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vom 04.11.2017, aktuelle Version,

Peter Grosser

Peter Grosser
Spielerinformationen
Geburtstag 28. September 1938
Geburtsort München, Deutsches Reich
Größe 173 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station

0000–1956
1956–1958
FC Neuhofen
MTV München 1879
FC Bayern München
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1958–1963
1963–1969
1969–1975
FC Bayern München
TSV 1860 München
SV Austria Salzburg
134 (65)
130 (49)
164 (32)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1957
1957–1958
1958–1965
1965–1966
DFB-Jugendauswahl
Deutschland Amateure
Deutschland B
Deutschland
1 0(0)
3 0(1)
3 0(0)
2 0(0)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1977–1987
1993
SpVgg Unterhaching
SpVgg Unterhaching
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Peter Grosser (* 28. September 1938 in München) ist ein ehemaliger deutscher Fußballnationalspieler und -trainer.

Spielerkarriere

Vereine

Jugendzeit

Grosser begann beim FC Neuhofen mit dem Fußballspielen und setzte es in der Fußballabteilung des MTV München fort, bevor er 1956 in die Jugendabteilung des FC Bayern München wechselte. Ein Jahr später zahlte sich der Wechsel aus, da er zum Jugendnationalspieler reifte und – 1958 in die erste Mannschaft aufrückte.

FC Bayern München

In seiner Premierensaison im Seniorenbereich entwickelte er sich rasch zu einem Ideengeber mit Abschlussqualitäten der sich durch glänzendes Kombinationsvermögen auszeichnete. So absolvierte er 24 von 30 Punktspielen in der Oberliga Süd, der seinerzeit höchsten deutschen Spielklasse, und erzielte mit 15 Toren eine gute Quote, die er mit 18 Toren in 27 Punktspielen in der Folgesaison noch zu übertreffen wusste.

Nach drei weiteren Spielzeiten, in denen er 83 Punktspiele bestritt und 32 Tore erzielte, verließ er die Bayern am Saisonende 1962/63; war doch die Verlockung zu groß, um nicht in der 1963 neu gegründeten höchsten Spielklasse, der Bundesliga zu spielen.

Gegenüber dem FC Bayern München fand der Süddeutsche Meister von 1963, der Stadt- und Ligarivale TSV 1860 München, Aufnahme in diese.

TSV 1860 München

Zum Saisonstart am 24. August 1963, beim 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig, gehörte er zur Startaufstellung und glänzte als Vorlagengeber, des von Rudolf Brunnenmeier in der 17. Minute erzielten Führungstreffers.

Seine ersten beiden Bundesligatore erzielte er am 31. August 1963 (2. Spieltag) beim 3:3-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund mit den Treffern zum 2:2-Ausgleich in der 49. und der 3:2-Führung in der 67. Minute.

Unter dem österreichischen Trainer Max Merkel erlebte er mit der Mannschaft in den sich anschließenden Spielzeiten zahlreiche Erfolge. Höhepunkt dürfte sicherlich der Einzug in das Finale 1965 um den Europapokal der Pokalsieger gegen West Ham United mit Bobby Moore, Martin Peters und Geoff Hurst im Londoner Wembley-Stadion gewesen sein.

Trotz des individuellen Könnens der Mitspieler Rudolf Brunnenmeier, Friedhelm Konietzka, Alfred Heiß, Hans Küppers und Hans Rebele profitierte das Angriffsspiel der „Sechzger“ entscheidend von den Ideen und dem Kombinationsvermögen von Peter Grosser. Bis zum Saisonende 1968/69 absolvierte er für die „Löwen“ 130 Erstligaspiele, in denen er 49 Tore erzielte.

SV Austria Salzburg

Nach elf Fußballerjahren in Deutschland zog es ihn nach Österreich zum Bundesligisten SV Austria Salzburg, für den er bis zu seinem Karriereende 1975 164 Erstligaspiele bestritt und 32 Tore erzielte.

Nationalmannschaft

Als Spieler des FC Bayern München, in deren Jugendabteilung er 1956 gewechselt war, bestritt er auch sein erstes Länderspiel. Er nahm an dem von der UEFA zum fünften Mal ausgetragenen Jugendturnier teil und kam am 18. April 1957 in Madrid beim 1:1-Unentschieden im dritten Gruppenspiel gegen die Auswahl Spaniens an der Seite von Karl-Heinz Schnellinger zu seinem Debüt. Noch im selben Jahr gab er auch sein Debüt in der Amateurnationalmannschaft, die am 12. Oktober im Londoner Stadtteil Ilford mit 3:2 gegen die Auswahl Englands gewann. Am 4. und 7. Mai 1958 bestritt er zwei weitere Einsätze in dieser Auswahlmannschaft. In Le Mans verlor er mit der Mannschaft mit 2:4 gegen die Auswahl Frankreichs und in Gelsenkirchen erzielte er beim 5:1-Sieg gegen die Auswahl von Curaçao sein erstes Länderspieltor.

