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vom 20.03.2018, aktuelle Version,

Kemeten

Kemeten
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kemeten
Kemeten (Österreich)
Kemeten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 20,66 km²
Koordinaten: 47° 15′ N, 16° 9′ O
Höhe: 305 m ü. A.
Einwohner: 1.478 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 7531
Vorwahl: 03352
Gemeindekennziffer: 1 09 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bachgasse 2
7531 Kemeten
Website: www.kemeten.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Koller (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(19 Mitglieder)
13
4
2
13  4  2 
Insgesamt 19 Sitze

Lage der Gemeinde Kemeten im Bezirk Oberwart
Bad TatzmannsdorfBadersdorfBernsteinDeutsch Schützen-EisenbergGrafenschachenGroßpetersdorfHannersdorfJabingKemetenKohfidischLitzelsdorfLoipersdorf-KitzladenMariasdorfMarkt AllhauMarkt NeuhodisMischendorfNeustift an der LafnitzOberdorf im BurgenlandOberschützenOberwartPinkafeldRechnitzRiedlingsdorfRotenturm an der PinkaSchachendorfSchandorfStadtschlainingUnterkohlstättenUnterwartWeiden bei RechnitzWiesfleckWolfauBurgenland Lage der Gemeinde Kemeten im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Katholische Pfarrkirche Kemeten
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kemeten ist eine Gemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Vaskomját, auf Burgenland-Romani heißt die Ortschaft Kemeta.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Südburgenland am Beginn des Stremtales. Kemeten ist der einzige Ort in der Gemeinde. Es fließen der Strembach, der Burggrabenbach, der Hartelsbach und der Langerwieserbach durch Kemeten.

Die Gemeinde liegt auf ca. 305 m Seehöhe.

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Romani Ortsname
Kemeten Vaskomját Kemeta

Geschichte

Erstmals wurde der Ort Kemeten im Jahre 1475 urkundlich erwähnt. Von kleineren Scharmützeln mit der Oberwarter (Felsőőr) und Unterwarter kleinadeligen Bevölkerung wird um das Jahr 1482 berichtet. Es ging dabei um die exakte Verlegung der Hottergrenze im Streit mit Georg Baumkirchner. Dieser ließ die Kemeter Bevölkerung, nach vorheriger Verdrängung durch die Ober- und Unterwarter, wieder rund zehn Joch (drei Hektar) in Richtung Oberwart roden und bewirtschaften. (Sollte somit der Name „Kraufanger“, der sich auf Rodungsarbeiten bezieht, welche nur als Vorwand zum Fangen einer Krähe gedient haben sollen, bereits auf das Jahre 1482 zurückgehen?) Im Jahre 1496 wurde diesbezüglich in Eisenburg der Prozess gemacht und den Oberwartern wurde vom Richter Peter Vingarti die Rechtmäßigkeit ihrer Grenze bestätigt. Den Oberwartern wurden allerdings im Prozess sehr gute Kontakte zu den Landesrichtern nachgesagt, welche eine einseitige Entscheidung herbeigeführt hätten, dies führte wiederum zu einigen kleineren Sachbeschädigungen der Kemeter in Oberwart und umgekehrt: 32 Kemeter Weingärten wurden ausgehauen und Vieh von den Weiden vertrieben, im Gegenzug in Oberwart und Unterwart Vieh und Getreide geplündert. Die Türkeneinfälle dieser Zeit verwischen wieder die Spuren.

Mehrmals wechselte das Gebiet im 16. und 17. Jahrhundert den Besitzer. Im 18. Jahrhundert zählte Kemeten zu den sogenannten Kontraktdörfern, das heißt, dass diese Dörfer ihre Leistungen aufgrund von mit der Herrschaft geschlossenen Verträgen erbringen mussten. Da Kemeten ein landwirtschaftlich geprägter Ort war, waren auch die Abgaben in Form von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu erbringen.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vaskomját verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Bis zu ihrer Deportation im Jahr 1938 lebten in Kemeten rund 200 Roma. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde mit ihrer Deportation begonnen, die 1941 abgeschlossen war. Sie wurden im Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach interniert oder direkt ins Ghetto Łódź gebracht. Über ihr weiteres Schicksal ist wenig bekannt, allerdings steht fest, dass allein in Auschwitz 47 Roma aus Kemeten ermordet wurden. Nur 5 der 200 Roma kehrten nach dem Krieg wieder nach Kemeten zurück.

Im Oktober 2003 gab es im Gemeinderat einen Antrag auf die Anbringung einer Gedenktafel zur Erinnerung an die ermordeten Roma, der jedoch mit 14 zu 5 Stimmen abgelehnt wurde. Das Abstimmungsergebnis lässt darauf schließen, dass auch mindestens sieben SPÖ-Mandatare gegen die Gedenktafel gestimmt haben, was scharfe Proteste in einigen Medien hervorrief.

Eingemeindungen

Der frühere Gemeindeverbund mit Litzelsdorf (Lódós) wurde in den 1970er Jahren gelöst.

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2017
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,24
(+5,24)
19,22
(-9,79)
10,87
(-0,12)
4,66
(n. k.)





