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vom 09.11.2017, aktuelle Version,

Schutzweg (Österreich)

Hinweiszeichen 2b
Hinweiszeichen 2a

Der Schutzweg in Österreich, auch Fußgängerübergang, ist eine Querungsanlage auf Straßen für Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Ein Fußgängerüberweg ist neben dem Hinweis mit entsprechender Beschilderung durch breite Linien auf der Fahrbahn gekennzeichnet, die ebenfalls als Verkehrszeichen dienen.

Umgangssprachlich wird er meistens nach den ähnlich gemusterten Zebras als Zebrastreifen bezeichnet (amtliche Bezeichnung: Fußgängerüberweg).

Der Fußgängerüberweg ist im Gegensatz zur Fußgängerüberführung oder Fußgängerunterführung immer ebenerdig.

Da zwischen Gehsteig und Fahrbahn in den meisten Fällen ein Niveauunterschied (Stufe) besteht, wird die Bordsteinkante an Fußgängerüberwegen in der Regel abgesenkt oder abgeschrägt, um ein leichteres Überqueren auch mit Kinderwagen, Rollstühlen oder Handkarren zu ermöglichen.

Kennzeichnung, Rechtsgrundlage

Rot-weißer Zebrastreifen in Niederösterreich

Der Schutzweg ist durch weiße Linien mit einer Breite von 0,5 Meter in Längsrichtung der Fahrbahn gekennzeichnet und hat eine Regelbreite von 3 Metern.[1] Die Beschaffenheit und Anbringungsart ist in bundesländerspezifischen Richtlinien festgelegt, die überall ähnlich sind.[2]

Außerdem muss der Schutzweg durch das Hinweiszeichen Kennzeichnung eines Schutzweges gekennzeichnet werden, sofern er nicht durch gelbe Blinklichter am Rand oder über der Fahrbahn kenntlich gemacht wird oder durch Lichtzeichen geregelt ist (Ampelregelung). Auch bei geregelten Kreuzungen ist keine zusätzliche Kennzeichnung notwendig. Er kann zusätzlich durch das Gefahrenzeichen Schutzweg vorangekündigt werden. Schutzwege vor Schulen werden temporär oft zusätzlich durch Polizisten oder Schülerlotsen gesichert, um Schülern eine problemlose Benutzung des Schutzweges zu ermöglichen. Das Verhalten bei einem Schutzweg ist im § 9 StVO geregelt.

Ähnlich in der Kennzeichnung und gleich in den Verboten ist auch die Radfahrerüberfahrt, sozusagen ein Schutzweg für Radfahrer.

Im ersten Halbjahr 2006 stieg die Anzahl der Unfälle mit Kindern auf Schutzwegen in Österreich um bis zu 55 % an. Experten standen vor einem Rätsel, wie es in so kurzer Zeit zu so einem enormen Anstieg kommen konnte, zumal in den vorangegangenen Jahren einiges in die Sicherheit investiert worden war. Manche Experten sprachen von einem negativen Einfluss durch Licht am Tag, welches in Österreich von 15. November 2005 bis 31. Dezember 2007 für Kraftwagen Pflicht war. 2010 fanden Versuche mit Videoüberwachung von Schutzwegen in Wien statt,[3] 2006 mit blinkenden LED Lane-Lights in Graz zur Erhöhung der Aufmerksamkeit der Autofahrer.[4]

Um die Sichtbarkeit der Schutzwege zu erhöhen, werden immer wieder verschiedene Versuche gestartet. Seit 2010 werden bei zahlreichen Schutzwegen die weißen Balken rot unterlegt.[5]

Gebote

  • Für Fußgänger und Rollstuhlfahrer gilt, dass sie in Ortsgebieten einen Schutzweg, der nicht weiter als 25 m von ihnen entfernt liegt, zum Überqueren der Fahrbahn benutzen müssen.
  • Fahrzeuglenker (ausgenommen Lenker von Schienenfahrzeugen)[6] müssen Fußgängern das ungehinderte Überqueren der Fahrbahn auf dem Schutzweg ermöglichen, sobald die Absicht eines Fußgängers, die Fahrbahn zu überqueren, erkennbar ist. In der Regel wird dazu ein Anhalten notwendig sein; es kann aber auch unterbleiben, wenn der Zweck des Schutzweges (nämlich dass Fußgänger die Fahrbahn sicher und ungehindert überqueren können, obwohl sich Fahrzeuge dem Schutzweg nähern) auch so erreicht wird.

Verbote

  • Vor ungeregelten Schutzwegen gilt: Überholen von allen Fahrzeugen ist verboten, außer wenn der Überholvorgang noch vor dem Schutzweg beendet und das Fahrzeug wenn notwendig angehalten werden kann, um Fußgängern das Überqueren zu ermöglichen.
  • Auf dem Schutzweg besteht absolutes Halte- und Parkverbot; ebenso fünf Meter vor dem Schutzweg aus der Sicht des ankommenden Verkehrs, wenn der Schutzweg ungeregelt ist.
  • Das Vorbeifahren an Fahrzeugen, die vor einem Schutzweg angehalten haben, um einem Fußgänger das Überqueren zu ermöglichen, ist verboten.
  • Das Anhalten auf dem Schutzweg im Rückstau einer Kolonne ist ebenfalls verboten.

Versuche

  • Seit 2004 gibt es schon weit gediehene Versuche in Amstetten, den Schutzweg mit abwechselnd roten und weißen Streifen zu kennzeichnen. Dies könnte sogar schon in der nächsten Novelle der StVO genehmigt werden.
  • Aus psychologischen Gründen wurden in Graz von Herbst 2004 bis Frühjahr 2006 Versuche unternommen, die Zebrastreifen in Querrichtung anzubringen, um dadurch den Autofahrer besser zum Anhalten vor dem Schutzweg zu motivieren. Nach Auswertung der begleitenden Studien gelten diese Versuche im Juni 2006 als gescheitert, da sie keine Verbesserung der Situation gebracht haben.
  • Ein anderes Absicherungssystem ist bereits länger (vor 2007) in Gebrauch, dabei handelt es sich um oberflächenbündige LED-Leuchten, die vor der Zebrastreifenmarkierung in die Fahrbahn eingelassen werden und über ein Sensorsystem zu blinken beginnen, sobald ein Fußgänger auf den Zebrastreifen zugeht. Damit soll die Aufmerksamkeit und Anhaltebereitschaft der Autofahrer an besonders gefährlichen Fußgängerüberwegen erhöht werden.
  Wiktionary: Zebrastreifen  – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Commons: Schutzweg in Österreich  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Richtlinie für Schutzwege (PDF; 2,2 MB) für das Bundesland Salzburg, abgerufen am 24. Dezember 2012
  2. Schutzwegrichtline (PDF; 471 kB) des Bundeslandes Steiermark vom Jahr 2011, abgerufen am 24. Dezember 2012
  3. Wien: Erster Schutzweg mit Videoüberwachung. In: DiePresse.com. 7. Juni 2010, abgerufen am 27. November 2012.
  4. Michael Möseneder: Vierzig Prozent der Lenker ignorieren Schutzweg. In: derStandard.at. 8. Juni 2010, abgerufen am 27. November 2012.
  5. Fußgängerübergang auf der Fahrschulseite Fürböck abgerufen am 27. Oktober 2013
  6. § 9 ABs 2 StVO
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