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vom 05.05.2016, aktuelle Version,

Alpen-Mutterwurz

Alpen-Mutterwurz

Alpen-Mutterwurz (Ligusticum mutellina)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Mutterwurz (Ligusticum)
Art: Alpen-Mutterwurz
Wissenschaftlicher Name
Ligusticum mutellina
(L.) Crantz

Die Alpen-Mutterwurz (Mutellina adonidifolia (J. Gay) Gutermann; Syn.: Ligusticum mutellina (L.) Crantz) ist eine Pflanzenart der Familie der Doldenblütler. Nach molekulargenetisch gestützten Daten durch Valiejo-Roman et al. 2006 ist die Gattung Mutellina von der Gattung Ligusticum sowie Pachypleurum zu trennen.[1]

Die Pflanze kommt oft in Alpensagen und Almsegensprüchen vor. Sie besitzt auch viele Volksnamen, z. B. Muttern, Madaun (vgl. Madautal in Lechtaler Alpen!), Mutteli, Mutterkraut, Gamskraut, Bärenfenchel.

Merkmale

Die aromatische duftende mehrjährige Pflanze wird etwa 10 bis 50 cm hoch. Die Blätter sind im Umriss dreieckig jedoch 2 bis 3-fach gefiedert. Die Dolden besitzen keine Hüllblätter und sind 7 bis 15-strahlig.

Zwischen Juni und August erscheinen die weißen bis rosa/roten Blüten.

Der aromatische Duft ist selbst noch im Heu enthalten.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 22.[2]

Nahaufnahme eines Blütenstands
Alpen-Mutterwurz ( Mutellina adonidifolia)

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen sowie die Gebirge Süd- und Mitteleuropas. Als Standort werden frische Böden, Weiderasen, Schneetälchen zwischen 1.100 bis 3000 m bevorzugt. In Mitteleuropa kommt sie vor allem in Salicetea-herbaceae-Gesellschaften vor.[2]

In den Allgäuer Alpen steigt die Art an der Großen Steinscharte bis zu 2250 m Meereshöhe auf.[3]

Verwendung in der Küche

Die Verwendung ist ähnlich frischer Petersilie. Außerdem wird sie zum Würzen von Käse genutzt. Der Extrakt der Wurzel ist fester Bestandteil von zahlreichen Kräuterlikören und -schnäpsen. Auch die als „Bärwurz“ bekannte Spirituose aus dem Bayerischen Wald verdankt bei einigen Herstellern ihr charakteristisches Aroma der Alpen-Mutterwurz und nicht der Bärwurz (Meum athamanticum), wie oft fälschlich behauptet wird.

Futterpflanze

Die Alpen-Mutterwurz gehört zu den besten Futterpflanzen der Alpen. In jungem Zustand ist sie reich an Roheiweiß und Fetten. Für das Vieh ist es eine gute Nahrungs- und Heilpflanze. Sie fördert die Milchleistung und -güte und wirkt im Darm erwärmend, hilft bei Koliken und schützt vor Erkältungen durch nasses Futter.

Volksmedizin

Die intensiv aromatische Wurzel wird in der Volksmedizin bei Blähungen, Verstopfungen, Leber-, Nieren- und Blasenleiden sowie bei zahlreichen Frauenerkrankungen verwendet. Der Absud des Krautes gilt als magenstärkend.

Literatur

Einzelnachweise

  1. C. M. Valiejo-Roman, V. S. Shneyer, T. H. Samigullin, E. I. Terentieva, M. G. Pimenov: An attempt to clarify taxonomic relationships in “Verwandtschaftskreis der Gattung Ligusticum” (Umbelliferae-Apioideae) by molecular analysis. In: Plant Systematics and Evolution. Band 257, Nr. 1–2, 2006, S. 25–43, doi:10.1007/s00606-005-0383-8.
  2. 1 2 Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 717.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004, ISBN 3-930167-61-1.
  Commons: Alpen-Mutterwurz  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


-- Pachl W, Donnerstag, 4. Februar 2016, 17:46