Gemeindeamt Kemeten

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[1] 2012[2] 2007[3] 2002[4] 1997[4]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 672 65,24 13 606 60,00 12 661 62,77 12 776 71,26 14 685 67,09 13
ÖVP 198 19,22 4 293 29,01 5 338 32,10 6 313 28,74 5 336 32,91 6
FPÖ 112 10,87 2 111 10,99 2 54 5,13 1 nicht kandidiert nicht kandidiert
KAA1 48 4,66 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 1396 1447 1461 1395 1337
Wahlbeteiligung 76,93 % 75,12 % 78,85 % 86,09 % 85,86 %
A1 Liste Kemeten Aktiv

Gemeindevorstand

Neben Bürgermeister Wolfgang Koller (SPÖ) und Vizebürgermeister Franz Schiller (SPÖ) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Ronald Goger (ÖVP), Josef Mühl (SPÖ) und Hans-Peter Paul (SPÖ) dem Gemeindevorstand an.[5]

Zum Gemeindekassier wurde Josef Janisch (SPÖ) gewählt.[5]

Bürgermeister

Bürgermeister ist Wolfgang Koller (SPÖ). Nachdem Johann Nussgraber (SPÖ) mit 31. Dezember 2016 nach 24 Jahren seinen Rücktritt als Bürgermeister bekanntgab, wurde in der Sitzung des Gemeinderats am 12. Jänner 2017 Koller, der seit 2007 Gemeindevorstand und seit 2012 Vizebürgermeister war, zum neuen Bürgermeister gewählt.[6] Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 musste sich Koller den Wählern stellen und landete mit 81,02 % einen überragenden Erfolg, bei dem er das Ergebnis seines Vorgängers von 2012 noch um 15,11 % übertraf. Und dies obwohl er mit Roland Goger (ÖVP) und Erich Engl (FPÖ) zwei Mitbewerber hatte, die allerdings über 13,29 % bzw. 5,68 % nicht hinaus kamen.[1]

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Franz Schiller (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.[5]

Leiter des Gemeindeamtes ist Siegfried Pieler.[7]

Wappen

Die burgenländische Landesregierung hat der Gemeinde Kemeten das Wappen am 7. März 1984 verliehen. Die Verleihungsurkunde wurde am 8. Juni 1985 anlässlich der Eröffnung des neu errichteten Gemeindezentrums im Beisein von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger überreicht.

Blasonierung: „Schild gespalten von Gold und Rot. In Gold aus grünem Schildfuß ein grünes Haus wachsend, überhöht von einer roten Sonne; in Rot eine goldene Pflugschar, überhöht von einer goldenen Schöpfkelle.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Denkmalgeschütztes Bauernhaus
  • Katholische Pfarrkirche Kemeten hl. Nikolaus
  • Friedenskreuz, höchste Erhebung der Region
  • Wanderhütte der Naturfreunde
  • Hubertuskapelle der Jägerschaft
  • Saubergkapelle an der Spitze des gleichnamigen Hügels
  • „Weidl“ mit Blick über Kemeten bzw. in das Burggrabental
  • Mariazellerkreuz an der Route der Fußwallfahrer
  • Storchennest beim „Bauer-Lehrer“ vulgo Juri

Persönlichkeiten

  • Alfred Bauer (1930–2004), Klarinettist, Musikarrangeur, Volksmusiker
  • Otto Hörist (* 1934), Dechant, Ehrenkonsitorialrat, Monsignore
  • Emmerich Koller (1920–2007), österreichischer Politiker
  • Fidelis Krautsack (1915–1997), Kapuziner, Missionar, Professor für Biblische Theologie
  • Christoph Krutzler, Schauspieler Volkstheater Wien
  • Dieter Mühl, Autor von Die Roma von Kemeten
  • Johann Paul (1883–1961), Land- und Gastwirt sowie Politiker (Landbund)
  • Herbert Schügerl (* 1948), Künstler, u. a. Entwurf Altarbild und Gemeindewappen

Literatur

Sachbücher

  • Dieter Mühl: Die Roma von Kemeten. Den verschleppten und ermordeten Roma von Kemeten.Edition LexLiszt 12, Oberwart 1999, ISBN 3-901757-11-2.
  • Otto Hörist: 500 Jahre Gemeinde Kemeten. Ein Beitrag zur Geschichte des Ortes und der Pfarre. (Eingereicht als Diplomarbeit für die Verleihung Magister der Theologie)
  • Emmerich Koller: 120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kemeten 1880-2000.

Belletristik

  Commons: Kemeten  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Kemeten 2017 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  2. Land Burgenland: Wahlergebnis Kemeten 2012 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  3. Land Burgenland: Wahlergebnis Kemeten 2007 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  4. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Kemeten 2002 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  5. 1 2 3 Gemeinde Kemeten: Gemeinderat (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  6. meinbezirk.at vom 14. Jänner 2017: Wolfgang Koller ist neuer Bürgermeister in Kemeten (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  7. Gemeinde Kemeten: Gemeindebedienstete (abgerufen am 9. Jänner 2018)