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vom 08.05.2017, aktuelle Version,

Pro Juventute (Österreich)

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Österreichkarte Pro Juventute (Österreich)

Pro Juventute ist eine österreichische Kinder- und Jugendhilfsorganisation. Der Verwaltungssitz der privaten und unabhängigen Organisation befindet sich in Salzburg. Sie finanziert sich über Spenden und öffentliche Gelder und trägt seit 2002 das Österreichisches Spendengütesiegel. Das Kontrollorgan des Vereins Pro Juventute ist das Kuratorium. Es übt eine aufsichtsratsähnliche Funktion aus. Seit der Gründung 1947 konnte bereits über 5000 Kindern geholfen werden. Aktuell leben 308 Kinder und Jugendliche in 31 pädagogisch betreuten Wohnhäusern. (Stand 05/2017)

Geschichte

Aus Anlass der großen Not der Kriegswaisen am Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte 1947 die Gründung des Vereins in Salzburg als Erste Österreichische Kinderdorfvereinigung durch die Ehepaare Schubert, Maislinger und Walla. Zweck des Vereins sollte die Errichtung eines Kinderdorfes nach Vorbild des Pestalozzidorfes sein, in dem es den Kindern ermöglicht wird, bis zum Erreichen der Selbständigkeit in einer familienähnlichen Gruppe aufzuwachsen.[1][2] Ab etwa 1950 kam das Pro Juventute (lat. „Für die Jugend“) hinzu, welches schnell zum Hauptnamen wurde.

Von 1948 bis Juni 2005 wurden Karten für Ballon- und Luftschiffpost aufgelegt. Mit dem Kauf der Belege unter dem Motto „Sammler helfen Kindern“ konnten in- und ausländische Philatelisten die Organisation unterstützen. Es wurde eingestellt, da durch den Rückgang der Verkäufe der Aufwand höher als die Einkünfte gewesen wären. Von 1950 bis 1955 entstanden im steirischen Rottenmann die ersten vier Pro Juventute-Häuser für ebenso viele Großfamilien. Die Kinder wurden von freiwilligen, ehrenamtlichen Pflegeeltern betreut.

  • 1950 Umbenennung des Vereins in „Österreichische Kinderdorfvereinigung (Pro Juventute)“, um der Verwechslung mit der Schweizer Pro Juventute vorzubeugen.
  • 1955 Im steirischen Rottenmann entstehen bis 1955 die ersten 4 Großfamilienhäuser. Die Betreuung übernehmen ehrenamtliche Pflegeeltern, die mit den eigenen Kindern und den Pflegekindern in einem Haus der Pro Juventute leben. Im Laufe der nächsten 35 Jahre bis 1990 wurde die Idee eines „Großfamilienhauses“ in vielen österreichischen Gemeinden umgesetzt. 27 Pro Juventute-Einrichtungen wurden in diesem Zeitraum eröffnet und bezogen. Inzwischen sind die eigentlichen Kriegswaisen versorgt und es gilt immer mehr „Sozialwaisen“ unterzubringen.
  • 1956 Namensänderung in „Österreichische Pro Juventute Kinderdorfvereinigung“.
  • Von 1990 bis 2000 erfolgt eine Erweiterung der Organisationsschwerpunkte um Beratung und Tagesbetreuung. Beratung für Familien und Kinder wurde zu einem festen Bestandteil des Pro Juventute-Angebots. Beratungsstätten und Tageseinrichtungen wurden eröffnet.
  • 1990 Eröffnung der ersten sozialpädagogischen Jugendwohngemeinschaft in Rehhof bei Salzburg.
  • 1993 Anstellung der Pflegemütter bzw. -Väter, der Ehepartner geht seiner bisherigen Berufstätigkeit nach: Die Familienwohngruppe entsteht.
  • 1994 Erste Kindertagesbetreuung nach dem Modell Altersgemischte Kindergruppe (MAK) in Salzburg; es folgen MAKs in Obertrum, Radstadt und Laa/Thaya.
  • 1995 Pro Juventute übernimmt die Ausbildung für alle Pflege- und Adoptiveltern im Land Salzburg.
  • 2002 Verleihung des Österreichischen Spendengütesiegels.
  • 2005 Erste tiergestützte Wohngemeinschaft in Laa an der Thaya/Niederösterreich
  • 2007 Eröffnung der sozial-pädagogischen Wohngemeinschaft für 9 Kinder und Jugendliche im steirischen Johnsbach.
  • 2008 Eröffnung Pro Juventute Sonnweg in Arnfels/Steiermark für 13 Kinder. Neueröffnung Pro Juventute in St. Leonhard am Forst/Niederösterreich für 8 Kinder.
  • 2009 Erweiterung von Pro Juventute Mikado Kirchbichl/Tirol um eine Jugendwohngruppe für 5 Jugendliche. In der neuen sozialpädagogischen Wohngemeinschaft Golling bei Salzburg werden im Dezember weitere 8 Kinder aufgenommen.
  • 2010 Start des Projekts „Pro Juventute Mobile Jugendarbeit“ in Klosterneuburg/NÖ.
  • 2011 Eröffnung der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft Bruck/Leitha in Niederösterreich, ErLe Sandl/Oberösterreich und Fehring/Steiermark.
  • 2012 Der Fortbildungsbereich Pro Juventute Akademie startet mit einem umfangreichen Programm an Seminaren und Tagungen; ein Schwerpunkt ist die laufende Fortbildung der Mitarbeiter.
  • 2013 In Brixlegg/Tirol entsteht ein neues Kinder- und Jugendwohnhaus und damit weitere 9 Betreuungsplätze: Die erste intensivbetreute sozialpädagogische Wohngemeinschaft PASO wird in Hallein/Salzburg eröffnet: Hier werden 6 junge Menschen im Alter von 12 bis 16 Jahren betreut.
  • 2014 Start mit BEWO (Betreutes Wohnen) mit 6 Wohnungen in Stadt und Land Salzburg. Die Jugendlichen leben allein in einer Wohnung von Pro Juventute und werden von einer sozialpädagogisch ausgebildeten Fachkraft individuell betreut.
  • 2015 Erweiterung des Angebotes Mobile Jugendarbeit Klosterneuburg/Niederösterreich um eine Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene: BEWO Salzburg wird um eine Wohnung für 2 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Stadt Salzburg erweitert. Mit BEWO Liezen wird das Angebot an betreutem Wohnen in der Steiermark vergrößert: Es stehen 7 Plätze für Jugendliche in Wohnungen zur Verfügung sowie 1 Wohnung für eine junge Familie.
  • 2016 Neues Projekt Pro Juventute Mobil in Hall/Tirol: Die Familienbetreuung kommt zu jenen Familien nach Hause, die Hilfe brauchen, weil sie sich in einer schwierigen Situation befinden, die sie alleine nicht mehr bewältigen können. BEWO Salzburg erweitert sein Angebot: Aktuell stehen 10 BEWO-Plätze zur Verfügung, davon sind 5 Plätze in der Stadt Salzburg, 1 Platz in Hallein, 2 Plätze in Kaprun und je 1 Platz in Schüttdorf und Zell am See. Pro Juventute Übergangswohnen für Kids in der Stadt Salzburg nimmt im September seinen Betrieb auf. In der Kriseneinrichtung ist Platz für 4 Kinder von 6 bis 12 Jahren.
  • 2017 70-Jahr-Jubiläum der Pro Juventute. Eröffnung der ersten intensiv betreuten sozialpädagogischen Wohngemeinschaft für Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren in Salzburg: In der Pro Juventute E. Baumgartnerstraße werden ab März 6 Kinder betreut. Pro Juventute Flexible Hilfen in Liezen/Steiermark geht in Betrieb. Pro Juventute Mobil in Tirol wird um eine Außenstelle in Kirchberg erweitert.

Zusammenarbeit und Partner

Die Organisation arbeitet inzwischen mit mehreren Partnern intensiv zusammen. Dazu zählen vor allem:

Einzelnachweise

  1. Österreichisches Forschungsinstitut für Wirtschaft und Politik (Hg.): Berichte und Informationen, Bände 76-100, ohne Paginierung
  2. Universitas, Band 3, Ausgaben 1-6, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1948, S. 252