unbekannter Gast
vom 26.06.2017, aktuelle Version,

Welterbe in Österreich

Welterbestätten in Österreich (P = Pfahlbausiedlung)

Diese Liste zeigt die UNESCO-Welterbe-Stätten in Österreich.

Mit der Auszeichnung verpflichtet sich – wie bei den anderen Welterbe-Programmen – der Heimatstaat, im Dienste der Weltgemeinschaft für die „Erhaltung und Verfügbarkeit“ der jeweiligen Stätte zu sorgen.[1]

Liste

Diese Liste zeigt die neun UNESCO-Welterbe-Stätten in Österreich.

Vorsortierung in chronologischer Reihenfolge; K – Kulturerbe; N – Naturerbe
Nr. Bild Kulturerbe Bundesland Beschreibung und Anmerkungen
0772
K 2001 Kulturlandschaft Fertő / Neusiedler See Burgenland (mit Ungarn) Das Kulterbe umfasst Mitteleuropas größten Steppensee, mit zahlreichen Nebenseen. Die Region ist seit der Vorgeschichte Schnittpunkt verschiedener Kulturen und zeichnet sich durch ihre Vielfalt an bedeutenden Naturräumen, landwirtschaftlichen Gebieten mit Weinbau, alten Siedlungsstätten, darunter die Kleinstadt Rust mit ihrem geschlossenen Stadtbild, und Landpalästen des 18. und 19. Jahrhunderts aus.
0784
K 1996 Historisches Zentrum der Stadt Salzburg Salzburg Salzburg ist die Residenzstadt des Fürsterzbistums Salzburg, Heimat Wolfgang Amadeus Mozarts und hat bis heute ein weltweit bedeutendes Kulturleben (Salzburger Festspiele). Geschlossenes Ensemble vom Mittelalter bis in die Neuzeit, mit der Festung Hohensalzburg, und den Prunkbauten und zahlreichen Plätzen des italienischen Barock als Leitbauten.
0785
K 1998 Semmeringbahn Niederösterreich, Steiermark Hochalpine, 41 km lange Trasse der Eisenbahn von Wien an die Adria, 1848–54 als technische Pionierleitung erbaut. Der Sommerfrischeort Semmering war ab 1841 der höchste auf Schienen erreichbare Punkt der Welt. Die Strecke mit ihren zahlreichen Viadukten, Tunnels und Nebenbauten ist bis heute großteils original erhalten und in Vollbetrieb.
0786
K 1996 Schloss und Park von Schönbrunn Wien Sommerresidenz der Habsburger seit dem 18. Jahrhundert. Eine der kulturhistorisch und künstlerisch bedeutendsten spätbarocken Anlagen Europas, mit dem weltweit ersten Zoo (1752) ein Musterbeispiel eines Gesamtkunstwerks der Repräsentationsarchitektur. Die Schlossanlage mit Park in ihrer heutigen Form wurde ab 1743 unter Maria Theresia ausgebaut und war bis Mitte des 19. Jahrhunderts Sommerresidenz der römisch-deutschen und später österreichischen Kaiser. Die Schlossanlage ist die größte in Österreich. Der zugehörige Park umfasst 160 ha.
0806
K 1997 Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein / Salzkammergut Oberösterreich, Salzburg, Steiermark Seit der Vorgeschichte historische Kulturlandschaft im Salzkammergut. Der Hallstätter Salzberg ist Hauptfundort der Hallstattkultur. Das Salzkammerguts war bis in das 19. Jahrhundert als wirtschaftliche Kernressource der Habsburgermonarchie Staatsdomäne. Geprägt ist der Kern der Region, das Innere Salzkammergut, von pittoreskem Bergstöcken und alpinen Seen. Der Ort Hallstatt weist durch die Platznot am Hallstättersee eine einzigartige Architektur auf. Das Dachsteinmassiv, eine von alters her bewirtschafte Almenregion, bildet auch eine der Pionierregionen des modernen Alpinismus.
0931
K 1999 (2010) Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg Steiermark Graz, die alte Residenzstadt der Herzöge Innerösterreichs, hat ein Stadtbild, das seit dem Mittelalter die wichtigsten Architekturstile abbildet. Besonders bedeutend sind der Grazer Schloßberg und die geschlossene Dachlandschaft.
Im Jahr 2010 um das Schloss Eggenberg, eine fürstliche Residenz vor den Toren der alten Stadt, erweitert.
0970
K 2000 Kulturlandschaft Wachau Niederösterreich Das Donautal zwischen Melk und Krems ist seit der Altsteinzeit kultiviert (Venus von Willendorf) und weist eine besonders pittoreske, vom Weinbau geprägte vielfältige Landschaftsstruktur mit bedeutenden Kulturdenkmälern auf, insbesondere mittelalterlichen Ruinen und den Klöstern Melk und Göttweig. Der Erhalt der charakteristischen Landschaft und Lebensart ist zentrales Anliegen der 13 Wachaugemeinden.
1033
K 2001 Historisches Zentrum von Wien Wien Die alte Residenzstadt der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und der Habsburgermonarchie, heute Hauptstadt Österreichs, ist ein Zentrum europäischen Geistes- und Kulturlebens. Die Innenstadt ist eines der geschlossensten Stadtdenkmäler Europas, reich an sakralen, politischen und kulturellen Repräsentationsbauten. Geprägt ist sie vom historistischen Ringstraßenstil des 19. Jahrhunderts.
1363
K 2011 Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen Kärnten, Oberösterreich (mit Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien) Zahlreiche Pfahlbausiedlungen an Seen, Flüssen und Feuchtgebieten im Alpenraum zwischen 5000 und 500 vor Christus bilden einen wichtigen Aspekt der Kulturbildung und Kultivierung Europas im Neolithikum und der Bronzezeit.
Grenzüberschreitendes Welterbe mit insgesamt 111  Pfahlbaufundstellen, 5 davon in Österreich, die Leitbauten der Mondseekultur am Mondsee und Attersee im Salzkammergut

