar stand bis 1677 als Hochaltar in der Wallfahrtskirch auf dem Sonntagberg. Der barocke Pfarrhof wurde 1751 fertiggestellt.
Eine kleine spätgotische Kirche, um 1518 erbaut, steht in Wallmersdorf. Sie ist dem hl. Sebastian geweiht.

Das Dorf Chrellindorf (Kröllendorf) wurde bereits 1033 erstmals urkundlich erwähnt. Ein alter Herrschaftssitz ist das Schloss Kröllendorf[2]. Der gut erhaltene Bau dürfte einen frühbarocken Kern enthalten, der im vorigen Jahrhundert umgestaltet worden ist. Die Darstellung Vischers aus 1672 zeigt kaum Übereinstimmungen mit dem heutigen Bau. Im Laufe der Geschichte zählten die Adelsgeschlechter der Wasner, Schirmer, Geyer von Osterburg sowie der Freiherr von Stiebar zu den Besitzern des Gutes.

Die Schule wird erstmals 1736 als Pfarrschule erwähnt und war im Haus Allhartsberg Nr. 10 untergebracht. Im Ortsteil Hiesbach wurde im Gebäude der ehemaligen Volksschule 1976 eine Tagesheimstätte für Behinderte eingerichtet.

Politik

Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 21 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 17, SPÖ 4.

Bürgermeister

Wappen

Blasonierung: „In einem blauen Schild ein silbernes Rad mit goldener Nabe, das in einem schwarzen Bogen läuft und das überragt wird von einem goldenen, zwei belaubte Äste tragendem Baum, der rechts mit einer ebensolchen Birne, links mit einem Apfel behangen ist.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Allhartsberg
  • Allhartsberg ist auf Grund der landschaftlich reizvollen Lage ein ideales Wandergebiet. Ein Rundwanderweg mit über 20 km Länge führt durch das gesamte Gemeindegebiet. Direkt durch Allhartsberg führt auch der Ostarrichi-Königshufenweg.

Wirtschaft

Das wirtschaftliche Zentrum mit dem Lagerhaus und der Raiffeisenbank entwickelte sich im Tal neben der Bahnhaltestelle. In Kröllendorf befinden sich die größeren Betriebe der Gemeinde, die Ybbstaler Fruit Austria GmbH, die Firma Atys Austria GmbH (=mittlerweile Agrana) sowie die Eckes-Granini Austria GmbH. Zur Gemeinde zählt ebenfalls der Ort Wallmersdorf, im Ortsteil Hiesbach befindet sich eine Tagesheimstätte der Lebenshilfe. Die Singgemeinschaft „Cantores Dei“ ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Sie veranstaltet Chorkonzerte, gestaltet Festmessen und gibt jährlich ein großes Chor- Orchesterkonzert in der Basilika Sonntagberg und der Stiftskirche Seitenstetten.

Verkehr

  • Bahn: Der Ortsteil Kröllendorf hat einen Haltepunkt an der Rudolfsbahn.

Literatur

  • Anton Pontesegger: Chronik der Marktgemeinde Allhartsberg. Streiflichter aus der Geschichte der Gemeinde und aus dem Leben ihrer Bewohner. Fakten - Geschichten - Dokumente. Marktgemeinde Allhartsberg, Allhartsberg 2004.
  • Anton Pontesegger: Allhartsberg und sein Bezug zur Eisenstraße. Nach dem Buch 2004 und Unterlagen zum Eisenstraßenbezug. Forschungsarbeit, Allhartsberg 2005 (pdf, eisenstrasse.info).
  Commons: Allhartsberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Jänner 2015 nach Ortschaften
  2. Eintrag über Schloss Kröllendorf auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg