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vom 25.05.2017, aktuelle Version,

Feistritz an der Gail

Feistritz an der Gail
Wappen Österreichkarte
Wappen von Feistritz an der Gail
Feistritz an der Gail (Österreich)
Feistritz an der Gail
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Villach-Land
Kfz-Kennzeichen: VL
Fläche: 19,32 km²
Koordinaten: 46° 34′ N, 13° 36′ O
Höhe: 570 m ü. A.
Einwohner: 615 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9613
Vorwahl: 0 42 56
Gemeindekennziffer: 2 07 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mehrzweckhaus 100
9613 Feistritz a.d.G.
Website: www.feistritz-gail.at
Politik
Bürgermeister: Dieter Mörtl (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(11 Mitglieder)

7 ÖVP, 3 SPÖ, 1 FPÖ

Lage der Gemeinde Feistritz an der Gail im Bezirk Villach-Land
Arnoldstein Arriach Bad Bleiberg Feistritz an der Gail Feld am See Ferndorf Finkenstein am Faaker See Fresach Hohenthurn Nötsch im Gailtal Paternion Rosegg Sankt Jakob im Rosental Stockenboi Treffen am Ossiacher See Velden am Wörther See Weißenstein Wernberg (Kärnten) Afritz am See Villach Kärnten Lage der Gemeinde Feistritz an der Gail im Bezirk Villach-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Feistritz an der Gail (Slowenisch: Bistrica na Zilji) ist eine Gemeinde mit 615 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Villach-Land in Kärnten.

Geographie

Geographische Lage

Feistritz liegt im Unteren Gailtal nahe dem Dreiländereck Österreich-Italien-Slowenien. Die Gail bildet die nördliche Gemeindegrenze, im Süden reicht das Gemeindegebiet bis auf den Hauptkamm der Karnischen Alpen. Die südöstliche Grenze bildet über weite Strecken der Feistritzgraben.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde und Ortschaft Feistritz an der Gail (Bistrica na Zilji).

Nachbargemeinden

Nötsch
Sankt Stefan im Gailtal Hohenthurn
Malborghetto Valbruna Hohenthurn
Pfarrkirche Heiliger Martin
Blick von Feistritz an der Gail auf Nötsch und den Dobratsch
Quarzkonglomerat-Gesteinsblock und der Dobratsch im Hintergrund
Ritt des Burschen in Gailtaler Tracht auf dem ungesattelten Norikerpferd mit der Eisenkeule in der Hand zum Kufenstechen in Feistritz.
Gailtaler Frauentracht beim Kufenstechen in Feistritz/Gail (2006)

Geschichte

Feistritz wurde 1119 erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Dobratsch-Bergsturz 1348 versumpften die Ackerflächen, sodass sich die Bauern auf die Zucht von Noriker-Pferden spezialisierten. Bis 1849 war das heutige Gemeindegebiet auf sechs Herrschaften aufgeteilt, danach gehörte Feistritz zur Gemeinde Hohenthurn. Von 1906 bis 1973 war Feistritz selbständige Gemeinde, danach bis 1990 wieder Teil von Hohenthurn und wurde 1991 wiederum selbständig.

Bevölkerung

Nach der Volkszählung 2001 ist Feistritz an der Gail mit 661 Einwohnern, von denen 98,3 % die Österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, die kleinste Gemeinde Kärntens. 7,9 % der Bevölkerung gehören der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 94,3 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 2,7 %, ohne religiöses Bekenntnis sind 2,0 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche Hl. Martin, urkundlich 1182 erwähnt, seit 1424 Pfarre, ist ein spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert. Sie liegt auf dem Berg oberhalb des Ortes und ist von dem Friedhof umschlossen.
  • Bekannt ist Feistritz vor allem durch das alljährliche Kirchfest am Pfingstmontag. An diesem Tag wird die Gailtaler Tracht von den unverheirateten Burschen und Mädchen, die älter sind als 15 Jahre, getragen. Nach der Messe in der Kirche und nach dem traditionellen Mittagessen mit der Festtagssuppe findet am Nachmittag erst im Oberfeistritz und dann im Unterfeistritz das Kufenstechen mit Lindentanz statt. Am folgenden Tag treffen sich die Verheirateten des Dorfes in ihrer Erwachsenentracht zur Messe in der Kirche, zum Umtrunk in verschiedenen Häusern und zum Lindentanz.

Quarzkonglomerat - ein Geschenk der Eiszeit

Dieser im Feistritzgraben gefundene, fast 15 Tonnen schwere Gesteinsblock beeindruckt schon allein wegen seiner Größe. Er besteht aus zentimetergroßen Quarzgeröllen, umgeben von einer glimmerreichen Grundmasse. Die Glimmer sind stark verwittert und daher braun gefärbt. Sie und die weißen Quarze geben dem Stein seine einzigartige Struktur. Die Quarze sind vorwiegend gerundet, weswegen der Stein als Quarz-Konglomerat bezeichnet wird.

Neben seiner Schönheit und Größe hat der etwa 310 Millionen Jahre alt Stein noch eine Besonderheit aufzuweisen: sein Vorkommen hier. Denn solche Gesteine kommen nur zwischen dem Plöckenpass und dem Nassfeld vor. Der Feistritzbach kann den Stein also nicht hierher transportiert haben. Es gibt jedoch eine plausible Erklärung.

Während der letzten Eiszeit war das gesamte Gailtal bis in eine Seehöhe von rund 2.000 Metern von einem Gletscher bedeckt. Und ein Gletscher kann im Gegensatz zu Wasser über Pässe und Berge fließen. Er brachte das Quarz-Konglomerat aus den westlichen Karnischen Alpen vor rund 20.000 Jahren in die Gegend von Feistritz.

Wirtschaft und Infrastruktur

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gibt es 20 Arbeitsstätten mit 59 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 199 Auspendler und 23 Einpendler. Es gibt 75 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 9 im Haupterwerb), die zusammen 2.876 ha bewirtschaften (1999).

Die Verkehrserschließung erfolgt über die Gailtal Straße (B 111) sowie die Landesstraßen L 27 und L 27a.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Feistritz hat 11 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Dieter Mörtl (ÖVP).

Wappen

Das Wappen von Feistritz ist an den örtlichen Brauch des Kufenstechens angelehnt und zeigt in einem roten Schild einen goldenen Pfahl mit aufgesetzter Kufe, der schräglinks von einer spitz zulaufenden Keule („koleč“) überdeckt ist. Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 8. Oktober 1992 verliehen, die Fahne ist Rot-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Partnergemeinde

Partnergemeinde von Feistritz an der Gail ist die italienische Gemeinde Malborghetto Valbruna.

Literatur

  • Herbert Michor: Geschichte des Dorfes Feistritz/Gail und Hofchronik. Feistritz-Nötsch 1950/1951.[1]
  • Peter Wiesflecker: Ein Dorf im Schnittpunkt dreier Kulturen. Chronik Feistritz an der Gail. Hrsg. von der Gemeinde, o.J.
  • Peter Wiesflecker:Festschrift: 100 Jahre Pferdezuchtverein K 15 Feistritz an der Gail. Selbstverlag, Feistritz an der Gail 2004.
  Commons: Feistritz an der Gail  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. online als PDF: Teil 1 (190 S.), Teil 2 (119 S.)