Am 22. Oktober 1958 wurde er von Bundestrainer Sepp Herberger für die B-Nationalmannschaft berücksichtigt und in Karlsruhe beim 1:0-Sieg gegen die Auswahl Österreichs eingesetzt; so auch am 8. November 1959 in Saarbrücken beim 2:1-Sieg gegen die Auswahl Ungarns.

Zu Länderspieleinsätzen in der A-Nationalmannschaft reichte es nicht. Der gestrenge Herr von Hohensachsen monierte die fehlende Konstanz der Leistung von Grosser. „Einen wie ihn könnte ich immer gebrauchen, doch man weiß bei ihm nie, wann er gerade in Form ist.“, soll Herberger mal über Grosser gesagt haben.

Nachdem Grosser (mittlerweile Spieler des TSV 1860 München) auch unter Herbergers Nachfolger Helmut Schön zunächst noch ein weiteres B-Länderspiel absolvierte, das am 1. September 1965 in Köln mit 3:0 gegen die Auswahl der Sowjetunion gewonnen wurde, kam er ausgerechnet beim entscheidenden WM-Qualifikationsspiel am 26. September 1965 in Stockholm, beim 2:1-Sieg gegen die Auswahl Schwedens, zu seinem ersten A-Länderspiel. Er war es schließlich auch, der die – von Uwe Seeler zum 2:1-Siegtreffer verwertete – Vorlage gegeben hatte und somit das gegebene Vertrauen bestätigen konnte. Mit Franz Beckenbauer gab an diesem Tage aber noch ein anderer Münchener seinen erfolgreichen Einstand in der A-Nationalmannschaft. Sein zweites, zugleich letztes Länderspiel für diese Auswahlmannschaft, bestritt er am 7. Mai 1966, unmittelbar vor der Weltmeisterschaft 1966 in England, beim 2:0-Sieg gegen die Auswahl Nordirlands in Belfast. Zu seiner persönlichen Enttäuschung, aber auch dem Unverständnis vieler Fußballexperten, wurde er dann nicht für dieses Turnier nominiert.

Erfolge

Trainerkarriere

In den Jahren 1974 bis 1982 war er als Jugendtrainer beim Münchner TSV Forstenried aktiv, wo er seine Fähigkeiten an seinen Sohn und die von ihm betreuten jungen Spieler weitervermitteln konnte. Mehr als ein halbes Dutzend seiner Schützlinge aus dem TSV Forstenried sind ihm im Alter von 18 Jahren zur SpVgg Unterhaching gefolgt.

Er betreute von 1977 bis 1987 die SpVgg Unterhaching die er aus der Bezirksklasse bis in die drittklassige Amateurliga Bayern führte. Am Saisonende 1992/93 kehrte er noch einmal auf die Unterhachinger Trainerbank zurück als er als Nachfolger von Rainer Adrion dem Verein einen Platz in der Südstaffel der zweiten Bundesliga sichern sollte der für die Teilnahme an der in der Folgesaison wieder eingleisigen zweiten Bundesliga Bundesliga ausreicht. Es reichte aber nur zum 18. Platz in der 24er Liga einen Platz und einen Punkt hinter dem qualifizierenden 17. Rang.

1987/88 führte er auch den SV Türk Gücü München in die Amateurliga Bayern und in der ersten Saison dort auf den sechsten Platz; das war auch das Jahr in dem Unterhaching erstmals in die zweite Bundesliga aufstieg.

Sonstiges

Von 1990 bis 2011 war Peter Grosser Vizepräsident der SpVgg Unterhaching.

Peter Grossers Sohn Thomas (1965–2008) war ebenfalls Profi-Fußballspieler; er starb mit 42 Jahren im Februar 2008 während eines Hallentrainings in Unterhaching. Sein zweiter Sohn Peter starb bereits 1979 im Alter von 19 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

Literatur

  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball-Nationalspieler. Das Lexikon; Sportverlag Berlin 1997; ISBN 3-328-00749-0
  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball. Das Lexikon; Sportverlag Berlin 2000; ISBN 3-328-00857-8
  • Matthias Kropp: Triumphe im Europapokal. Die Spiele der bundesdeutschen Klubs seit 1955; AGON 1996, ISBN 3-928562-75-4
  • Heiko Buschmann, Ulrich Homann : 35 Jahre Bundesliga, Band 1: Die Gründerjahre 1963–1975; Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs, 3; Kassel: Agon, 1998; ISBN 3-89784-132-0