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vom 22.05.2018, aktuelle Version,

Oberhart (Gemeinden Sattledt, Steinhaus)

Oberhart (Zerstreute Häuser)
Ortschaft
Oberhart (Gemeinden Sattledt, Steinhaus) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Wels-Land (WL), Oberösterreich
Gerichtsbezirk Wels
Pol. Gemeinde Steinhaus  (KG Steinhaus)
Koordinaten 48° 6′ 1″ N, 14° 2′ 7″ O
Höhe 390 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 128 (2001)
Gebäudestand 43 (2001)
Postleitzahl 4641 Steinhaus
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 13563
Zählsprengel/ -bezirk Steinhaus (41822 000)
mit Matzelsdorf, Siebmaiern, Straß
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS

f0BW

Oberhart ist ein Ort im Traunviertel in Oberösterreich wie auch Ortschaft der Gemeinden Steinhaus und Sattledt im Bezirk Wels-Land.

Geographie

Oberhart (Zerstreute Häuser)
Ortschaft
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Wels-Land (WL), Oberösterreich
Pol. Gemeinde Sattledt  (KG Sattledt I)
Koordinaten(K) 48° 5′ 28″ N, 14° 1′ 39″ O
Höhe 379 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 169 (2001)
Gebäudestand 48 (2001)
Postleitzahl 4642 Sattledt
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 13522
Zählsprengel/ -bezirk Sattledt-Zentralgebiet, Sattledt-Umgebung (41817 X[000,001])
mit Oberhart-Siedlung (30 Adr.), Steinhof
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS;
(K) Koordinate nicht amtlich
f0

Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Nebenboxf0f0BW

Die Streusiedlung befindet sich etwa neun Kilometer südlich von Wels, halbwegs nordöstlich von Sattledt und südlich von Steinhaus. Sie liegt im Traun-Enns-Riedelland, nördlich des Autobahn-Voralpenkreuzes, und erstreckt sich auf vier Kilometer nordsüdlich um die 390 m ü. A. Höhe am Riedel zwischen Aiterbach (bei Wels zur Traun) im Westen, und oberstem Weyerbach (über Weißkirchen bei Haid zur Traun) und obersten Thalbach (bei Thalheim/Wels zur Traun) im Osten.

Die Ortslage umfasst knapp 100 Gebäude mit etwa 300 Einwohnern, je knapp die Hälfte in den beiden Gemeinden. Zum Steinhauser Ortschaftsgebiet gehören neben diversen Einzellagen – Nord nach Süd – die Weiler Matzelsdorf, Straß und Siebmaiern, zur Sattledter Ortschaft die Einzellage Steinhof sowie Oberhart-Siedlung. Letztere ist das Wohngebiet an der Sattledter Straße, mit Waldstraße und Tannenstraße, das mit ca. 30 Adressen den Gutteil der Ortschaft ausmacht, aber schon zur geschlossenen Siedlungseinheit Sattledt (Zählsprengel Sattledt-Zentralgebiet) zählt.[1]

Die Sattledter Straße (L537, Edt bei LambachSteinerkirchen − Sattledt) quert die Ortschaft im Süden, sonst ist sie nur durch Gemeindestraßen und Güterwege erschlossen. Östlich gegen Unterhart verläuft die Pyhrnpassstraße (B138) und die Almtalbahn, westlich unterhalb die Welser Westspange (Innkreis Autobahn A8).

Nachbarorte und -ortschaften
Schörgendorf

Dorf
(bd. Gem. Steinhaus)

Steinhaus (O, Gem. Steinhaus)

Pesendorf (Gem. Steinhaus)
Taxlberg (O, Gem. Steinhaus u. Steiner­kirchen a.d.T.)

Hammersedt (O, Gem. Steiner­kirchen a.d.T.)
Dreiling (Gem. Steiner­kirchen a.d.T.)

Unterhart (O, Gem. Steinhaus u. Sattledt)
Wollsberg (O, Gem. Steiner­kirchen a.d.T.)



Oberaustall (O, Gem. Sattledt u. Steiner­kirchen a.d.T.)
Sattledt (O, Gem. Sattledt)
Harhagen (Gem. Sattledt)


Geschichte

Im Raum ist frühgeschichtliche Besiedlung belegt (Hortfund bei Giering), zur Römerzeit gehört er zum Umland von Ovilava/Wels, Provinz Noricum. Nach dem Hunneneinfall und in der Völkerwanderungszeit geht die Bevölkerung zurück. Der Raum ist als Kulturgrenze zum Slawischen schon im 8. Jahrhundert bairisch besiedelt (Burg Leombach), und gehört zu Stift Kremsmünster (gegr. 777). Während der Ungarneinfälle im frühen 10. Jahrhundert ist er wieder bedroht. Der Ort selbst ist als Flurname im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt (drei Bienenweiden),[2] der Ortsname steht zu hard/t ‚Wald‘ – der Harter Wald umfasste im Mittelalter die ganze Sattledter Gegend, und ist heute nurmehr in Resten etwa im Schachenwald erhalten. Zu der Zeit streiten sich die Grafen von Lambach mit dem Stift Kremsmünster um die Gegend (Vergleich 992/993).[3] 1299 sind dann schon 12 Gehöfte urkundlich.[4]

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend und die Südgrenze des Traungaues zum Ulsburggau bildend,[5] gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Der Ort gehörte in der mittleren Neuzeit zur Pfarre Sipbachzell im Distrikt Kremsmünster,[6] ab 1868 zum neuen Bezirk Wels-Land. Die landestypischen Vierkanter finden sich zahlreich wie schon vor 200 Jahren.

