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vom 17.09.2019, aktuelle Version,

Günter Praschak (Keramiker)

Günter Praschak (* 30. November 1940 in Wien; † 12. November 2015 in Perchtoldsdorf) war ein österreichischer Keramiker und Hochschullehrer.

Leben und Wirken

Günter Praschak gilt als ein wichtiger Vertreter der Modernen Keramik in Österreich,[1] der auch (als Hochschullehrer an der Kunstuniversität Linz) viele Absolventen beeinflusste und hervorbrachte.

Praschak folgte nach seiner künstlerischen Grundausbildung (1958–1961) an der damaligen Kunstgewerbeschule Wien (heute eingegliedert in die Universität für Angewandte Kunst Wien) dem Ratschlag seines dortigen Professors Robert Obsieger, Keramik auch als Handwerk zu erlernen und absolvierte eine Lehre in der Werkstatt der Keramik-Dynastie von Hans und Franz Eska[2] in München (1961-1962, Gesellenprüfung).

Parallel dazu nahm er am Josef-Hoffmann-Seminar für Keramik[3] in Wien unter der Leitung von Kurt Ohnsorg teil (1962–1963), und arbeitete anschließend von 1964 bis 1969 als Designer und Keramiker bei der Firma Knabstrup Keramiske Industri in Dänemark,[4] wo er auch (ab 1967 gemeinsam mit Waltraud Praschak-Thalhammer) ein eigenes Atelier in deren Fabrik in Kopenhagen betrieb. Hier wurden bis heute bedeutsame Fliesen-Designs und Reliefs[5] sowie Keramik-Objekte bzw. -Serien[6] gestaltet.

Der Künstler erarbeitete damit (und auch später in Linz) Design- und Glasurentwicklungen für Gebrauchsporzellan, sowie Ausführungen von Baukeramiken (Fliesen) für verschiedene österreichische und skandinavische Firmen (u. a. Gmundner Keramik, Knabstrup Keramiske Industri, Dänemark). Er gestaltete auch archäologische Modelle (Tempel) und Rekonstruktionen (antike Brennöfen), insbesondere in Verbindung mit den österreichischen Grabungen in Ägina-Kolonna[7] (Grabungen der Universität Salzburg ab 1966, Mitwirkung Praschak 1973 - 1979).

Günter Praschak folgte dann Herbst 1969 dem Ruf von Kurt Ohnsorg, ihn als Assistent an der damaligen Kunstschule der Stadt Linz beim Aufbau der Meisterklasse Keramik zu unterstützen. Nach dem allzu frühen Freitod Ohnsorgs im Herbst 1970 übernahm er zunächst übergangsweise die Leitung der Lehrkanzel. Ab 1973 hatte er bis zu seiner Emeritierung 2004 eine Professur an der Kunstuniversität Linz inne. Anschließend wirkte er nach seiner Pensionierung bis zu seinem Tod 2015 als freischaffender Künstler in seinem Atelier in Perchtoldsdorf bei Wien.

Der Künstler war zunächst mit der Künstlerin Waltraud Praschak-Thalhammer verheiratet (1968–1988),[8] und lebte zuletzt mit seiner dritten Frau, der Malerin Katja Praschak,[9] in Perchtoldsdorf bei Wien.

Günter Praschak war Mitglied der Künstlervereinigung MAERZ in OÖ. (ab 1972), beim Künstlerhaus Wien (ab 1975) und bei der „Academie Internationale de la Ceramique, Genf (AIC/ IAC)“ (ab 1984).

Preise und Einladungen (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

Personale Ausstellungen

  • 1981 Arbeiten aus Porzellan und Keramik, Galerie Academia, Salzburg (Katalog);
  • 1981 Gefäße, Skulpturen und Objekte, Baukeramik, Modelle und Rekonstruktionen, Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (Katalog);
  • 1982 Tonlandschaft, Keramik Studio, Wien;
  • 1985 Günter Praschak – Gefäße, Skulpturen, Objekte aus Keramik, Galerie der Stadt Stuttgart;
  • 1985 Günter Praschak – Keramik/ Keramische Arbeiten, (1) Museum für Angewandte Kunst Wien, (2) Galerie Unteres Belvedere, Wien (Katalog);
  • 1988 Günter Praschak – Keramik, Galerie Weidan, Schärding;
  • 1989 Günter Praschak – Keramische Arbeiten, Galerie MAERZ, Linz;
  • 1991, 1994 Skulpturen und Gefäße, Galerie Ceramic Arts, Wien;
  • 1992 Günter Praschak: Céramiques, Galerie Leonelli, Lausanne;
  • 1993 Günter Praschak – Keramik, Kammerhofgalerie Gmunden;
  • 1995 Rudolf Leitner-Gründberg und Günter Praschak, Galerie F. Figl, Linz (mit Rudolf Leitner-Gründberg);
  • 1996 Keramik und Skulptur, Galerie an der Stadtmauer, Villach;
  • 1998 Terra Incognita, Galerie Bergerhaus, Gumpoldskirchen;
  • 1999–2000 Skulpturen und Schiffe: (1) Keramikmuseum Westerwald (Höhr-Grenzhausen/BRD), (2) Kunstuniversität Linz (Katalog);
  • 2000 Günter Praschak – Skulpturen, Galerie Kunsttreff Küniglberg, Wien;
  • 2001 Günter Praschak und Lubomir Silar, Galerie „Flora cum Arte“, Tulln (mit Lubomir Silar[11]);
  • 2001 Günter Praschak – Skulpturen, Galerie F. Figl, Linz;
  • 2006 Günter Praschak, Galerie am Markttor, Perchtoldsdorf;
  • 2009 Günter Praschak – Keramik, Galerie KONI, Linz;[12]
  • 2015 Katja und Günter Praschak, Galerie der Goldschmiede „der große bär“, Wien (mit Katja Praschak);
  • 2016 Gegengewicht, Galerie artP.kunstverein, Perchtoldsdorf (posthum, mit Peter Ramsebner, Judith Wagner).

