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vom 17.05.2017, aktuelle Version,

Richterhöhe

Unterer Zwinger: Georgsturm mit Blick auf die Richterhöhe
Richterhöhe: Josefsturm
Richterhöhe: Michaelsturm
Unterer Zwinger: Bertoldsturm mit Weingarten

Die Richterhöhe bildet mit 507 m Höhe die höchste Erhebung des Mönchsberges in Salzburg. Die beiden Zwinger im Südwesten des Mönchsberges sind Teil der historischen Befestigungsanlagen des Berges. Sie stammen im Wesentlichen aus dem Mittelalter, werden aber nach Fürsterzbischof Paris von Lodron (1586–1653) gelegentlich irrtümlich auch Lodronsche Zwinger oder Paris-Lodron-Zwinger genannt. Seit 1906 wird die Anhöhe des Oberen Zwingers zu Ehren des Geografen, Historikers und Alpinisten Eduard Richter (1847–1905) als Richterhöhe bezeichnet.

Die Zwinger im Südwesten des Mönchsberges

Der Untere Zwinger (Jakobizwinger) versperrt einen leicht zugänglichen Weg auf den Mönchsberg und war zugleich als Ausfalltor angelegt. Der Untere Zwinger ist ein Mauergeviert mit zwei Toren: Sollten Angreifer durch das untere Ausfalltor eindringen, konnten sie in dem Geviert von vier Seiten aus bekämpft werden. Das untere Tor befindet sich im Bertoldsturm (Früher Florianiturm) genannt, der obere im Lodronschen Militärwachthaus.

Auf der Richterhöhe (Oberer Zwinger, Falkenzwinger) befinden sich der Michaelsturm und der Josefsturm, die beide wohl aus dem 14. Jahrhundert stammen. Diese Türme wurden in der Neuzeut lange Zeit (urkundlich erwähnt etwa 1724) als Depot für Pulver verwendet. 1931 fiel der baufällige mittelalterliche Falkenturm in sich zusammen, an Stelle der früheren Turmes wurde das Marien- oder Kupelwieserschlössl errichtet. Ein vierter Turm, der kleine, bis heute erhaltene Barbaraturm schloss früher den Oberen Zwinger nach Norden hin ab.

Richterhöhe heute

Seit 1905 befindet sich die Örtlichkeit im öffentlichen Eigentum der Stadt Salzburg. Die Wehranlage wurde in den Jahren nach 2004 restauriert.

Auf der Erhebung befindet sich eine Gedenkstätte für Eduard Richter, einen österreichischen Geographen und Gletscherforscher; daher ist auch die Bezeichnung Richterhöhe gebräuchlich. Ebenso befindet sich hier die vom Chor der Salzburger Mittelschüler 1931 gepflanzte Volkslied-Linde.

1908 wurde mit Ausblick zum Untersberg vom Stadtverein Salzburg ein marmorner Orientierungstisch nach Plänen von Oberst E. Hettwers errichtet.[1]

Auf verschiedenen Steilhängen des Möchsberges wurde im Mittelalter Wein angebaut. Diese Tradition wurde nach der Anlage des Weingartens durch die Pfadfinder[2] 2008 wieder aufgenommen; die Salzburger Pfadfinder und Pfadfinderinnen, unterstützt von Weingütern, erzeugen hier heute einen Weißwein, den "Paris Lodron Zwinger" Wein. [3]

Von der Richterhöhe aus hat man einen schönen Ausblick in Richtung Süden, auf das Schloss Leopoldskron, auf das Salzburger Becken und das umliegende Hochgebirge.

Weitere Bilder

Literatur

  • Heinz Dopsch; Robert Hoffmann: Salzburg. Die Geschichte einer Stadt. 2. aktualisierte Auflage. Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2008. ISBN 978-3-7025-0598-1. S. 309–314. (Das Buch nimmt keinen Bezug auf die Bauten der Richterhöhe.)

Einzelnachweise

  1. Franz Schirlbauer; Franz Ruedl: Salzburg. Bleibende Werte in guter Hand. 1862-1987. 1987, Salzburg: Stadtverein Salzburg, S. 37.
  2. pfadfinder-gilde salzburg maxglan .
  3. Mozarts Lieblingswein feiert ein Comeback .