Tentativliste

In der Tentativliste der UNESCO werden Stätten eingetragen, welche nach Ansicht der jeweiligen Regierung potentiell für die Auszeichnung als Welterbe geeignet sind. Dies sagt nichts darüber aus, ob eine spätere Kandidatur auch tatsächlich erfolgreich abgeschlossen werden kann. Derzeit (2016) sind in der Liste 13 Stätten aus Österreich eingetragen.[2]

Vorsortierung in chronologischer Reihenfolge-; K – Kulturerbe; N – Naturerbe
Nr. Bild Kulturerbe Bundesland Beschreibung und Anmerkungen
0027
K 1994 Kulturlandschaft Bregenzerwald Vorarlberg Traditionelles alpines Bauernland mit bis heute erhaltener Siedlungsstruktur und eigenständiger Lebensart, mit dem Bregenzerwälderhaus als charakteristische Bauform.
0028
K 1994 Stift Kremsmünster Oberösterreich Charakteristisches Beispiel benediktischer Spiritualität. Im 8. Jahrhundert gegründet, Anlage des 17. und 18. Jahrhunderts im Sinne des aufgeklärten Barock, mit bedeutender Kunstsammlung.
0030
K 1994 Stift Heiligenkreuz Niederösterreich Das Zisterzienserkloster hat als eines von wenigen Klöstern in Europa eine seit dem 12. Jahrhundert geschlossene Tradition und gilt als Musterbeispiel der Traditionspflege. Grablege der frühen Markgrafen und Herzöge von Österreich, der Babenberger, heute theologische Hochschule. Die Anlage vereint Romanik, Gotik und Barock.
0031
K 1994 Burg Hochosterwitz Kärnten Prachtvollste mittelalterliche Burganlage Österreichs. Seit 1571 in Besitz einer Familie, und auch Zeugnis der Reformation in Österreich.
0032
K 1994 Dom zu Gurk Kärnten Bedeutsamste erhaltene romanische Kirchenanlage Österreich. Gegründet im 11. Jahrhundert, in den Türkenkriegen zur Wehranlage umgebaut. Reicher romanischer und barocker Schmuck.
0019
K/N 2002 Kulturlandschaft InnsbruckNordkette/Karwendel Tirol Herzogsstadt der Renaissance, und eine der wenigen großen Alpenstädte. Besonderheit ist die enge Verbindung von urbaner Kultur und hochalpinem Raum. Der Alpenpark Karwendel gehört zu den wichtigsten Großschutzgebieten der Alpen.
0020
K/N 2002 Die Eisenstraße mit dem Erzberg und der Altstadt von Steyr Oberösterreich, Steiermark Der seit der Frühen Neuzeit bestehende Eisenbergbau und die Kleineisenindustrie der Umgebung war die „Waffenkammer der Habsburger“. Sie zieht sich von der Industriestadt Leoben über den Erzberg und Hieflau bis zur historischen Industrie- und Handelsstadt Steyr, der ersten „Hauptstadt“ der Steiermark im Mittelalter, mit ihrer mittelalterlich bis barocken Kern- und Brückenstadt. Die Eisenstraße ist eine der wichtigen Industrielandschaften Europas, geprägt durch die inneralpine Lage.
1645
N 2003 National Park Hohe Tauern Kärnten, Salzburg, Tirol Eines der bedeutendsten Großschutzgebiete des alpinen Hochgebirgsraunmes, mit bäuerlichem Kultur- und Almenland bis hin zu hochalpiner Urlandschaft. Durch die Kernzone zieht sich eine bedeutende Panoramastraße, die Großglockner-Hochalpenstraße (Tentativliste Nr. 6074)
