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vom 17.02.2018, aktuelle Version,

Speikboden (Zillertaler Alpen)

Speikboden (Zillertaler Alpen)
Speikboden von Nordost. Rechts am Bergfuß der Ort Luttach, dahinter das Weißenbachtal

Speikboden von Nordost. Rechts am Bergfuß der Ort Luttach, dahinter das Weißenbachtal

Höchster Gipfel Speikboden (2517 m s.l.m.)
Lage Südtirol/Italien
Teil der Zillertaler Alpen
Koordinaten 46° 55′ N, 11° 53′ O
f1
p5
Entwurfszeichnung der Sonklarhütte von Johann Stüdl
Skilift Plateau
Kabinenbahn Speikboden

Der Speikboden ist ein zwischen Weißenbachtal, Mühlwalder Tal und Ahrntal liegender Gebirgsstock. Er stellt den östlichsten Teil eines grob nach Südost gehenden Ausläufers der westlichen Zillertaler Alpen dar. Der höchste Punkt erreicht eine Höhe von 2517 m s.l.m. und heißt ebenfalls Speikboden. Weitere benannte Gipfel des Massivs sind der Seewassernock (2516 m), der Große Nock (2400 m), der Kleine Nock (2227 m) und der Gornerberg (2475 m).

Zu den Talorten gehören: Lappach, Luttach, Mühlwald, Sand in Taufers, St. Johann und Weißenbach.

Sonklarhütte

Südlich des Gipfels auf einer Höhe von 2420 m s.l.m. stand die 1876 von der damaligen Sektion Sand in Taufers errichtete und nach Carl Sonklar benannte Sonklarhütte. Die Hütte wurde in nur wenigen Wochen errichtet und war eine der ersten Hütten in Südtirol. Anfangs bot sie nur 10 Übernachtungsmöglichkeiten, sodass bereits 1899 eine größere Hütte gebaut werden musste. Im Ersten Weltkrieg wurde die Hütte nicht bewirtschaftet und verfiel nach Kriegsende. Eine 1926 geplante Instandsetzung durch den neuen Eigentümer, die Sektion Bruneck des CAI, wurde nicht umgesetzt.[1]

Skigebiet

Auf dem Speikboden erstreckt sich ein ausgedehntes, gleichnamiges Skigebiet mit Abfahrten bis nach Drittelsand im äußersten Ahrntal. Ursprünglich hatte das in den frühen 1970er-Jahren von heimischen Investoren und mit bayerischer Unterstützung (Bernhard Glück) errichtete und mehrfach erweiterte Skigebiet den Doppelnamen Michlreis-Speikboden (nach dem unteren Abschnitt des Ressorts).

Das Skigebiet unterteilt sich grob in zwei Abschnitte. Der erste Abschnitt ist die Talabfahrt, welche ihrerseits aus zwei Teilabschnitten besteht. Von der Bergstation zum Restaurant „Mittelstation“ fährt man auf einer anfänglich schwarzen, danach roten Piste. Ab dem Restaurant „Mittelstation“ führt eine schwarze Piste von Michlreis bis ins Tal. Die gesamte Talabfahrt ist 5,5 Kilometer lang.

Im oberen Abschnitt, einem Kessel, der „Plateau“ genannt wird, lassen sich drei rote Pisten, zwei blaue und zwei schwarze Pisten (genannt „Sonnklar “) befahren, welche mit kuppelbaren Sesselliften und Kabinenbahnen zu erreichen sind. Dieser obere Abschnitt ist gerade für Skianfänger und Familien ein geeignetes Gebiet, denn man hat eine übersichtliche Auswahl an gut präparierten Pisten. An der Talstation gibt es außerdem einen Anfängerhügel, auf dem die skitechnischen Grundlagen erlernt werden können und welcher auch mit einem Sessellift ausgestattet ist.

Auch im Sommer sind die Liftanlagen geöffnet, der Speikboden verfügt über ein ausgedehntes und sehr gut gepflegtes Wegenetz.

Aufstiegsanlagen

Art Titel Förderleistung Länge Höhendifferenz
Kabinenbahn Speikboden 2.400 P/h 2900 m 1008 m
Kuppelbarer Sessellift Seenock 2.400 P/h 1200 m 300 m
Kuppelbarer Sessellift Bernhard Glück 1.640 P/h 1200 m 360 m
Kuppelbarer Sessellift Sonnklar 1.500 P/h 900 m 400 m
Kabinenbahn Alm-Express 2.400 P/h 660 m 150 m
Sessellift Übungslift / Skischule 1.200 P/h 250 m 50 m
Förderband Tottomandl 1.000 P/h 220 m 40 m

Snowpark

Am Rand der Seenock-Piste befindet sich ein 400 Meter langer Snowpark mit Sprüngen und Rails aller Schwierigkeitsstufen.

Rodelbahnen

Zwei Rodelbahnen starten bei der Bergstation der Kabinenbahn Speikboden. Eine führt nach Weißenbach, die andere nach Luttach, von wo der kostenlose Skibus die Rodelfahrer zurück zur Talstation Speikboden bringt.

Gleitschirmfliegen am Speikboden

Paragleiten, Gleitschirmfliegen, Drachenfliegen

Der Speikboden wurde bei den Streckenfliegern durch Kurt Eder bekannt. Der Südtiroler verlässt selten seine Heimat und ist regelmäßig in der XC-Weltweitwertung auf dem Treppchen. Das zeigt das Potenzial des Gebietes auf. Der Speikboden ist sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Piloten ein hervorragendes Streckenfluggebiet, geflogen werden kann das ganze Jahr über, die besten Voraussetzungen findet man jedoch von Juni bis September. Ein weites Panorama erstreckt sich von den Startplätzen, im Süden kann man sogar bis in die zentralen Dolomiten schauen. Der Speikboden liegt gleich südlich des Zillertaler Alpenhauptkamms. Er ist dadurch schlecht vor Nordwind geschützt; bläst dieser zu stark, wird besser nicht geflogen. Das dahinter liegende hohe imposante Durreckmassiv schützt den Startplatz aber vor mäßigem Nordwind.

Panorama

360° Panorama vom Speikboden-Gipfel ( 2517 m), Wandergebiet Speikboden
360° Panorama von der Bergstation Sonnklar ( 2400 m), Skigebiet Speikboden

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. http://www.kreiter.info/huetten/docs/sonklar-huette.htm
  Commons: Speikboden (Südtirol)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien