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vom 24.09.2017, aktuelle Version,

Schloss Hackenbuch

Schloss Hackenbuch nach einem Kupferstich von Michael Wening von (1721)

Das abgegangene Schloss Hackenbuch (einst auch Hackenpuech oder Haginböch genannt) befand sich im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde St. Marienkirchen bei Schärding im Bezirk Schärding von Oberösterreich (Hausnummer 18).

Geschichte

Zum Schloss Hackenbuch gehörte eine Hofmark. Der Ansitz war dem Pfleggericht Schärding und der Pfarre St. Marienkirchen zugehörig. 1200 wird ein Herr von Hackenbuch erwähnt. 1650 ist hier ein Johann Joachim von Rainer und 1721 Johann Paul von Rainer ansässig. Johann Ferdinand Leopold von Rainer († 1725) und seine Gattin Maria Franziska († 1743), geborene von Hackledt, sind in der Pfarrkirche St. Marienkirchen bei Schärding begraben.[1]

Ab 1765 ist Hackenbuch im Besitz der Freiherrn von Pflachner, die auch auf Schloss Schörgern ansässig waren. Johann Wolfgang von Pflachner starb 1767; an der Außenmauer der Pfarrkirche St. Marienkirchen befindet sich ein Gedenkstein an ihn.[2] Der Grund- und Gerichtsherr von Hackenbuch, Franz Xaver Freiherr von Pflachner, starb 1813.[3]

Hackenbuch einst und jetzt

Aufgrund der Darstellung von Michael Wening war Schloss Hackenbuch ein einfacher zweigeschossiger Holzbau. Im ersten Stock ist ein offener Erker zu sehen, im Walmdach befinden sich Schleppgaupen. Der Ansitz war unbewehrt. Vor dem Bau ist der Meierhof zu erkennen. Nach diesem Stich müsste der abgekommene Sitz nordöstlich des Gasthofes in Hackenbuch zu lokalisieren sein.[4] Der heutige Schlossbauer war eine frühere Taverne. Die Lagestelle des Ansitzes ist heute von einem Acker und einer Wiese überdeckt.

Literatur

  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  • Christopher R. Seddon: Die inschriftlichen Denkmäler der Herren und Freiherren von Hackledt, Wien 2002.
  • Christopher R. Seddon: Adelige Lebenswege zwischen Bayern und Österreich., Wien 2009.
  • Christian K. Steingruber: Eine kritische Betrachtung des Historisch-Topographischen Handbuches der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. Oberösterreichisches Landesarchiv, Linz 2013.

Einzelnachweise

  1. Zur Biographie des Johann Ferdinand Leopold von Rainer († 1725) und seinem Grabdenkmal in St. Marienkirchen siehe weiterführend Seddon, Denkmäler Hackledt, S. 186-190 (= Kat.-Nr. 39), zur Biographie der Maria Franziska, geb. Hackledt († 1743) siehe weiterführend Seddon, Adelige Lebenswege, S. 851-861.
  2. Zur Biographie des Johann Wolfgang von Pflachern († 1767) und seinem Grabdenkmal in St. Marienkirchen siehe weiterführend Seddon, Denkmäler Hackledt, S. 190-193 (= Kat.-Nr. 40).
  3. Zur Biographie des Franz Xaver von Pflachern († 1813) und seinem Grabdenkmal in St. Marienkirchen siehe weiterführend Seddon, Denkmäler Hackledt, S. 214-216 (= Kat.-Nr. 51).
  4. Christian K. Steingruber, 2013, S. 375.