5801
K 2013 Hall in Tirol – Die Münze Tirol Die Salz- und Handelsstadt Hall in Tirol (Haller Salzberg, Brennerpass) ist ein Finanzzentrum des Welthandels der beginnenden Neuzeit (Fugger), in der 1486 der Taler als erste moderne Münze entwickelt wurde (Guldiner „Sigismund des Münzreichen“ mit dem Silber aus Schwaz). Die Stadt selbst ist als kleine gotische Altstadt erhalten. Die Münzprägeanstalt ist bis heute aktiv.
Seit 1994 war die gesamte Altstadt von Hall in Tirol auf der Tentativliste verzeichnet.
5930
K 2014 Bedeutende europäische Bäder des 19. Jahrhunderts Niederösterreich, Oberösterreich (mit Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Tschechien, UK) Vertreter der großbürgerlichen Bade- und Kur-Kultur des 19. Jahrhunderts als Wurzel des Tourismus als weltweites Phänomen wie auch moderner Gesundheitsvorsorge und dem Urlaub als Konzept.
In Österreich: Baden bei Wien, mondäner Vorort der Hauptstadt des Kaiserreichs, und Bad Ischl, die „Kaiserstadt“ als Sommerfrische
6004
K 2015 Grenzen des Römischen Imperiums Niederösterreich, Oberösterreich (insg. 20 Staaten) Zeitzeugnisse der Ausdehnung des Römischen Reiches rund um das Mittelmeer und bis an den Atlantik, mit den militärischen Grenzanlagen des Limes.
Nominiert ist der der Donaulimes in Österreich, zusammen mit Deutschland.
6024
N 2015 Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland (Erweiterung) Niederösterreich, Oberösterreich (mit Deutschland, Slowakei, Ukraine) Reste der nacheiszeitlichen Primärurwälder Europas mit der Rotbuche als Dominanzpflanze.
In Österreich: Wildnisgebiet Dürrenstein, Österreichs einziges Ia-Schutzgebiet (strengstes Reservat), und Kernbereiche im Nationalpark Kalkalpen
6074
K 2016 Großglockner-Hochalpenstraße Kärnten, Salzburg Herausragendes Beispiel einer schon mit Hinblick auf den Tourismus erbauten Hochgebirgsstraße, 1935 fertiggestellt. Zentrales Element ist die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf den Großglockner, Österreichs höchstem Berg. Die Kombination der landschaftlich sanften Trassierung wie auch der intensiven Nutzung von 1 Million Besucher jährlich mit dem umgebenden Nationalpark Hohe Tauern (Tentativliste Nr. 1645) ist weltweit einzigartig. Der Bau der Straße gilt auch als Meilenstein der jungen österreichischen Republik.

Siehe auch

Literatur

  • Christian Schuhböck, Autorenteam (Hrsg.): Österreichs Welterbe: Kulturdenkmäler und Landschaften unter dem Schutz der UNESCO. Christian Brandstätter, Wien 2002, ISBN 3-85498-178-3.
  • Christian Schuhböck: Das Welterbe. Ed. Hölzel, Wien 2007, ISBN 978-3-85116-347-6.
  Commons: Welterbestätten in Österreich  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zitat Webseite der Österreichischen UNESCO-Kommission
  2. Tentative Lists: Austria. UNESCO.