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Wer sind die Sklaven?#

von H. Maurer, März 2017

(Ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag, ausgelöst durch die Symbiose Auto - Mensch)

Nehmen wir an, ein nicht menschlicher Beobachter kann das Leben in Europa oder den USA aus einer Höhe von z.B. 20 km beobachten. Er sieht viele Autos und viele Menschen. Es ist klar, dass sie in starker Symbiose miteinander agieren. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er die Menschen als die Sklaven, die Autos als die Herrscher wahrnimmt:

  • Der Beobachter sieht immer wieder, dass die Menschen (also die Sklaven) die Herrscher füttern, bei den vielen Restaurants (Tankstellen), die die Sklaven für die Herrscher gebaut haben. Er beobachtet aber nie ein Auto (einen Herrscher), der einen Menschen füttert!

  • Der Beobachter sieht, wie sich Sklaven in unmöglichen Gegenden wie Saudi Arabien oder in der stürmischen Nordsee plagen, um Essen für die Herrscher zu erhalten. Ja sie bauen sogar Rohrleitungen um das Essen für die Herrscher weit zu transportieren, und dann in Fabriken (Raffinerien) noch mundgerechter aufzubereiten.

  • Der Beobachter sieht immer wieder wie Sklaven Herrscher liebevoll reinigen, waschen, trocknen und schminken (polieren), aber nie umgekehrt.

  • Der Beobachter sieht, dass beschädigte Herrscher sofort in Spitäler (Reparaturwerkstätten) kommen, ja dort sogar regelmäßig zu einer Standardkontrolle (Service) gebracht werden, um gesund zu bleiben.

  • Der Beobachter merkt, dass die Sklaven die Herrscher regelmäßig ausführen, damit sie gesund und gelenkig bleiben. ("Bewegung ist gesund!")

  • Der Beobachter registriert, dass die Herrscher stinkende, giftige Gase ausstoßen. Die Sklaven atmen diese ein, einige werden krank oder sterben sogar, aber das wird genauso akzeptiert, wie dass Autos immer wieder Sklaven verletzen und töten.

  • Der Beobachter sieht wunderschöne Täler, die durch Straßen für die Herrscher verbaut und zerstört werden. Sklaven, die in der Nähe wohnen, leiden durch den Lärm und können kaum mehr schlafen, protestieren aber kaum.

  • Der Beobachter bewundert die Sklaven, die mühsam lange Tunnels durch die Berge graben, damit die Herrscher nicht über hohe Berge fahren müssen.

  • Der Beobachter sieht, dass für die Geburt von neuen Herrschern riesige Werke (Autofabriken) errichtet werden und die neuen Herrscher liebevoll und schön geschminkt werden.

  • Der Beobachter bemerkt regelmäßige Ausstellungen (Automessen), wo die Sklaven mit Sehnsucht die schönsten Herrscher bewundern.

  • Und noch dazu: Wenn die Sklaven sterben werden sie eingegraben oder verbrannt. Die schönen Herrscher aber werden einbalsamiert und in eigenen Gebäuden (Automuseen) aufbewahrt und dort laufend bewundert.

Damit ist wohl klar: Die Menschen sind die Sklaven, die Autos die Herrscher.