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vom 21.09.2018, aktuelle Version,

Regionalwahlkreis Hausruckviertel

Wahlkreis 4C: Hausruckviertel
Staat Österreich
Bundesland Oberösterreich
Wahlkreisnummer 4C
Anzahl der Mandate 6
Wahlberechtigte 272.358 (2017)[1]
Wahlbeteiligung 82,1 %[1]
Wahldatum 15. Oktober 2017
Abgeordnete

Der Regionalwahlkreis Hausruckviertel (Wahlkreis 4C) ist ein Regionalwahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umschließt die politischen Bezirke Eferding, Grieskirchen, Vöcklabruck, Wels-Land sowie die Stadt Wels und entspricht in seinem Umfang damit dem Landtagswahlkreis Hausruckviertel. Bei der letzten Nationalratswahl 2017 waren im Regionalwahlkreis Hausruckviertel 272.358 Personen wahlberechtigt, womit das Hausruckviertel der Wahlkreis mit der höchsten Zahl an Wahlberechtigten war. Bei der Wahl ging die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 31,4 % als stärkste Partei hervor. Von den sechs vergebenen Grundmandaten entfielen je zwei auf die ÖVP, die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) und die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ).

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet von Oberösterreich mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung sechs Wahlkreise geschaffen, wobei bereits zu dieser Zeit ein Wahlkreis mit dem Namen Hausruckviertel gebildet wurde. Dieser Wahlkreis (zunächst Wahlkreis 15, ab 1923 Wahlkreis 14) umfasste das Gebiet der Gerichtsbezirke Eferding, Frankenmarkt, Grieskirchen, Haag am Hausruck, Lambach, Mondsee, Peuerbach, Schwanenstadt, Vöcklabruck, Waizenkirchen und Wels.[2] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[3] Der Wahlkreis Hausruckviertel wurde dadurch unverändert wieder eingeführt und blieb bis 1971 bestehen, als es durch die Nationalrats-Wahlordnung 1971 schließlich erstmals seit 1918 zu einer tiefgreifenden Wahlkreisreform, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Oberösterreich bestand in der Folge nur noch ein Wahlkreis, der Wahlkreis Oberösterreich (Wahlkreis 4).[4] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei die Bezirke Eferding, Grieskirchen, Vöcklabruck, Wels-Land und Wels erneut zum Wahlkreis Innviertel (Wahlkreis 4C) zusammengefasst wurden.[5] 1993 wurden dem Regionalwahlkreis acht Mandate zugewiesen,[6] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) zu keinen Veränderungen führte.[7]

Seit der Schaffung des Wahlkreises erreichten SPÖ und ÖVP bei jeweils drei Wahlen die relative Mehrheit. Auch die FPÖ schneidet im Hausruckviertel traditionell stark ab und lag 1999 nur knapp hinter der SPÖ auf Platz 2. Nachdem die ÖVP bei der Nationalratswahl 2008 mit 26,6 % auf ihr bisher schlechtestes Ergebnis absackte, gelang es der SPÖ nach zwei Wahlen wieder den ersten Platz im Hausruckviertel zu erreichen. Die FPÖ erzielte starke Gewinne, konnte jedoch zu ihrem bisherigen Mandat kein weiteres hinzugewinnen. Die Grünen blieben mit 9,2 % wie bisher leicht unter dem Landesdurchschnitt, das BZÖ schnitt 2008 mit 9,9 % über dem Landesdurchschnitt ab.

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im Wahlkreis 4C 2017
 %
40
30
20
10
0
31,4  %
(+6,4 %p)
25,6  %
(-0,1 %p)
29,2  %
(+5,0 %p)
3,5  %
(-8,0 %p)
4,8  %
(+1,6 %p)
3,6  %
(n. k.)
1,9  %
(-0,1 %p)
2013
      
2017
      
Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Hausruckviertel[1][8]
Wahltermin GM[9] ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE BZÖ LIF FRANK NEOS PILZ Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 33,3 28,5 24,5 7,4 - 4,6 - - - 1,6
5 Grundmandate 2 2 1 0 - 0 - - - 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 29,4 36,4 23,6 5,0 - 4,3 - - - 1,4
8 Grundmandate 2 2 1 0 - 0 - - - 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 28,3 31,1 29,2 7,4 - 2,5 - - - 1,5
8 Grundmandate 2 2 2 0 - 0 - - - 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 43,2 35,7 11,5 8,4 - 0,9 - - - 0,5
8 Grundmandate 3 2 0 0 - 0 - - - 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 35,4 34,7 13,8 9,8 2,7 - - - - 3,6
8 Grundmandate 2 2 1 0 0 - - - - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 26,6 28,6 21,4 9,2 9,5 1,2 - - - 3,5
8 Grundmandate 2 2 1 0 0 0 - - - 0
29. September 2013 Stimmenanteile (%) 25,0 25,7 24,2 11,5 3,5 - 4,9 3,2 - 2,0
8 Grundmandate 1 2 1 0 0 - 0 0 - 0
15. Oktober 2017 Stimmenanteile (%) 31,4 25,6 29,2 3,5 - - - 4,8 3,6 1,9
8 Grundmandate 2 2 2 0 - - - 0 0 0

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Ergebnis der Nationalratswahl 2017 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres, abgerufen am 6. Dezember 2017
  2. Wahlordnung 1918
  3. StGBl. Nr. 198/1945
  4. BGBl. Nr. 391/1970: Nationalrats-Wahlordnung 1971
  5. BGBl. Nr. 471/1992: Nationalrats-Wahlordnung 1992
  6. BGBl. Nr. 322/1993: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  7. BGBl. II Nr. 337a/2002: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  8. Wahlergebnisse ab 1994, Website des BMI, abgerufen am 6. Dezember 2017.
  9. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate