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vom 27.04.2018, aktuelle Version,

Obermoser (Weingut)

Obermoser um 1900 (links ober dem Stadel-Dach des Untermoser-Hofes)

Das Weingut Obermoser ist ein Weinbauern-Hof in St. Magdalena, einem Weindorf am Rande der Weinstadt Bozen in Südtirol. Das Weingut ist Mitglied der Vereinigung Freie Weinbauern Südtirol; es produziert als Erzeugerabfüllungen vorwiegend die Rotweine St. Magdalener und Lagrein, ergänzt durch den Weißwein aus der Sorte Sauvignon Blanc und der roten Sorte Cabernet, auf einer Rebfläche von rund 4 ha, verteilt auf 4 Einzellagen.[1]

Geschichte

1600 ist der Name Obermoser in St. Magdalena in Kirchenrechnungen erwähnt. Seither gab es mehrere Nennungen und verschiedene Besitzer. 1890 wurde das "Obermoser-Gütl" von Christian J. Rottensteiner gekauft und gelangte somit in den Besitz der heute bewirtschaftenden Familie.[2] Sowohl das Gebäude, wie auch die dazugehörenden Weinrebenflächen waren äußerst bescheiden. Ab 1900 diente das Gebäude u. a. Gymnasiallehrer und Etymologe Georg Kötting aus Kreuznach als Wohndomizil. Im Jahre 1907 kaufte Franz J. C. Rottensteiner, der Sohn Christians, einen Teil der Liegenschaften, welche er 1912 in Erbfolge vom Vater komplett erhielt.[3] 1939 erwarb Franz J.M. (Junior) Rottensteiner in Erbfolge den um Grafenleiten und anderen Gütern gewachsenen Hof, der bis Ende des Zweiten Weltkriegs hochverschuldet war. Dessen Sohn Heinrich F. Rottensteiner erhielt den Hof 1977 übertragen und baute Qualität und Flaschenabfüllung aus, sowie erwirbt Güter in Kaltern. Seit etwa 1997 wird der Weinhof gemeinsam von Heinrich und dessen Sohn Thomas Rottensteiner bewirtschaftet. In den Jahren 2008 bis 2010 wird der Weinhof grundlegend umgebaut.

Lagen

Das ursprüngliche Gut befindet sich in Südlage um den Weinhof Obermoser, früher "Gütl" bezeichnet, auch heute noch komplett für den St. Magdalener reserviert. Durch Pacht und später Kauf von den Bozner Grafen von Toggenburg, kam die südwestlich ausgerichtete "Grafenleiten" hinzu, welche mit der "Rondell"-Lage des Glöggl-Hofes einen Moränenhügel bildet. Eine Hälfte dieser Lage wird seit 1990 als reiner Lagrein vinifiziert, die andere weiterhin als St. Magdalener (ca. 95 % Vernatsch). Eine Erbschaft erschloss die Südlage am "Hörtenberg" an der Grenze zur Gemeinde Ritten, welche im unteren Teil mit Vernatsch und im oberen mit Sauvignon Blanc bepflanzt ist. Diese drei Lagen sind sämtlich im Weindorf St. Magdalena und unter der Aufsicht des Freiwilligen Schutzkonsortiums St. Magdalena. In den 1990ern wurde eine südöstlich ausgerichtete Hanglage in der Unterzone "Putzmauer" in Kaltern erworben. Diese ist mit Lagrein, Cabernet und Vernatsch bepflanzt.

Bewertungen / Referenzen

  • St. Magdalener: Für den Jahrgang 2008 Höchstnoten durch Robert Parker's Wine Advocate und Wein-Plus. Weitere ausgezeichnete Jahrgänge: 2007 (Enogea A. Masnaghetti), 2005 (Wein-Plus), 2002 und 2003 (Merum Selezione). Aus früheren Bewertungen sticht die Verleihung der Goldmedaille für den außerordentlichen Jahrgang 1951 bei der Bozner Weinkost 1952 heraus.
  • Lagrein Riserva: 2009 (Drei Gläser), Höchst-Bewertungungen 2006 & 2007 durch Robert Parker's Wine Advocate.
  • Sauvignon blanc: Jahrgang 2008 Top-Bewertung Robert Parker's Wine Advocate, 2007er Finalist Enogea A. Masnaghetti

Einzelnachweise

  1. Website des Weinguts / Weingüter, zugegriffen am 8. April 2011 & Image-Folder des Weinguts
  2. Richard Staffler: Die Hofnamen von Zwölfmalgreien und Leifers (Bozner Jahrbuch für Geschichte, Kultur und Kunst), Wagner, Innsbruck, 1952
  3. Kaufverträge und Erbfolgebeschluss K.K. Bezirksgericht Bozen

Literatur

  • Andreas März, u. a.: Merum DOC - Die schönsten Weinlandschaften Italiens. Merumpress AG, 2008, ISBN 978-3-03301793-1.
  • Martin Kilchmann: Südtirols Freie Weinbauern. Gelebte Weinkultur in den Alpen. Folio Verlag, Bozen 2009, ISBN 978-3-85256-482-1.