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vom 18.06.2017, aktuelle Version,

St. Kathrein im Burgenland

Sankt Kathrein im Burgenland (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde St. Kathrein im Burgenland
St. Kathrein im Burgenland (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Oberwart (OW), Burgenland
Gerichtsbezirk Oberwart
Pol. Gemeinde Deutsch Schützen-Eisenberg
Koordinaten 47° 8′ 20″ N, 16° 24′ 54″ Of1
Höhe 237 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 139 (2001)
Gebäudestand 63 (2001)
Fläche d. KG 3,54 km²
Postleitzahl 7474f1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 00248
Katastralgemeinde-Nummer 34069
Zählsprengel/ -bezirk St. Kathrein im Bgl. (10903 003)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Bgld

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Kirche in Sankt Kathrein im Burgenland
Blick auf Sankt Kathrein im Burgenland

St. Kathrein im Burgenland (ungarisch: Pósaszentkatalin, kroatisch: Katalena) ist eine Ortschaft der österreichischen Gemeinde Deutsch Schützen-Eisenberg, Bezirk Oberwart.

St. Kathrein im Burgenland wird erstmals im Jahre 1378 als „Posafalva“ genannt. Im 17. Jahrhundert wurde die Heilquelle bei der Magdalenakapelle von vielen Wallfahrern besucht, da ihr gewisse Wunder zugeschrieben wurden.

Der Ort wurde im 16. Jahrhundert von Kroaten neu besiedelt. Bis in die Zwischenkriegszeit überwog das kroatische Bevölkerungselement, seither ist das Kroatentum stark rückgängig bzw. ist es im Verschwinden.

Geschichte

Die erste belegbare urkundliche Erwähnung von St. Kathrein war 1489 unter dem Namen Zenthkatherina. Dieser Name geht auf ein Testament von Johann Ellerbach zurück, in welchem bei der Grenzbeschreibung der Güter auch der Ort St. Kathrein, in der Form Zenthkatherina, ein möglicher Hinweis auf den Namen der Gemahlin des letzten Ellerbachers, erstmals urkundlich erwähnt wird. Die zweite urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1496 unter Posafalva alias Zenthkatherynazzon.

Für den Ortsnamen sind aus dem Jahre 1610 Zenthkathalina, aus dem Jahre 1698 Szent Katalin und die aus 1786 mit Sankt Katerein belegt. Die Schreibweise „Sankt Kathrein im Burgenland“ wurde 1937 festgelegt. Der Ortsname war jedoch vom 1. Jänner 1944 bis Kriegsende auf „St. Kathrein an der Pinka“ abgeändert, seither wird die von 1937 angenommene Bezeichnung verwendet. Im 16. Jahrhundert wurde der Ort mit Kroaten bestiftet – Erdödy und Zriny -, die letzte Nennung aus. Die Konskription der Herrschaft Eberau vom Jahr 1617 weist fast nur Kroatischnamige aus und die Visitation aus diesem Jahr nennt St. Kathrein kroatisch. Sogar die kirchliche Visitation Patakfalu von 1697 bezeichnet die ganze Pfarre als „pure Croatica“. 1697, 1846, 1898 und 1900 war St. Kathrein überwiegend kroatisch, der Anteil der kroatischen Bevölkerung wurde nach dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich im Jahr 1921, wo laut VD Jernits eine gemischte alliierte Kommission die Gemeinde St. Kathrein nach Befragung der Bevölkerung zu Österreich gehörig einstufte.

Als Gründe für den Rückgang der kroatischen Bevölkerung nennt VD Martin Jernits 1954:

  1. Die nächsten kroatischen Siedlungen liegen zu weit weg
  2. deutschsprachiger Unterricht an der Volksschule St. Kathrein
  3. nur deutschsprachige Medien
  4. Mischehe (Deutsche und Kroaten)

Daher ging der Anteil der Kroaten kontinuierlich zurück und heute sind nur noch ältere Leute der kroatischen Sprache mächtig. 1925 wurde in der Ortsmitte ein Kriegerdenkmal errichtet, welches am 17. Oktober 1926 unter Dechant Osztovits eingeweiht wurde. Am 12. April 1945 – gegen Ende des 2. Weltkrieges - kamen russische Kampftruppen in den Ort und in den folgenden Tagen rückten ungarische Besatzungstruppen nach. Bereits vorher waren viele Ortsbewohner aus Angst vor den sowjetischen Truppen mit einigen Schweinen und Kühen (Selbstversorgung) in den Punitzer Wald oder nach Kroatisch Ehrensdorf geflohen, welche aber nach einigen Tagen wieder nachhause in ihre Häuser nach St. Kathrein zurückkehrten.

Von 1895 bis 1906 gehörte der Ort gemeindeamtsmäßig zur Gemeinde Eberau, seit 1907 jedoch zu Deutsch Schützen. 1971 endete die politische Selbständigkeit der Gemeinde St. Kathrein, welche nunmehr Ortsteil der Großgemeinde Deutsch-Schützen-Eisenberg ist, ebenso die langjährige eigenständige Pfarre St. Kathrein, welche seit 1975 zum Pfarrverband Deutsch-Schützen gehört.[1]

Literatur

  • Stefan Geosits (Hg.): Die burgenländischen Kroaten im Wandel der Zeit. Edition Tusch, Wien 1986, ISBN 3-85063-160-5.
  • Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten in Österreich, Ungarn, Mähren und der Slowakei. BoD. 2008. ISBN 978-3-8370-4278-8.

Einzelnachweise

  1. Lang Josef (1989): St. Kathrein (Bgld). 1489 - 1989: 500 Jahre. Ortschronik.