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vom 04.06.2017, aktuelle Version,

Antau

Antau
kroatisch Otava
Wappen Österreichkarte
Wappen von Antau
kroatisch Otava
Antau (Österreich)
Antau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 8,74 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 16° 29′ O
Höhe: 189 m ü. A.
Einwohner: 771 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 7042
Vorwahl: 02687
Gemeindekennziffer: 1 06 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 3
7042 Antau
Website: www.antau.gv.at
Politik
Bürgermeister: Adalbert Endl (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(13 Mitglieder)
8
4
1
8  4  1 
Von 13 Sitzen entfallen auf:

Lage der Gemeinde Antau
kroatisch Otava im Bezirk Mattersburg
Antau Bad Sauerbrunn Baumgarten Draßburg Forchtenstein Hirm Krensdorf Loipersbach Marz Mattersburg Neudörfl Pöttelsdorf Pöttsching Rohrbach bei Mattersburg Schattendorf Sieggraben Sigleß Wiesen Zemendorf-Stöttera Burgenland Lage der Gemeinde Antau im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Antau (kroatisch Otava, ungarisch Selegszántó) ist eine Gemeinde mit 771 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich.

Im Ort gibt es zahlreiche Angehörige der burgenlandkroatischen Minderheit.

Geografie

Antau liegt im Wulkatal und direkt an der Wulka, dem einzigen Fluss der in den Neusiedlersee mündet. Antau ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Gemeindegliederung

Antau besteht aus einer einzigen, gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. Ortschaft.

Herkunft des Ortsnamens

Bezeugt ist der Ortsname seit 1245 als Zantho. Eine Urkunde aus dem Jahr 1390 erwähnt die Poss(essio) Zanthou et pratum Nadasreth dictum iuxta fluvium Bulka al(io) nom(ine) Selegh dictum („Besitzung Szántó [Antau] und die Nádásrét genannte Wiese am Fluss Bulka [Wulka], der mit anderem Namen auch Seleg heißt“).[1]

Diese Bezeichnung ist mit dem heutigen ung. Wort szántó „Acker“ zu verbinden. Die Siedlung hat ihren Namen also von der Lage an einem Acker. Die Gegend wurde folglich ursprünglich von Ungarn bewohnt. Wie dies auch bei ursprünglich slawischen Ortsnamen in Ostösterreich zwischen 800 und 1200 üblich war, übernahm man den ungarischen Anlaut /s/ als [ts] ins Deutsche. Später wurde dieser Anlaut mit der bei Ortsnamen häufigen mhd. Präposition ze identifiziert, wodurch als vermeintlich eigentlicher Name nur noch Antau übrig blieb.

Auch der Name der burgenländischen Gemeinde Andau im Seewinkel geht auf denselben Ursprung zurück.

Die ungarische Form des Ortsnamens ist heute, nach der Lage an der Wulka und zur Unterscheidung von Andau im Seewinkel, Selegszántó („Antau an der Wulka“).

Geschichte

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Antau dann in der Provinz Pannonia.

Wie die Herkunft des Ortsnamens zeigt, war der seit 1245 nachgewiesene Ort zunächst von Ungarn besiedelt.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Selegszántó verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

1971 erfolgte der Zusammenschluss mit Hirm, Sitz der neu geschaffenen Gemeinde Hirm-Antau war Hirm. 1991 wurden die beiden Ortsteile wieder getrennt und erneut zwei eigenständige Gemeinden.[2]

Bevölkerungsentwicklung

Nach der Volkszählung 2001 hatte Antau 753 Einwohner, von denen sich 64,9 % zur deutschsprachigen Volksgruppe und 26,2 % zur Volksgruppe der Burgenland-Kroaten bekannten (weitere 3,5 % der Bevölkerung gaben Kroatisch als vorwiegende Umgangssprache an).

Religion

Der Anteil der Bevölkerung, die sich 2001 zur römisch-katholischen Kirche bekannte, betrug 85,1 %. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft war der Islam mit 3,2 %.

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
60,3  %
(-4,7 %p)
26,9  %
(-8,1 %p)
12,8  %
(n. k.)
2007



2012



Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder.

Bürgermeister

Antau:

  • 1945–1950: Johann Kriszanich[3]
  • 1950–1954: Johann Welkovich
  • 1954–1962: Stefan Mangold
  • 1962–1970: Viktor Pohl
  • 1970–1971: Franz Unger

Hirm-Antau (Zusammenschluss):

Antau:

  • 1991–2007: Stefan Jagschich
  • seit 2007: Adalbert Endl[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Antau

Denkmale unter Denkmalschutz[4]:

  • Pest-/Dreifaltigkeitssäule
  • Rittermühle/Kirchenmühle (Wohnhaus, Speicherbau, und Mühlengebäude)
  • Kath. Pfarrkirche hl. Andreas
  • Sebastiansäule
  • Figurenbildstock hl. Antonius von Padua
  • Anna-Kapelle mit Figurenbildstock, Ecce homo und weiterem Figurenbildstock
  • Lourdeskapelle mit Hll. Antonius und Johannes Nepomuk
  • Bildstock, Weißes Kreuz, Wiesengasse
  • Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Antau 2002 mit einer Bronzemedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet.[5]

Persönlichkeiten

Auszeichnungen für die Gemeinde

  • 1991 Jugendfreundlichste Gemeinde
  • 1992 Jugendfreundlichste Gemeinde
  • 2001 Schönste Gemeinde des Burgenlandes
  • 2003 Drittschönste Gemeinde in Europa
Antau (Mitte unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Literatur

  • Franz Migschits: Dorfentwicklung als Zielvorstellung einer naturnahen Kulturlandschaft im Burgenland am Beispiel der Gemeinde Antau. Diplomarbeit, Technische Universität Wien 1993.
  Commons: Antau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dezső Csánky: Magyarország történeti topográfiája a Hunyadiak korában, Budapest 1890.
  2. Atlas Burgenland: Hirm. Abgerufen am 16. Mai 2017.
  3. 1 2 Antau: Politik seit 1945. Abgerufen am 16. Mai 2017.
  4. Bundesdenkmalamt: Burgenland – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. (Stand: 30. Mai 2011)
  5. http://www.blumenbuero.or.at/