Gruppenausstellungen

Werke in Museen, Sammlungen und im öffentlichen Raum (Auswahl)

Museen

Sammlungen

Werke im öffentlichen Raum

Publikationen

Von Günter Praschak

Über Günter Praschak (Auswahl)

  • Brigitte Lang: Obituary: Professor Günter Praschak, in: New Ceramics, Januar 2016, S. 7.
  • Johannes Parsch: Günter Praschak: Keramiker – Gestalter – Universitätslehrer, in: Neue Keramik : das europäische Keramikmagazin, 10. Jg. (2004) Nr. 4, S. 8–13.
  • Johannes Parsch: Gunter Praschak's Thoughts on Ceramics, in: Ceramics, art and perception (Sydney), Nr. 58, (2004), S. 7–9.
  • Irene Judmayer: Gedanken im Feuer zu Form gebracht, OÖ Nachrichten, 23. Dezember 2000.
  • Brigitta Höpler: Franz Josef Altenburg, Günter Praschak, Anton Raidel, Kurt Spurey: vier österreichische Keramiker, Diplomarbeit, Universität Wien 1994.
  • Peter Gangl: Landeskulturpreis und Talentförderungsprämien für bildende Kunst, in: OÖ Kulturbericht, 28. Februar 1985.
  • Jan Tabor: Ein Alchemist des zeitlosen Geschmacks, In: Kurier, 12. April 1985.
  • Peter Möseneder: Quartett der Könner, in: OÖ Nachrichten, 17. November 1983.
  • Kristian Sotriffer: Die Landschaft des Tons, in: Die Presse, 10. November 1982.
  • Jan Tabor: Verzicht auf Verführung, in: Kurier, 22. März 1981.
  • Bärbl Gläser: Aus dem Raumfahrtofen, in: OÖ Nachrichten, 16. November 1979.
  • Peter Möseneder: Bestechend einfache Idee, in: OÖ Nachrichten, 7. November 1977.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. s. Museum f. Angewandte Kunst Wien (Hg.): Alte und Moderne Kunst, 30. Jg. Nr. 200 (1985), S. 45 auch online (Memento des Originals vom 4. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hauspublikationen.mak.at abgefragt am 25. März 2016.
  2. Hans Eska leitete seit den 30er Jahren eine Keramik-Werkstatt in München. Sein Sohn Franz Eska, später Professor für Keramik an der Akademie der Bildenden Künste München, führte den Betrieb weiter
  3. Infos zum Josef-Hoffmann-Seminar für keramische Gestaltung, abgefragt 27. Januar 2017.
  4. Info zu Günter Praschak als Designer für Knabstrup (Memento des Originals vom 19. Februar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.knabstrup-specialisten.dk, abgefragt 19. Februar 2017.
  5. Fliesen-Designs von Günter Praschak und Waltraud Praschak-Thalhammer (Memento des Originals vom 19. Februar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/knabstrup-specialisten.dk, abgefragt 19. Februar 2017.
  6. Keramik-Figuren und Gefäße von Günter Praschak (Memento des Originals vom 20. Februar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/knabstrup-specialisten.dk, abgefragt 19. Februar 2017.
  7. Infos zu den Grabungen und Funden in Ägina-Kolonna, Griechenland, abgefragt 14. Februar 2017.
  8. Günter Praschak, in: Mitgliederverzeichnis des Künstlerhauses Wien abgefragt am 12. Dezember 2015
  9. Infos zur Künstlerin Katja Praschak, abgefragt 26. Januar 2017.
  10. Homepage und Teilnehmerliste (Memento des Originals vom 6. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tepebasi.bel.tr (auf Türkisch), abgefragt 28. Januar 2017.
  11. Infos zu Lubomir Silar online, abgefragt 12. Februar 2017.
  12. Bericht zur Galerie Kornelia Oberhauser, Linz, abgefragt 29. Januar 2017.
  13. Franz Lipp: Oberösterreichischer Werkbund. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 120, Linz 1975, S. 168 (Bericht zur Ausstellung), PDF auf ZOBODAT.at.
  14. Bericht zur Ausstellung inkl. Günter Praschak, abgefragt 27. Januar 2017.
  15. Praschak in der Kunstsammlung OÖ, abgefragt 29. Januar 2017.
  16. Infos zur Kunstsammlung NÖ, abgefragt 29. Januar 2017.
  17. heute Artothek des Bundes, abgefragt 29. Januar 2017.
  18. Infos zum Haashof Wels und dem Brunnen von Günter Praschak dort (Memento des Originals vom 29. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wels.gv.at, abgefragt 29. Januar 2017.
  19. Online-Katalog, abgefragt 28. Januar 2017.
  20. Mitgliederseite Günter Praschak bei AIC, abgefragt 28. Januar 2017.