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vom 24.07.2017, aktuelle Version,

Josef Wächter

Josef Wächter, 1918/19 auch Josef Freiherr von Wächter (* 29. Dezember 1866 in Hawran, Böhmen; † 31. Oktober 1949 in Wien) war ein österreichischer General und von 7. Oktober 1921 bis 31. Mai 1922 Minister für Heerwesen in den Regierungen Schober I und Schober II.

Oberst Josef Freiherr von Wächter (bei der Verleihung des Maria Theresienordens 1918)

Leben

Wächter, Sohn eines Gutsbesitzers in Nordböhmen, rückte nach Absolvierung der Oberrealschule in Prag 1883 als Einjährig-Freiwilliger ein und wurde Leutnant der Reserve. Ab 1884 studierte er einige Semester am Prager Polytechnikum und an den Universitäten von Bonn und Halle. 1889 schlug er die Offizierslaufbahn ein, 1912 wurde er zum Major der Infanterie befördert.[1]

Seit Mai 1915 Oberstleutnant, wurde Wächter der Kommandant des k.u.k. Böhmischen Infanterieregiments Nr. 88 aus Budweis. Im Ersten Weltkrieg war er im September 1916 an der II. Schlacht bei Brzeżany und Anfang Juli 1917 am Kampf bei Koniuchy führend beteiligt. Für die dort erzielten Erfolge wurde er im August 1918 zum Ritter des Theresienordens ernannt.[1] Damit war auch die Verleihung des Freiherrntitels verbunden. Außerdem wurden ihm im Krieg noch zahlreiche andere Auszeichnungen verliehen, etwa der Orden der Eisernen Krone II. Klasse, das Ritterkreuz des Leopold-Ordens mit Schwertern oder das Eiserne Kreuz II. Klasse.[1]

Anfang 1919 wurde er pensioniert, aber anschließend bald in das neue Bundesheer übernommen.[2]

Nach Ende seiner Offizierslaufbahn war Wächter parteiunabhängiger Minister für Heerwesen in zwei Kabinetten des Bundeskanzlers Johann Schober. Kurz nach Amtsantritt wurde er am 28. Dezember 1921 zum Generalmajor befördert. Am 9. November 1922 erfolgte die Ernennung zum General.[1]

Er war der Vater des führenden österreichischen Nationalsozialisten und SS-Offiziers Otto Wächter.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Wolfgang Kuderna: Die Verleihung des Ritterkreuzes des Militär-Maria Theresien-Ordens an Oberstleutnant Josef Wächter 1918. In: Festschrift Kurt Peball zum 65. Geburtstag. (=Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 43 (1993)), S. 148–155, hier S. 148f.
  2. Peter Broucek (Hrsg.): Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau. Band 2: Minister im Ständestaat und General im OKW. Böhlau, Wien 1983, ISBN 3-205-08743-7, S. 279.