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vom 05.01.2018, aktuelle Version,

Regionalwahlkreis Mühlviertel

Wahlkreis 4E: Mühlviertel
Staat Österreich
Bundesland Oberösterreich
Wahlkreisnummer 4E
Anzahl der Mandate 4
Wahlberechtigte 219.789 (2017)[1]
Wahlbeteiligung 85,9 %[1]
Wahldatum 15. Oktober 2017
Abgeordnete

Der Regionalwahlkreis Mühlviertel (Wahlkreis 4E) ist ein Regionalwahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umschließt die politischen Bezirke Freistadt, Perg, Rohrbach sowie Urfahr-Umgebung und entspricht in seinem Umfang damit dem Landtagswahlkreis Mühlviertel und weitgehend der historischen Landschaft Mühlviertel. Bei der letzten Nationalratswahl 2013 waren im Regionalwahlkreis Mühlviertel 217.789 Personen wahlberechtigt, wobei die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 37,3 % als stärkste Partei hervorging. Von den vier vergebenen Grundmandaten entfielen zwei auf die ÖVP und je eines auf die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) und auf die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ).

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet von Oberösterreich mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung sechs Wahlkreise geschaffen, wobei bereits zu dieser Zeit ein Wahlkreis mit dem Namen Mühlviertel gebildet wurde. Dieser Wahlkreis (zunächst Wahlkreis 17, ab 1923 Wahlkreis 16) umfasste die Gerichtsbezirke Aigen, Freistadt, Grein, Haslach, Lembach, Leonfelden, Mauthausen, Neufelden, Perg, Pregarten, Rohrbach und Unterweißenbach.[2] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[3] Der Wahlkreis Mühlviertel wurde in seiner Größe unverändert wieder eingeführt, wenngleich beispielsweise der Gerichtsbezirk Haslach inzwischen aufgelöst worden war.[4] Mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 kam es erstmals zu einer tiefgreifenden Wahlkreisreform, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Oberösterreich bestand in der Folge nur noch ein Wahlkreis, der Wahlkreis Oberösterreich (Wahlkreis 4).[5] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei die politischen Bezirke Freistadt, Perg, Rohrbach und Urfahr-Umgebung zum Wahlkreis Mühlviertel (Wahlkreis 4D) zusammengefasst wurden. Der neue Wahlkreis Mühlviertel wurde dabei im Gegensatz zu dem ursprünglichen Wahlkreis Mühlviertel um den Bezirk Urfahr-Umgebung erweitert.[6] 1993 wurden dem Regionalwahlkreis Mühlviertel sechs Mandate zugewiesen,[7] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) zu keinen Veränderungen führte.[8]

Seit der Schaffung des Wahlkreises erreichte die ÖVP bei jeder Wahl die relative Mehrheit, die SPÖ landete durchgehend auf dem zweiten Platz. Die FPÖ lag fast durchgehend auf dem dritten Platz, lediglich 2006 gelang es den Grünen, die FPÖ auf Platz 4 zu verweisen. Mit Ausnahme von 2002 und 2006 erreichte sie damit jeweils ein Grundmandat. Die Grünen lagen bis 1995 leicht über dem Landesdurchschnitt, seitdem schnitten sie im Mühlviertel leicht unter dem Landesdurchschnitt ab.

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im WK Mühlviertel 2017
 %
40
30
20
10
0
37,3  %
(+4,3 %p)
25,3  %
(+0,4 %p)
23,7  %
(+6,3 %p)
4,7  %
(+1,7 %p)
3,8  %
(-8,3 %p)
3,3  %
(n. k.)
1,9  %
(-0,2 %p)
2013



2017



Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Mühlviertel[1][9]
Wahltermin GM[10] ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE BZÖ LIF FRANK NEOS PILZ Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 40,6 30,2 16,5 7,1 - 3,9 - - - 1,6
6 Grundmandate 2 1 1 0 - 0 - - - 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 40,2 33,7 16,0 5,1 - 3,7 - - - 1,3
6 Grundmandate 2 2 0 0 - 0 - - - 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 38,9 30,3 20,4 7,0 - 2,2 - - - 1,3
6 Grundmandate 2 1 1 0 - 0 - - - 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 50,8 32,5 7,4 8,2 - 0,7 - - - 0,4
6 Grundmandate 3 2 0 0 - 0 - - - 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 42,93 32,6 9,1 10,0 2,1 - - - - 3,2
6 Grundmandate 2 2 0 0 0 - - - - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 33,5 27,5 16,2 9,8 8,4 1,2 - - - 3,3
6 Grundmandate 2 1 1 0 0 0 - - - 0
29. September 2013 Stimmenanteile (%) 33,0 24,9 17,4 12,1 3,2 - 4,5 3,0 - 2,1
6 Grundmandate 2 1 1 0 0 - 0 0 - 0
15. Oktober 2017 Stimmenanteile (%) 37,3 25,3 23,7 3,8 - - - 4,7 3,3 1,9
6 Grundmandate 2 1 1 0 - - - 0 0 0

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Ergebnis der Nationalratswahl 2017 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres, abgerufen am 6. Dezember 2017.
  2. Wahlordnung 1918
  3. StGBl. Nr. 198/1945
  4. BGBl. Nr. 129/1949
  5. BGBl. Nr. 391/1970: Nationalrats-Wahlordnung 1971
  6. BGBl. Nr. 471/1992: Nationalrats-Wahlordnung 1992
  7. BGBl. Nr. 322/1993: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  8. BGBl. II Nr. 337a/2002: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  9. Wahlergebnisse ab 1994, Website des BMI, abgerufen am 6. Dezember 2017.
  10. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate