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vom 29.05.2018, aktuelle Version,

Pfarrkirche Hallein

Kath. Dekanatskirche hl. Antonius Eremit in Hallein
vom Langhaus zum Chor
vom Langhaus zur Empore

Die römisch-katholische Dekanatspfarrkirche Hallein steht im Ort Hallein in der Stadtgemeinde Hallein im Bezirk Hallein im Land Salzburg. Die Pfarrkirche zu den hll. Antonius Eremit und Hieronymus gehört zum Dekanat Hallein in der Erzdiözese Salzburg. Das Patrozinium wird am Antoniustag, dem 17. Jänner, gefeiert.[1] Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Eine Kirche wurde 1347 urkundlich genannt. Der gotische Chor stammt vom mittelalterlichen Kirchenbau. Bis 1533 war die Kirche dem Stift St. Peter inkorporiert. Von 1769 bis 1775 wurde das Langhaus nach den Plänen des Architekten Wolfgang Hagenauer neu erbaut. Die Kirche wurde 1800 geweiht. 1943 war ein Kirchenbrand. Die Kirche wurde 1953/1954 restauriert. Der im Kern romanische Turm ist nach dem Brand 1943 im Jahr 1945 eingestürzt. Der Neubau des Turmes erfolgte 1965 nach den Plänen des Architekten Jakob Adlhart.

Architektur

Der einschiffige klassizistische Saalbau mit einem gotischen Chor hat einen Nordturm der Moderne.

Ausstattung

Der Hochaltar von 1799 mit einem Marmor-Aufbau baute Johann Anton Högler. Das Hochaltarblatt Anbetung der Hirten malte Andreas Nesselthaler. Die seitlichen Konsolfiguren Antonius Eremit und Hieronymus schuf Franz Xaver Nißl. Der Tabernakel ist von 1880. Die Seitenaltäre mit Marmoraufbauten schuf Johann Doppler (um 1790).

Gruber-Orgel

Kaseïnanstrich in Ultramarin + Zifferblatt. Inschrift:
Laudate Eum [in] Chordis & Organo [2]

Die Orgel wurde 1704 geschaffen und stammte wahrscheinlich von Christoph Egedacher. Das Gehäuse fertigte der Halleiner Tischler Jacob Daigl um 80 Gulden, 1707 wurden Gehäuse und Schleierbretter vergoldet.[3] Sie hatte 13 Register auf zwei Manualen und Pedal, wie bei den meisten Orgeln Egedachers war das Zifferblatt einer Uhr Bestandteil des Orgelprospektes. 1837 erweiterte Karl Mauracher die Orgel auf 19 Register, wobei er allein für das Hauptwerk zehn Stimmen vorsah. Für das Positiv reichte allerdings das Geld nicht mehr aus und er erneuerte nur die „wurmstichige Flöte“.[4] Franz Xaver Gruber war ab 1833 Regens chori und Organist an der Stadtpfarrkirche Hallein und verfolgte, „seit längerer Zeit schon die Gebrechen der Orgel bemerkend“, einen Umbau nach seinen Intentionen. Er wandte sich u. a. an Matthäus Mauracher, der eine neue Orgel schuf, Gruber erlebte deren Fertigstellung 1864 nicht mehr.
Die Matthäus-Mauracher-Orgel wurde 1962/63 durch die Firma Dreher & Rheinisch umfassend verändert und mit einer elektropneumatischen Traktur ausgestattet. Sie soll bis 2018 durch einen Neubau der Fa. Rieger ersetzt werden.

Siehe: Gruber Orgel, aufgerufen am 9. Mai 2017.

Chororgel

Die Kirche besaß auch eine Chororgel, Franz Xaver Gruber schrieb 1870: „Im Presbyterium steht ein Positv mit 4 Registern.[5] Das Positiv wurde 1879 von Dechant (1872–1903) Johann Bap. Moser um 50 Gulden nach Scheffau verkauft.[6]

Literatur

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Salzburg 1986. Hallein, Dekanatskirche hl. Antonius Eremit, Dechanthof, S. 141–143.
  • Österreichische Kunsttopographie 20. Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute der Bundesdenkmalamtes, Wien / Augsburg / Köln 1927.
  • Franz Xaver Gruber: Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung. Ein Beitrag zur Heimatkunde, Salzburg: Verlag von M. Glonner (Duyle’sche Buchhandlung am Mozartplatz) 1870.
  • Gerhard Walterskirchen: „… WEIL DER ORGANIST DOCH IMMER AM BESTEN VERSTEHT, WAS SEIN BEDARF IST“. EIN UNBEKANNTES ORGELGUTACHTEN VON FRANZ XAVER GRUBER, in: De Editione Musices. Festschrift Gerhard Croll zum 65. Geburtstag, hrsg. von Wolfgang Gratzer und Andrea Lindmayr, Salzburg 1992, S. 339–347.
  Commons: Stadtpfarrkirche St. Anton (Hallein)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 187
  2. Preist ihn mit Saiten- und Orgel-[Spiel]; Aus dem vierten Vers von Psalm 150.
  3. Österreichische Kunsttopographie 20: Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Wien / Augsburg / Köln 1927, S. 88.
  4. Walterskirchen: „… WEIL DER ORGANIST DOCH IMMER AM BESTEN VERSTEHT, WAS SEIN BEDARF IST“, Salzburg 1992, S. 340.
  5. Franz Xaver Gruber: Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung, Salzburg 1870, S. 64.
  6. Der Gollinger Pfarrer (1879–1885) Franz Xaver Lechner bat das Konsistorium: „Laut gütigster Mittheilung von Seiten [...] des Dechants von Hallein Johann B. Moser wäre die dort sich befindliche kleine Orgel durch Ankauf von 50 fl zu empfangen und nach Angaben entsprechend für eine kleine Kirche. Da in der filialkirche zu Scheffau, die bestehende Orgel recht schadhaft, fast unbrauchbar wird und auf jeden Fall deren Renovierung für das Vermögen der armen Kirche kostspielig würde, so möchte gehorsamst gefertigte f. e. Kirchenverwaltung [...]“. Das Ansuchen wurde mit Schreiben vom 19. August 1879 bewilligt; AES: Golling, Kasten 6, Fach 104, Faszikel 2 (Kopie aus Oeconomica 6/102).