1893 wurde die Bahnstrecke Wels–Sattledt–Rohr, Teil der heutigen Almtalbahn, gebaut (Eröffnung 14. Oktober 1893).

1939 wurde die neue Gemeinde Sattledt eingerichtet (es hatte schon 1851–1874 eine Gemeinde Sattlödt gegeben, die dann zu Kremsmünster kam). Die Nachbargemeinden musste dafür zwangsweise Teile des Gemeindegebiets abtreten, und der Südteil von Oberhart kam per Oktober 1939 zu Sattledt.

Nach jahrzehntelangem Planungsverfahren im Streit um den Natur und Lärmschutz im Aiterbachtal wurde die Welser Westspange 2003 eröffnet.

Bevölkerung und Gebäudestand [4]
Hzgt. Österr. Österr. o.d.Enns
(EHzgt. Österr./Kthm. Österr./
Österr.- Ugrn.)
Bld. Oberösterreich
(Rep. Österr.)
1299 1467 1526 1650 1784 1788 1869 1951 1961 1971 1981 1991 2001
Steinhaus 253 181 144 143 123 112 128
Sattledt ? ? ? ? ? 169
Steinhaus 12 20 29 29 39 35 35 26 32 34 37 41 43
Sattledt ? ? ? ? ? 48

Infrastruktur: Haltestelle Oberhart

Der Ort hat eine eigene Haltestelle der Almtalbahn Wels – Sattledt – Grünau im Almtal (Kurs 153). Hier verkehrt ein ÖBB REX etwa im Stundentakt (ab Sattledt Zwei-Stunden-Takt), mit eingeschobener Verdichtung im Schul- und Berufsverkehr.[7]

Sehenswürdigkeiten

Pestsäule Siebeneichen
  • Pestsäule bei Siebeneichen (Straß, Oberhart 11): Eine spätgotische Säule, wurde der Überlieferung nach 1713 an der Stelle des ehemaligen Pestfriedhofs aufgestellt; steht unter Denkmalschutz
  • Mitterbauern-Kapelle beim Mitterbauerngut zu Straß (Oberhart 8): Barockklassizistischer Bildstock mit Säulen, 1861 errichtet; vermutlich zu Ehren der Hl. Maria[8]

Einzelnachweise

  1. kein ortsüblicher Name, Bezeichnung laut amtlichem Ortsverzeichnis der Statistik Austria
  2. In: Oesterreichischer Imkerbund: Bienenvater, Band 77, S. 73 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Franz Pfeffer: Die Grafschaft im Gebirge. Zur Geschichte des oberösterreichischen Alpenraumes im frühen Mittelalter. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines 101, Abschnitt 1. Traungau und Ulsburggau, S. 196 (ganzer Artikel S. 175–219; landesmuseum.at (PDF) dort S. 21).
  4. 1 2 Kurt Klein (Bearb.): Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Hrsg.: Vienna Institute of Demography [VID] d. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Salzburg Teil 2, Steinhaus: Oberhart , S. 141 (Onlinedokument, Erläuterungen. Suppl.; beide PDF o.D. [aktual.] Klein gibt: „Bis 1788 vielleicht samt dem zur G Sattledt zählenden Ortsteil.“ Das gilt bis 1939 – so auch Bruch der Zeitreihe nach 1869).
    Spezielle Quellenangaben: 1299, 1467: Urbar Stift Kremsmünster. Angabe nach Konrad Schiffmann (Hrsg.): Die mittelalterlichen Stiftsurbare des Erzherzogtums Österreich ob der Enns. Reihe Österr. Urbare III/2/1-4, 1912/15. • 1526, 1650: o.A. • 1784: Erhebungen anlässlich der Pfarrregulierung Josephs II., Diözesanarchiv Linz; nach Heinrich Ferihumer: Die kirchliche Gliederung des Landes ob der Enns im Zeitalter Kaiser Josefs II. Band Forschungen zur Geschichte Oberösterreichs 2, 1952 (dort 1783); auch Rudolf Zinnhobler, Johannes Ebner: 125 oberösterreichische Pfarren feiern ihr 200jähriges Jubiläum. In: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 2/1982/83, 162 ff (dort 1784). • 1788: Josephinisches Lagebuch 1786/90, OÖLA. • 1869: Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im österreichischen Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder. (1871 ff.). • 1951 und später: Österreichisches Statistisches Zentralamt/Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis. (Ergebnisse der Volkszählungen).
  5. Pfeffer: Die Grafschaft im Gebirge., S. 176 (PDF; S. 2).
  6. Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. Dritter Theil: Der Hausruckkreis. Joh. Christ. Quandt, Linz 1830, Distrikts-Kommissariat Kremsmünster, Pfarre Sipachzell, S. 369  (Google eBook). 2. Auflage 1843 (Google Book)
  7. Aktueller Fahrplan (PDF; 40 kB) der ÖBB (Kursbuch 153; oebb.at)
  8. Bernhard Wieser: Kapellen, Marterl und Kreuze in Wels und Umgebung. Zitiert in Mitterbauern Kapelle, Eintrag in Kulturnetz Wels Land.
Vorherige Station Almtalbahn
 R
Nächste Station
Steinhaus bei Wels Bhf. Oberhart Hst. Unterhart Hst.