unbekannter Gast
vom 13.01.2018, aktuelle Version,

Krensdorf

Krensdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Krensdorf
Krensdorf (Österreich)
Krensdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 7,77 km²
Koordinaten: 47° 47′ N, 16° 25′ O
Höhe: 193 m ü. A.
Einwohner: 638 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 7031
Vorwahl: 02626
Gemeindekennziffer: 1 06 19
Website: www.krensdorf.at
Politik
Bürgermeister: Karl Izmenyi (ÖVP)
Gemeinderat: (2017)
(13 Mitglieder)
8
5
8  5 
Insgesamt 13 Sitze
Lage der Gemeinde Krensdorf im Bezirk Mattersburg
AntauBad SauerbrunnBaumgartenDraßburgForchtensteinHirmKrensdorfLoipersbachMarzMattersburgNeudörflPöttelsdorfPöttschingRohrbach bei MattersburgSchattendorfSieggrabenSigleßWiesenZemendorf-StötteraBurgenland Lage der Gemeinde Krensdorf im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Krensdorf ist eine Gemeinde im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich. Der ungarische Name der Gemeinde ist Tormafalu, der kroatisch Ortsname ist Kreništof.

Geografie

Die kleine Talsiedlung Krensdorf liegt zwischen den Höhen des Rosalien- und Leithagebirges im Flachgebiet beidseits des Hirmerbaches. Durch die waldreiche Landschaft führen Wander- und Radwanderwege. Die Gemeinde wird vom Edlesbach durchzogen.

Geschichte

Krensdorf (Mitte links) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Krensdorf dann in der Provinz Pannonia.

Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Tormafalu verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen.

Der Ort Krensdorf gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Aufgrund des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes[1] wurde Krensdorf entgegen dem Beschluss des Gemeinderats mit 1. Jänner 1971 mit Sigleß zur Großgemeinde Sigleß zusammengelegt. Als Folge der Zusammenlegung wurde 1971/72 die Volksschule in Krensdorf aufgelassen und das Schulgebäude in einen Kindergartens umgestaltet. Nachdem sich auch in den Folgejahren kein gemeinsames Gemeindeleben entwickelte und ständige Differenzen über den Einsatz der finanziellen Mittel bestanden, wurde am 10. November 1996 eine Volksbefragung betreffend der Gemeindetrennung durchgeführt. Beide Orte sprachen sich klar für die Trennung aus – Krensdorf 238:48 und Sigleß 436:48 Stimmen – weshalb ein Antrag auf Erstellung einer Trennungsverordnung an die Landesregierung erfolgte. Die Landesregierung gab dem Antrag statt, weshalb mit 1. Jänner 1998 die Trennung erfolgte. Als Bürgermeister setzte sich in der Direktwahl Josef Giefing (ÖVP) gegen Gertrude Ofenböck (SPÖ) durch, obwohl die SPÖ die Mehrheit im Gemeinderat hatte. Als Gemeindeamt wurde vorerst ein Haus angemietet. Nach Differenzen um die Errichtung eines neuen Gemeindeamtes musste eine Volksbefragung darüber entscheiden. Giefing trat darauf zurück und in der Bürgermeisterdirektwahl vom 30. April 2000 wurde Ofenböck zur neuen Bürgermeisterin gewählt. 2002 kam es schließlich zum Bau des Gemeindeamts mit sechs Wohnungen und einer Arztordination. Letzter Akt der Trennung von Sigleß war die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft und des Standesamtverbandes.[2][3]

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2017
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
63,71
(+6,74)
36,29
(-6,74)





Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Das 2002 errichtete Gemeindeamt Krensdorf

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 13 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[4] 2012[5] 2007[6] 2002[7] 1998[7]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
ÖVP 295 63,71 8 278 56,97 7 241 53,32 7 190 42,04 6 188 44,98 5
SPÖ 168 36,29 5 210 43,03 6 211 46,68 6 243 53,76 7 214 51,20 6
FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 19 4,20 0 16 3,83 0
Wahlberechtigte 562 546 537 508 475
Wahlbeteiligung 92,70 % 95,24 % 93,11 % 93,11 % 93,26 %

Gemeindevorstand

Neben Bürgermeister Karl Izmenyi (ÖVP) und Vizebürgermeister Gerald Jagschitz (SPÖ) gehört noch der geschäftsführende Gemeinderat Gottfried Sommer (ÖVP) dem Gemeindevorstand an. Gemeindekassierin ist Beate Fröch (ÖVP), zum Umweltgemeinderat wurde Manfred Goldnagel (ÖVP) gewählt.[8]

Bürgermeister

Bürgermeister ist Karl Izmenyi (ÖVP), der sich in der Bürgermeisterdirektwahl 2007 gegen seine Vorgängerin Gertrude Ofenböck (SPÖ), die seit 30. April 2000 der Gemeinde vorstand, durchgesetzt hat.[6] Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 konnte Izmenyi neuerlich 10,09 % zulegen und wurde mit 68,44 % in seinem Amt bestätigt. Er übertraf damit auch das Ergebnis seiner Partei um 4,73 %. Sein Mitbewerber Hubert Michalitsch (SPÖ) kam über 31,56 % nicht hinaus.[4] Michalitsch zog daraus die Konsequenzen und verzichtete auf sein Mandat, weshalb Gerald Jagschitz (SPÖ) in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats zum Vizebürgermeister gewählt wurde.[8]

Die Leitung des Gemeindeamts hat Dagmar Geischnek über.[9]

