unbekannter Gast
vom 29.12.2018, aktuelle Version,

Ernst Bareuther

Ernst Bareuther, Lithographie von Adolf Dauthage, 1880

Johann Christian Ernst Bareuther (* 19. Januar 1838 in Asch, Böhmen; † 17. August 1905 in Freiburg im Breisgau) war ein böhmisch-österreichischer Rechtsanwalt und Politiker.

Ernst Bareuther wurde als Sohn des Webwarenfabrikanten und Bürgermeister Johann Christian Bareuther (* 1804 in Asch, † 1876 ebenda) und der Sophia geb. Just, Tochter des Oberpfarrers Karl August Just, in Asch geboren. Der Strumpffabrikant Johann Christian Wunderlich war sein Taufpate.

Er studierte Rechtswissenschaften in Prag und Wien mit Promotion zum Dr. jur. und wurde Advokat in Wien. Ab 1871 war er Abgeordneter des Böhmischen Landtags und seit 1873 des österreichischen Reichsrates für den Wahlkreis Eger in Böhmen. Dort setzte er sich für die deutsche Staatssprach ein und für die verfassungsmässige Trennung von Deutschen und Tschechen und war Mitglied der Deutschnationalen Vereinigung des Georg von Schönerer. Er war Mitbegründer des Bundes der Deutschen in Böhmen und des Fortschritts-Club. Von 1882 bis 1885 war er Mitglied im Wiener Gemeinderat und der evangelischen Gemeinde in Wien und Führer in der Los-von-Rom-Bewegung. Er strebte eine engere wirtschaftliche und politische Beziehung zu Deutschland an. Er wurde Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Asch und Eger, dem heutigen Cheb.

Bareuther war Mitglied der Prager Universitäts-Sängerschaft Barden und der Universitätssängerschaft Ghibellinen Wien sowie Ehrenmitglied der Prager Burschenschaft Teutonia.[1]

Er starb in Freiburg, wurde in seine Geburtsstadt Asch überführt und dort 1905 bestattet.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Harald Lönnecker: Von „Ghibellinia geht, Germania kommt!“ bis „Volk will zu Volk!“ – Mentalitäten, Strukturen und Organisationen in der Prager Studentenschaft 1866–1914. In: Sudetendeutsches Archiv München (Hrsg.): Jahrbuch für sudetendeutsche Museen und Archive 1995–2001, München 2001, S. 34–77. Digitalisat (Memento vom 26. November 2004 im Internet Archive) (PDF; 212 kB), S. 12