Chronik der Dorfrichter und Bürgermeister

Dorfrichter
von Jahr bis Jahr Dorfrichter[10]
1570 Thomas Schwarz
1583–1585, 1588 Valentin Bauer
1594 Georg Khöbl
1605, 1609 Jacob Bugel
1622 Georg Moller
1630–1631, 1635 Ulrich Hödl
1647 Paul Eggharth
1655 1664 Bernhard Straus
1703 1707 Martin Staindl
1707 1709 Simon Koch
1709 1713 Georg Strauß
1713 1716 Simon Koch
1716 1723 Andreas Pergauer
1723 1725 Matthias Paur
1732 1734 Matthias Lang
1734 1744 Matthias Paur
1744 1757 Matthias Lang
1757 1769 Matthias Staindl
1769 1776 Georg Morawitz
1776 1777 Andre Obradovic
1777 1788 Matthias Lang (ernannt)
1788 1792 Jakob Schreyer
1792 1793 Geog Schey
1793 1799 Jakob Schreyer
1810 Matthias Puntigam
1815 Stephan Nußbaumer
Dorfrichter
von Jahr bis Jahr Dorfrichter[10]
1817 Matthias Fröch
1831 Andre Mansberger
1847 1852 Kaspar Tschögl
1853 1855 Joseph Morawitz
1856 Matthias Mansberger
1867 Joseph Bergauer
1889 Franz Puntigam
1900 Hermann Jagschitz
1903 1919 Stefan Tschögl
1919 Johann Jagschitz
1920 1921 Stefan Tschögl
Bürgermeister vor der Zusammenlegung
von Jahr bis Jahr Bürgermeister[10]
1921 1931 Richard Tschögl
1931 1936 Franz Alfons
1936 1938 Friedrich Eckhardt
1938 1939 Franz Puntigam
1939 1945 Friedrich Eckhardt
1945 1950 Franz Alfons
1950 1954 Franz Papst
1954 1958 Josef Windisch
1958 1952 Johann Puntigam
1962 1967 Viktor Schiffer
1967 1970 Franz Monsberger
Krensdorf während Zusammenlegung mit Sigleß
von Jahr bis Jahr Bürgermeister[10]
1971 1986 Gottfried Kremsner (SPÖ)
1986 1992 Heinz Henecker (SPÖ)
1992 1997 Josef Kutrovatz (SPÖ)
nach der Trennung
von Jahr bis Jahr Bürgermeister[10]
1998 2000 Josef Giefing (ÖVP)
2000 2007 Gertrude Ofenböck (SPÖ)
seit 2007 Karl Izmenyi (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Röm.-kath. Pfarrkirche mit angeschlossenem Friedhof
Der Hexenhügel ist eine Begräbnisstätte aus der Hallstattzeit
Gedenkstein 750 Jahre Krensdorf
  • Kath. Pfarrkirche Krensdorf hl. Sigismund
  • Sebastianssäule
  • Bildstock, Fischkreuz
  • Dorfmeisterkapelle
  • Johannessäule
  • Pest-/Dreifaltigkeitssäule
  • Hexenhügel Krensdorf[11][12]
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Krensdorfer Kirtag: Der Krensdorfer Kirtag wird am vierten Sonntag nach Ostern begangen. Das „Pflugtragen“ der „Pflugburschen“ ist ein aus dem vorigen Jahrhundert herrührender Brauch. Bei diesem Umzug wird das Modell eines pflügenden Bauern bis zum Gasthaus getragen, wo der feierliche Kirtagstanz stattfindet.
  • Hotterwanderung: die „Hotterwanderung“ findet jährlich statt
  • Fußwallfahrt: weiter findet jährlich eine Fußwallfahrt zur Basilika von Mariazell statt.
Kultur und Vereine

Im Vereinsleben der Gemeinde gibt es eine Freiwillige Feuerwehr und einen Verschönerungsverein sowie die Singgemeinschaft „Multiple Voices“ und die Interessengemeinschaft „IG Kultur transparent“.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Krensdorf: eine Gemeindegeschichte. Gemeinde Sigleß, Sigleß 1982
  Commons: Krensdorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Landesgesetzblatt für das Burgenland 44/1970: Gesetz vom 1. September 1970 über Gebietsänderungen von Gemeinden (Gemeindestrukturverbesserungsgesetz) (pdf-Dokument; abgerufen am 1. Jänner 2018)
  2. Atlas Burgenland: Geschichte von Krensdorf (abgerufen am 6. Dezember 2017)
  3. <Gemeinde Krensdorf: Geschichte – 20. Jahrhundert bis heute (abgerufen am 6. Dezember 2017)
  4. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Krensdorf 2017 (abgerufen am 6. Dezember 2017)
  5. Land Burgenland: Wahlergebnis Krensdorf 2012 (abgerufen am 6. Dezember 2017)
  6. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Krensdorf 2007 (abgerufen am 6. Dezember 2017)
  7. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Krensdorf 2002 (abgerufen am 6. Dezember 2017)
  8. 1 2 Gemeinde Krensdorf: Gemeinderat (abgerufen am 6. Dezember 2017)
  9. Gemeinde Krensdorf: Gemeindeverwaltung (abgerufen am 6. Dezember 2017)
  10. 1 2 3 4 5 „Ortschronik Krensdorf 1232–2002“ S. 167; Hrsg. Gemeinde Krensdorf, 2002 (eingesehen am 11. Dezember 2017)
  11. Krensdorf – Frühe Geschichte auf www.krensdorf.at. Abgerufen am 1. Mai.
  12. Krensdorf – Hexenhügel Krensdorf auf kultur-burgenland.at. Abgerufen am 1. Mai 2017.